Richard Brend’amour

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Franz Robert Richard Brend’amour (* 14. Oktober 1831 in Aachen; † 22. Januar 1915 in Düsseldorf) war ein deutscher Pionier der modernen Holzschnitt-Technik.

Leben[Bearbeiten]

Er war der jüngste Sohn des Polizeiinspektors Johann Nikolaus Brend’amour und seiner Ehefrau Maria Sophia geborene Leruth. Seine fachliche und künstlerische Ausbildung erhielt er bei dem Holzstecher E. Stephan, bei dem er 1846 bis 1849 in die Lehre ging, und an der von Johann Anton Ramboux geleiteten Staatlichen Akademischen Kunstschule in Köln, an der er 1849 den Zeichenunterricht besuchte.

Am 25. April 1856 gründete Brend’amour in Düsseldorf auf der Pfannschoppenstraße (1863 in Klosterstraße umbenannt) die „Xylographische Kunstanstalt Brend’amour & Cie“, eine „Graphische Kunstanstalt mit mehreren Gehülfen“. Schon bald brachten ihm seine Illustrierungen literarischer Werke mit Holzschnitten Anerkennung in Kunst- und Verlagskreisen über die Grenzen Deutschlands hinaus ein.

Zu den illustrierten Werken gehörten zum Beispiel „Oberhof“ von Immermann (Holzschnitte nach Originalen von Vautier), „Der zerbrochne Krug“ von Kleist (Originale von Adolph Menzel) oder Kunstbände über Ägypten und Sizilien. Brend’amour und seine Mitarbeiter bewiesen ihr Können auch mit der Illustrierung von Zeitschriften wie zum Beispiel „Über Land und Meer“, Leipziger „Illustrirte Zeitung“ oder „Die Gartenlaube“.

Brend’amours Kunstanstalt erwarb sich einen guten Ruf und wurde mit vielen nationalen und internationalen Gold- und Silbermedaillen geehrt. Die Nachfrage war so groß, dass ab den 1870er Jahren Zweigfirmen in Berlin, Leipzig, Braunschweig, Stuttgart und München gegründet wurden. Zeitweise waren bis zu 60 Xylographen angestellt. Geschäftsbeziehungen bestanden nach England, Frankreich, Spanien und Russland.

Brend’amour war Mitglied im Künstlerverein „Malkasten“ und im „Verein Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe“. Für seine Verdienste wurde ihm 1904 den Kronenorden 4. Klasse verliehen. Im Alter von 78 Jahren zog er sich 1909 aus dem Geschäftsleben zurück und erhielt im selben Jahr den Roter-Adler-Orden 4. Klasse.

Illustrationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Der württembergische Minister Hermann von Mittnacht auf einem zeitgenössischen Holzschnitt von Richard Brend’amour
  • Album deutscher Kunst und Dichtung. Mit Holzschnitten nach Originalzeichnungen der Künstler, ausgeführt von R. Brend'amour. Hrsg. Friedrich Bodenstedt. - Berlin : Grote, 1867. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Música en el Castillo, cuadro por H. Bongert, grabado por Brend'amour. In: La Ilustración Artistica (Barcelona) Ano IV Num. 172, 13 de Abril de 1885, S. 116.

Leistungen[Bearbeiten]

Brend’amours Firma übernahm neue Erkenntnisse und Techniken (Autotypie, Chemographie, Halbtontechnik) und entwickelte und verbreitete sie weiter. Er leistete mit der Einführung der graphischen Kunst einen bedeutenden Beitrag zum Entstehen einer umfangreichen Kunstindustrie im Rheinland.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Düsseldorf-Oberkassel ist eine Straße nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva-Maria Hanebutt-Benz: Studien zum deutschen Holzstich im 19. Jahrhundert. Frankfurt a.M.: Buchhändler-Vereinigung 1984, Sp. 1015, 1189f. ISBN 3-7657-1262-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richard Brend’amour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien