Richard Kirwan

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Richard Kirwan.

Richard Kirwan (* 1. August 1733 in Cloughballymore; † 22. Juni 1812 in Dublin) Esquire von Cregg. war ein irischer Jurist und Chemiker. Er war ein Anhänger der Phlogistontheorie.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Richard Kirwan wurde in Cloughballymore, Grafschaft Galway, County of Galway , als zweiter Sohn von Mary (Marty) French of Duras and Cloughballymore (oder Clogh) und Martin Kirwan († 1741) geboren. Beide hatten am 30. Oktober 1728 geheiratet und drei weitere Söhne, Patrick Kirwan, Andrew Kirwan and Hyacinth Kirwan[1]. Er war damit ein Nachkomme von William Ó Ciardhubháin des Gründers des The Tribes of Galway, Treibheanna na Gaillimhe, einer Gruppe von vierzehn Kaufmannsfamilien, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lebens der Stadt Galway im Westen Irlands zwischen der Mitte des 13. und späten 19. Jahrhundert dominierten. Die Familie lebte im Cregg Castle in Galway[2]. Er besuchte zunächst zusammen mit seinem Bruder die Erasmus Smith School in Galway. Von 1745 bis 1754 hielt er sich an der Université de Poitiers in Poitiers auf[3] um dann im Jahre 1754 als Novize dem Jesuitenorden Saint-Omer (Saint-Omer (Pas-de-Calais)) beizutreten. Nach dem Tod seines älteren Bruders in einem Duell im Jahre 1755, ging er wieder nach Irland zurück und lebte in Menlough Castle[4]. Bis zum Jahre 1777 blieb Kirwan vor allem in Irland, reiste dann aber auch nach England, Deutschland und wiederum Frankreich. Er interessierte sich sehr für die Chemie, studierte aber zunächst Jurisprudenz an der Universität in Poitiers.[5] Während seines Aufenthaltes in London von 1777 bis 1787 setzte er seine Chemiestudien fort. Hier lernte Kirwan wichtige Naturwissenschaftler wie Henry Cavendish (1731–1810), Joseph Priestley (1733–1804) und andere wichtige Personen etwa Edmund Burke (1729–1797) kennen.[6]

Richard Kirwan - Portrait von Hugh Douglas Hamilton (1740-1808)

Kirwan heiratete im Jahre 1757 Anne, die Tochter von Sir Thomas Blake of Menlo († 1642), County of Galway, doch verstarb seine Frau nur acht Jahre später. Das Paar hatte zwei Töchter, Maria Theresia Kirwan und Eliza Kirwan. Einen Tag nach seiner Heirat wurde er als Schuldner - für die Schulden seiner Frau - in Haft genommen, debtor´s prison.

Seine Experimente zum spezifischen Gewicht und über die Anziehungskräfte verschiedener salzigen Substanzen bildeten einen wesentlichen Beitrag zu den Methoden der analytischen Chemie[7], und 1782 gewann er die Copley-Medaille der Royal Society, im Jahre 1780 wurde er zum Fellow of the Royal Society gewählt. Im Jahre 1784 führte er eine Kontroverse mit Cavendish in Bezug auf dessen Experimente über die Luft. Im Jahre 1787 zog er nach Dublin, wo er vier Jahre später zum Präsident der Royal Irish Academy gewählt wurde. Kirwan hatte von 1799 bis 1812 dieses Amt als Präsident der Royal Irish Academy inne.

In seinen geologischen Auffassungen über die "Entstehung der Welt" und ihrer Entwicklung war er ein Befürworter der Theorien von James Hutton. Seine Werke zu diesem Themenkreis waren Elements of Mineralogy (1784), eine der ersten systematischen Arbeiten zu diesem Thema in Englischen, eine Betrachtung über die An Estimate of the Temperature of Different Latitudes (1787) sowie Essay of the Analysis of Mineral Waters (1799) und Geological Essays (1799) waren weitere geologische Werke.

Einige seiner Werke wurden von Lorenz von Crell ins Deutsche übersetzt. Marie Lavoisier übersetzte sein Essay on Phlogiston and the Constitution of Acids (1787) aus dem Englischen ins Französische und erlaubte dadurch ihrem Ehemann, Antoine Laurent de Lavoisier sich mit Kirwans Ideen kritisch auseinanderzusetzen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Akeroyd, Michael: The Lavoisier-Kirwan debate and approaches to the evaluation of theories. Ann. N. Y. Acad. Sci. 988: pp. 293–301. 2003 May. doi:10.1111/j.1749-6632.2003.tb06110.x. PMID 12796114
  • Richard Kirwan, Eintrag in der Encyclopædia Britannica 1911 (englisch)
  • Reilly, R.; N. O'Flynn (February 1930): Richard Kirwan, an Irish Chemist of the Eighteenth Century. Isis 13 (2): 298–319. doi:10.1086/346457
  • Brockman, C. J.: Richard Kirwan - Chemist, 1733-1812. J. Chem. Educ., 1927, 4 (10), p 1275 doi: 10.1021/ed004p1275

Weblinks[Bearbeiten]

  • Biographie in englischer Sprache von IrishChristian (Online)
  • Abbildung des Titelblattes von Essay on Phlogiston and the Constitution of Acids. (1787) (GIF)
  • Ausführliche Biographie in englischer Sprache mit Abbildungen (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogie der Kirwans
  2. Frontseite des Cregg Castle
  3. Encyclopædia Britannica: Biographie
  4. Alte Postkarte von 1905: Menlo Castle
  5. European Association for Chemical and Molecular Sciences: Biographie
  6. Library Ireland: Biographie
  7. Taylor, Georgette: Tracing Influence in Small Steps: Richard Kirwan’s Quantified Affinity Theory. Ambix, Vol. 55 No. 3, November 2008, 209–231 (PDF; 154 kB)