Richard Kuklinski

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schwerverbrecher Richard Kuklinski. Für den polnischen CIA-Agenten, siehe Ryszard Kukliński.

Richard Leonard Kuklinski, genannt „The Iceman“ (* 11. April 1935 in Jersey City; † 5. März 2006 in Trenton, New Jersey), war ein US-amerikanischer Schwerverbrecher mit polnischen und irischen Wurzeln. Er war für mehrere italienisch-amerikanische Verbrecherfamilien tätig und behauptete, über 200 Männer ermordet zu haben. Sein erstes Opfer tötete er nach eigenen Angaben im Alter von 13 Jahren. Er war der ältere Bruder des verurteilten Vergewaltigers und Mörders Joseph Kuklinski.

Leben[Bearbeiten]

Kuklinski wurde im Arbeiterviertel von Jersey City als Sohn von Stanley und Anna Kuklinski geboren. In seiner Kindheit wurde er von seinen Eltern misshandelt und geschlagen. Im Jahr 1940 starb sein älterer Bruder Florian an einer Verletzung, die er durch seinen Vater erlitten hatte. Gegenüber den Behörden wurde der Fall so dargelegt, dass Richard Kuklinskis Bruder eine Treppe hinuntergefallen sei.

Im Alter von zehn Jahren begann Kuklinski Aggressionen gegenüber Tieren zu entwickeln und diese zu quälen. Drei Jahre später beging er seinen ersten Mord, als er mit einem Kleiderbügel den Anführer einer kleinen Bande verprügelte und schließlich erschlug. Er warf die Leiche in einen Fluss, nachdem er zuvor deren Zähne entfernt und die Fingerkuppen abgeschnitten hatte. So wollte er eine Identifizierung verhindern[1]. Mit Anfang 20 begann Kuklinski seine Zusammenarbeit mit Roy DeMeo, einem Mitglied der Gambino-Familie. Er hatte ihn durch Geldprobleme eines Bekannten kennengelernt, als Kuklinski für diesen dessen Schulden bezahlt hatte. Er begann mit kleineren Überfällen und dem Handel mit Pornofilmen. Kuklinski bekam immer öfter Aufträge von DeMeo, der ihn schon bald für Morde engagierte. In den nächsten 30 Jahren tötete Kuklinski zwischen 150 und 200 Menschen, eine offizielle Zahl wurde nie von Behörden bekannt gegeben. Die Tötungsarten waren unterschiedlich, sie reichten von Erschießungen bis Vergiftungen mit Cyanid, ebenso wie die Art der Beseitigung der Leichen, die er in Säurefässer steckte oder im Meer versenkte. Er heiratete während seiner Tätigkeit als Auftragsmörder Barbara Pedrici, mit der er drei Kinder bekam. Seiner Familie und seinen Nachbarn gegenüber trat er immer als erfolgreicher Geschäftsmann auf.

Die Ermittler kamen Kuklinski erstmals auf die Spur, als er eines seiner Opfer lebend in einem industriellen Eisfach erfrieren, aber anschließend nicht vollständig auftauen ließ und somit klar war, dass das Opfer, obwohl es den Anschein erweckte, keines natürlichen Todes starb. Im Jahr 1986 wurde Kuklinski auf der Straße von einer Task Force bestehend aus Polizisten und FBI angehalten und verhaftet, nachdem die Ermittlungen sechs Jahre zuvor begonnen hatten. Die Polizei stützte sich unter anderem auf Tonaufnahmen eines verdeckten Ermittlers und dessen Aussagen.

Kuklinski verbüßte seine Haftstrafe im New Jersey State Prison (ehemals Trenton State Prison). In Haft wurde Kuklinski mehrfach von Staatsanwälten, Psychiatern, Kriminologen, Schriftstellern und TV-Produzenten über sein kriminelles Leben interviewt. Auf dieser Basis entstanden zwei Dokumentarfilme. Außerdem erschien 2006 ein Buch über ihn. Im Alter von 70 Jahren starb Kuklinski am 5. März 2006 um 1:15 Uhr in einem sicheren Flügel des St. Francis Medical Center in Trenton, New Jersey. Kurze Zeit später hätte er eine Aussage gegen einen anderen Mafioso (Salvatore Gravano) machen sollen, der des Mordes verdächtigt wurde und der ohne Kuklinskis Aussage freigesprochen wurde. Die angeordnete Autopsie von Kuklinski bestätigte aber, dass er eines natürlichen Todes gestorben war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlo, Philip: The Ice Man: Confessions Of A Mafia Contract Killer. St. Martin's Press, 2006.
  • Carlo, Philip: ICE MAN, Bekenntnisse eines Mafia-Killers. Piper Verlag, Mai 2011.
  • Bruno, Anthony: Der Iceman – Die Jagd auf Amerikas brutalsten Killer. Hannibal Crime, Innsbruck 2013.

Film[Bearbeiten]

Inspiriert vom Leben Kuklinskis entstand 2012 der Spielfilm The Iceman von Ariel Vromen, in dem Michael Shannon in die Titelrolle des Verbrechers schlüpfte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carlo, Philip: The Ice Man, Confessions of a Mafia Contract Killer, S. 26-27, HarperCollinsPublishers, 2006, Sydney ISBN 978-0-7322-8496-1 ISBN 0-7322-8496-1

Weblinks[Bearbeiten]