Richard Florida

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Richard Florida

Richard Florida (* 26. November 1957 in Newark, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit studierte Florida zunächst Politikwissenschaften am Rutgers College und wechselte dann zum Studium des Urban Planning an die Columbia University. Er beendete 1986 sein Studium mit dem Erhalt des Ph.D. und erhielt 2005 eine Anstellung als Hochschullehrer an der University of Toronto, wo er an der Rotman School of Management unterrichtet. [1] Zuvor unterrichtete Florida von 1987 bis 2005 an der Carnegie Mellon University.

Florida schreibt über Konzepte und Theorien der „kreativen Klasse“ und deren Zusammenhänge mit der urbanen Gesellschaft. Hierzu verfasste Florida die Bücher The Rise of the Creative Class, Cities and the Creative Class und The Flight of the Creative Class. Florida sieht einen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Stärke einer städtischen Region im Verhältnis zur Anwesenheit von hochtechnisierten Arbeitern, Künstlern, Musikern und homosexuellen Menschen. Die wirtschaftliche Stärke einer Region ziehe neben Kapital und Wirtschaft nach Florida insbesondere kreative Menschen an. Florida verfasste ein eigenes Ranking-System, das nach Kriterien wie Bohemian index, Gay Index oder Diversity index unterscheidet und danach Städte beurteilt. Floridas Theorie der „Kreativen Klasse“ fand Eingang in die Stadtforschung, etwa zur Erklärung des Prozesses der Gentrifizierung, und in die Stadtplanung, etwa bei Plankonzepten zur Entwicklung von Stadtvierteln durch Stimulanz der Ansiedlung „kreativer“ Berufsgruppen.

Aditya Chakrabortty macht Floridas unrealistische Politikberatung mit dafür verantwortlich, dass Großbritanniens Industriesektor in den letzten 30 Jahren um zwei Drittel geschrumpft ist.[2]

Schriften[Bearbeiten]

  • Reset - Wie wir anders leben, arbeiten, und eine neue Ära des Wohlstands begründen werden, campus Verlag, 2010, ISBN 3-593-39125-2
  • Who’s Your City?, Basic Books, 2008, ISBN 0-465-00352-4
  • The Flight of the Creative Class. The New Global Competition for Talent, HarperBusiness, HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-075691-8
  • Cities and the Creative Class, Routledge, 2005, ISBN 0-415-94887-8
  • The Rise of the Creative Class. And How It's Transforming Work, Leisure and Everyday Life, Basic Books, 2002, ISBN 0-465-02477-7
  • Industrializing Knowledge: University-Industry Linkages in Japan and the United States. MIT Press, 1999, ISBN 0-262-02465-9 (gemeinsam mit Lewis Branscomb und Fumio Kodama)
  • Beyond Mass Production: The Japanese System and Its Transfer to the US. Oxford University Press, 1993, ISBN 0-19-507110-7 (gemeinsam mit Martin Kenny)
  • The Breakthrough Illusion. Corporate America's Failure to Move from Innovation to Mass Production, Basic Books, 1990, ISBN 0-465-00760-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rotman Faculty Biograph
  2. Aditya Chakrabortty: Why doesn't Britain make things any more? The Guardian, 16. November 2011.