Richard Graf von Schwerin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Außer den paar Einzelnachweisen belegfreier Artikel! --Nimro (Diskussion) 14:52, 4. Jun. 2014 (CEST)

Richard Hugo Ernst Graf von Schwerin (* 24. Mai 1892 in Peitschendorfswerder, Kreis Sensburg; † 23. Juli[1] 1951 in Dobrock) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg und u.a. Kommandeur der 79. Infanterie-Division.

Leben[Bearbeiten]

Er entstammte dem Adelsgeschlecht von Schwerin. Seine Brüder waren Gerhard Graf von Schwerin und Hans Bogislav Graf von Schwerin, die ebenfalls eine Offizierslaufbahn einschlugen.

Schwerin nahm als Leutnant am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende erfolgte seine Übernahme in die Reichswehr. Hier wurde er dem 9. (Preußisches) Infanterie-Regiment zugeteilt und am 1. April 1924 zum Oberleutnant sowie am 1. Februar 1929 zum Hauptmann befördert.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Schwerin als Oberstleutnant (seit 1. März 1937) zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 212 ernannt.

Am 14. Januar 1942 erhielt er den Oberbefehl über die 79. Infanterie-Division. Die 79. Infanterie-Division griff erst am 20. Oktober 1942 in die Schlacht um Stalingrad ein und erhielt den Auftrag zusammen mit der 100. Jäger-Division das Stahlwerk „Roter Oktober“ einzunehmen. Bis auf die Martinofenhalle/Halle 4 wurde ein Großteil der Stahlgießerei in zahlreichen Stoßtrupp-Operationen eingenommen.[2] Hauptmann Helmut Welz vom PiBtl. 179 erhielt den Befehl, die Martinsofenhalle am 10. November 1942 endgültig niederzuwerfen. Welz widersetzte sich zunächst diesem Befehl, da das Bataillon seiner Einschätzung nach in den vorangegangenen Kämpfen bereits zu große Verluste erlitten hatte. Ein erfolgreicher Angriff auf die Halle schien ihm daher nicht durchführbar, was von Schwerin jedoch nicht interessierte:

Ich brauche ihre Ratschläge nicht und verbitte mir diese Belehrungen. Wenn Sie es anders besser verstehen: Divisionsbefehl, Sie greifen am 10. November Halle Vier an und stoßen bis zur Wolga durch, verstanden?

Generalleutnant Richard Graf von Schwerin[3]

Hauptmann Welz vermutete hinter dem selbstmörderischen Unterfangen in Halle 4 die Bemühung Schwerins, sich auf Kosten des Lebens seiner Soldaten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes zu verdienen. Tschuikow merkte später hierzu an, dass der Divisionsbefehlshaber aus einer 10 km entfernten Stellung die Durchführbarkeit eines solchen Unternehmens hätte gar nicht beurteilen können.[4]

Im November 1942 sollte die Gruppe Schwerin in der finalen Offensive auf die letzten sowjetischen Brückenköpfe eine herausragende Rolle spielen. Weitere Stoßtruppunternehmen sollten den Gegner über die tatsächliche Ausdehnung der Angriffsfront täuschen. Nachfolgende Unternehmen Schwerin I und II wurden aufgrund des starken Nachlassens der deutschen Kräfte im November 1942 nicht mehr realisiert.[5]

Schwerin wurde mit dem Divisionsstab am 9. Januar 1943 aus dem Stalingrader Kessel ausgeflogen. Der Stab wurde bei der Heeresgruppe Don weiter eingesetzt. Schwerin leitete dann die Neuaufstellung der 79. Infanterie-Division in Südrußland. Am 3. Juni 1943, während schwerer Kämpfe im Kuban-Brückenkopf, wurde er in die Führerreserve versetzt. Im weiteren Kriegsverlauf hatte er noch weitere Divisionskommandos inne.

Beförderungen (Auszug)[Bearbeiten]

  • Leutnant: 1. August 1914
  • Oberstleutnant: 1. März 1937
  • Oberst: 1. März 1940
  • Generalmajor: 1. Juni 1942
  • Generalleutnant: 1. Dezember 1942

Kommandos[Bearbeiten]

  • Kommandeur Infanterie-Regiment 212: 1. September 1939 bis 14. Januar 1942
  • Kommandeur 79. Infanterie-Division: 14. Januar 1942 bis 9. Januar 1943
  • Kommandeur 79. Infanterie-Division nach Neuaufstellung: März bis 5. Juni 1943
  • Führerreserve OKH: 5. Juni bis 1. Oktober 1943
  • Kommandeur 189. Infanterie-Division: 1. Oktober 1943 bis 25. September 1944
  • Kommandeur 172. Infanterie-Division: 24. November 1944 bis 1. Februar 1945
  • Kommandeur Divisionsstab z.b.V.: 1. Februar 1945 - unbekannt
  • Kommandeur 617. Ersatz-Division: April bis 8. Mai 1945

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A. Band XX. Band 93 der Gesamtreihe. C. A. Starke Verlag. Limburg (Lahn) 1988. ISSN 0435-2408. S. 369.
  2. Helmut Welz: Verratene Grenadiere. Berlin 1967. S. 49–80.
  3. Helmut Welz: Verratene Grenadiere. Berlin 1967. S. 56.
  4. Wassili Tschuikow: Die Schlacht des Jahrhunderts. Berlin 1988. S. 281.
  5. Manfred Kehrig: Stalingrad. Analyse und Dokumentation einer Schlacht. Stuttgart 1979. S. 42f.
  6. a b c d Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1930. S. 150.