Richard Fariña

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Richard Fariña (* 8. März 1937 in Brooklyn, New York; † 30. April 1966 in Carmel, Kalifornien) war ein amerikanischer Schriftsteller und Musiker.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war Kubaner, seine Mutter Irin; seine Kindheit verbrachte er daher in Kuba, Irland und Brooklyn. Von 1957 bis 1959 studierte er an der Cornell University, wo er Freundschaft mit Thomas Pynchon schloss, und schrieb Gedichte und Kurzgeschichten für die Universitätspostille Cornell Writer, zu deren Herausgebern Pynchon zählte. 1959 wurde er kurzzeitig der Universität verwiesen, weil er an Protesten gegen die prüde Universitätsleitung teilgenommen hatte, die streng über die Sittlichkeit auf dem Campus wachte. Von 1959 bis 1963 lebte er in New York, London und Paris; 1960 heiratete er die Folksängerin Carolyn Hester. Die Ehe hielt jedoch nicht lange. 1963 heiratete er Mimi Baez (* 30. April 1945; † 18. Juli 2001), die Schwester der Folksängerin Joan Baez, und ließ sich mit ihr in Kalifornien nieder.

Wenige Tage nach dem Erscheinen seines ersten Romans verunglückte er 1966 als Beifahrer bei einem Motorradunfall tödlich. Mimi Fariña starb am 18. Juli 2001 an Lungenkrebs.

Werke[Bearbeiten]

Das musikalische Werk[Bearbeiten]

Von seiner ersten Frau Carolyn Hester lernte Fariña, die mountain dulcimer, ein in Vergessenheit geratenes Zupfinstrument aus den Appalachen, zu spielen, und trug wesentlich zu ihrer Wiederbelebung bei. 1963 nahm er mit Eric Von Schmidt sein erstes Folkalbum auf, bei dem auch Bob Dylan mitwirkte.

Nach seiner Hochzeit mit Mimi Baez trat das Paar gemeinsam auf, unter anderem 1965 beim legendären Newport Folk Festival. 1965 veröffentlichten sie zwei Alben, Celebrations for a Grey Day und Reflections in a Crystal Wind.

Das literarische Werk[Bearbeiten]

Richard Fariñas Gedichte und Kurzgeschichten wurden in den frühen 1960er Jahren von verschiedenen Magazinen gedruckt; zudem schrieb er einige Theaterstücke, die allerdings in Vergessenheit geraten sind.

1960 begann er mit der Arbeit an seinem ersten Roman Been Down So Long It Looks Like up to Me, der 1966 erschien, und der heute als Klassiker der Beat-Literatur gilt. Dieser Schelmenroman erzählt die Geschichte des Hippies Gnossos Pappadopoulis, der – wie Fariña selbst – unter anderem an Studentenprotesten und der kubanischen Revolution teilnimmt. 1983 schrieb Pynchon eine sehr persönlich geprägte Einführung für den Roman.

Eine Sammlung seiner bis dahin unveröffentlichten Schriften erschien 1969 unter dem Titel Long Time Coming and a Long Time Gone.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Hajdu: Positively 4th Street – The Lives and Times of Joan Baez, Bob Dylan, Mimi Baez Fariña and Richard Fariña. Farrar, Straus & Giroux, New York, 2001 (Rezension)

Weblinks[Bearbeiten]