Richard Jewell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Richard A. Jewell (* 17. Dezember 1962; † 29. August 2007 in Atlanta) war ein US-amerikanischer Wachmann und eine zentrale Figur bei den Bombenattentaten der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta.

Leben[Bearbeiten]

Jewell arbeitete für eine private Wachfirma und entdeckte eine Rohrbombe. Er alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung mit. Damit verhinderte er zahlreiche Verletzte und möglicherweise Tote. Zuerst wurde er von den Medien als Held gefeiert, später wurde er aber selbst zum Verdächtigen. Obwohl er nie angeklagt wurde, war er durch eine gewaltige Medienhetze bereits in der breiten Öffentlichkeit für schuldig befunden worden, was sein Leben stark beeinträchtigte. So litt er nach den Verleumdungen an chronischer Fettsucht und Diabetes, dann Nierenversagen. Der wahre Täter, Eric Robert Rudolph, wurde später gefasst.

Jewell führte mehrere Prozesse, um seinen Ruf wiederherzustellen und erlittenes Unrecht zu sühnen.[1]

Jewell klagte gegen Mitarbeiter seines ehemaligen Arbeitgebers Piedmont College, Raymond Cleere und Scott Rawles.[2] Diese hätten mit Journalisten und dem FBI gesprochen und dort falsche Informationen gestreut. Cleer hätte ihn als „Zeloten mit Dienstmarke“ bezeichnet, der "epische Berichte über Nichtigkeiten" schreiben würde. Piedmont College zahlte eine ungenannte Summe.[3]

Die NBC zahlte Jewell 500.000 Dollar.[4]

Die New York Post hatte über Jewell geschrieben, dass er in das Schema des “einsamen Bombers” passe. Er sei ein „fetter, gescheiterter ehemaliger Hilfssheriff, der die meiste Zeit als Schülerlotse gearbeitet hatte und dabei gescheitert war, es zu mehr zu bringen“. Ein anderer Artikel sprach von einem „Gescheitertem und einer Schande für alle wirklichen Gesetzeshüter“. „Alle sollten froh sein, diesen Kerl geschnappt zu haben“. Es wurden Fotos und Karikaturen von Jewell veröffentlicht. Die New York Post bezahlte eine nicht genannte Summe an Jewell.

Jewell verklagte die Zeitung Atlanta Journal-Constitution, die behauptet hatte, Jewell sei ein “Individuum mit einer bizarren Karriere und einer gespaltenen Persönlichkeit”. Weiterhin habe Jewell“ in das Schema des einsamen Bombers gepasst“.[5]

Das Atlanta Journal verglich Jewell mit dem Serienmörder Wayne Williams.[6] Die Zeitung war die einzige, die sich nicht mit Jewell einigen wollte. Vier Monate nach dem Tode Jewells wurde die Klage von Richter John R. Mather im Dezember 2007 abgewiesen.[7]

Auch wenn CNN sich auf eine Zahlung einer ungenannten Summe mit Jewell einigte, behauptete CNN weiterhin, fair und angemessen berichtet zu haben.[8]

Richard Jewell starb im Alter von 44 Jahren an den Folgen seiner zahlreichen gesundheitlichen Probleme.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CNN,"According to CNN"CNN, 28. Januar 1997
  2. CNN,"According to CNN"CNN, 28. Januar 1997
  3. Jewell settles with college. In: Lakeland Ledger, 27. August 1997. Abgerufen am 5. Mai 2010. 
  4. CNN,"According to CNN"CNN, 28. Januar 1997
  5. CBS, "60 Minutes II: Falsely Accused," "CBS," 26. Juni 2002
  6. The wheels of justice: After five years, Richard Jewell v. AJC a long way from over, 1. August 2001
  7. Judge dismisses Olympic bombing libel suit. In: United Press International, 13. Dezember 2007. Abgerufen am 6. Juli 2010. 
  8. Commentary: Don't name 'person of interest' - CNN.com. In: CNN, 17. September 2009. Abgerufen am 22. Mai 2010.