Richard Hell

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Richard Hell (2008)

Richard Hell (* 2. Oktober 1949 in Lexington, Kentucky als Richard Myers) ist ein US-amerikanischer Musiker und Schriftsteller. Er wurde Mitte der 1970er-Jahre bekannt durch seine Beteiligung an der in New York entstandenen Punk-Szene um den Musik-Club CBGB. Hell war Mitglied der Bands Television, The Heartbreakers und The Voidoids.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Richard Hell wuchs in Wilmington, Delaware auf und zog als Teenager nach New York, wo er seine ersten Erfahrungen mit Drogen (Heroin) machte. Mit seinen Freunden Tom Miller und Bill Ficca gründete er 1971 die Band The Neon Boys, die 1973 in Television umbenannt wurde und zu den ersten Bands der New Yorker Punk- und New Wave-Szene gehörte. Von da an nannte Myers sich Richard Hell und Tom Miller Tom Verlaine. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt versuchte angeblich Malcolm McLaren Richard Hell für sein neuestes Projekt, die Sex Pistols, zu engagieren, was allerdings fehlschlug. Hell trennte sich von Verlaine und Television und kam kurzzeitig mit The Heartbreakers (mit Johnny Thunders) zusammen. Hell war dort unter anderem gemeinsam mit Dee Dee Ramone, Bassist der Punkband Ramones, an der Entstehung des Songs Chinese Rock beteiligt, der als die erste Single-Veröffentlichung der Heartbreakers erschien. 1976 gründete er Richard Hell and The Voidoids, die 1977 ihr erstes Album Blank Generation veröffentlichten. In den folgenden fünf Jahren gelang es Hell auf Grund seiner Drogensucht lediglich eine, von Nick Lowe produzierte, Single zu veröffentlichen. 1982 kam das zweite und letzte Voidoids-Album Destiny Street heraus, und noch im selben Jahr trennte sich die Band. Richard Hell verschwand für ein Jahrzehnt aus der Musikszene und veröffentlichte erst 1992 wieder eine Solo-EP. Kurz darauf nahm er mit Don Fleming, Thurston Moore und Steve Shelley (Sonic Youth) sein letztes Album unter dem Namen Dim Stars auf. Richard Hell hat seit seiner Jugend auch mehrere Bücher (Gedichte, Romane) geschrieben.

Richard Hell and the Voidoids[Bearbeiten]

  • Richard Hell (Gesang, Bass)
  • Robert Quine (Gitarre, Gesang) bis 1978 (ging zu Lydia Lunch)
  • Ivan Julian (Gitarre, Gesang)
  • Marc Bell (Schlagzeug) bis Ende 1977 (ging zu den Ramones)
  • Fred Mauro (Schlagzeug) bis 1978
  • Jerry Antonius (Keyboard, Gesang) ab 1978
  • Fred Maher (Schlagzeug) letztes Album
  • Naux (Gitarre) letztes Album

Die Besetzung mit Robert Quine, Ivan Julian und Marc Bell ist in dem Musikfilm Blank Generation von Ulli Lommel zu sehen. Carole Bouquet spielt mit Richard Hell die Hauptrolle.

Diskografie[Bearbeiten]

Richard Hell and the Voidoids

  • 1976: (I Could Live With You In) Another World – 7" EP
  • 1977: Blank Generation/Love Comes In Spurts – 7" Single
  • 1977: Blank GenerationLP
  • 1978: The Kid With The Replaceable Head/I’m Your Man – 7" Single
  • 1982: Destiny Street – LP
  • 2009: Destiny Street Repaired – LP/CD

Richard Hell (Solo)

  • 1992: Three New Songs – 7" EP
  • 1995: Go Now – 10" EP (Spoken Word)

Kompilationen und anderes

  • 1980: (The Neon Boys) Time – 7" EP
  • 1984: R.I.P.Musikkassette (live)
  • 1990: Funhunt – Musikkassette (live)
  • 1991: (A-Seite als The Neon Boys) High Heeled Wheels – 12" EP
  • 1998: Another World – CD
  • 2002: Time – Doppel-CD
  • 2005: Spurts: The Richard Hell Story – CD

Dim Stars

  • 1992: Dim Star Theme – 12" EP
  • 1992: Dim Stars – LP

Bibliografie[Bearbeiten]

  • 1991: Across The Years
  • 1996: Go Now
  • 1998: Weather
  • 2001: Hot And Cold
  • 2005: Rabbit Duck
  • 2005: Godlike

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Hell: Der Tod bedeutet, daß du nie zu sagen brauchst, du wärst unvollkommen. Artikel und Interview von Lester Bangs in: Rock Session 2 – Magazin der populären Musik, S. 112 ff. rororo Sachbuch 7156, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1978. ISBN 3-499-17156-2
  • A Jewish Hell – Richard Meyers Creates a Jewish Mother’s Worst Nightmare. Artikel über die jüdischen Wurzeln Richard Hells, in: Steven Lee Beeber: The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk (S. 133–147; englisch). Chicago Review Press, Chicago 2006. ISBN 978-1-55652-761-6

Weblinks[Bearbeiten]