Richard Lowell Rubenstein

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Richard Lowell Rubenstein (* 8. Januar 1924 in New York City) ist ein US-amerikanischer Rabbiner, Theologe und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

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Rubenstein studierte jüdische Religion am Hebrew Union College, einem Rabbinerseminar des Reformjudentums in New York City. 1952 wurde Rubenstein zum Rabbiner ordiniert. Ab 1958 war er Direktor der B’nai B’rith Hillel Foundation und von 1958 bis 1970 als Geistlicher für die Studenten an der University of Pittsburgh, an der Carnegie-Mellon University und an der Duquesne University tätig. Von 1970 bis 1995 unterrichtete er als Hochschullehrer an der Florida State University Religionswissenschaften. Von 1995 bis 1999 war Rubenstein Präsident der University of Bridgeport in Connecticut, die seit 1995 hauptsächlich von der Vereinigungskirche wirtschaftlich getragen wird. Obwohl Präsident dieser Universität, war Rubenstein niemals Mitglied der Vereinigungskirche. [1]

Als Autor verfasste Rubenstein mehrere Bücher und eine Autobiografie. Rubensteins ursprüngliches Werk After Auschwitz postulierte, die einzig ehrliche intellektuelle Reaktion auf den Holocaust sei die Ablehnung eines Gottes, der in der Geschichte handelt. Dies bedeutet das Ende eines jüdischen Erwählungsglaubens. Dementsprechend ist auch die jüdische Existenz keineswegs eine punitive Existenz, in der das Schicksal der Juden als Strafe Gottes anzusehen sei. Das Exil ist nicht nur eine historisch-geographische Gestalt jüdischer Verbannung, sondern eine allgemein-menschliche und kosmische Realität. Darin muss der Mensch den Sinn seines Lebens selber schaffen. Diese Ansicht zur Gott-ist-tot-Theologie war in den jüdischen Gemeinden der 1970er-Jahre in den Vereinigten Staaten eine verbreitete Lektüre und führte zu medialen Diskussionen mit protestantischen Theologen wie Gabriel Vahanian, Paul van Buren, William Hamilton und Thomas Jonathan Jackson Altizer.

Zur positiven Füllung seines Gottesbildes greift Rubenstein auf die jüdische Mystik zurück. Gott ist für ihn "en-sof" = "holy no-thingness" (Nicht-Etwasheit) als die Quelle und die Mündung allen Seins. In seinem Buch My Brother Paul von 1972 liefert er eine psychoanalytische Studie zu Paulus von Tarsus. In den letzten Jahres beschäftige sich Rubenstein vor allem mit den Gefahren eines extremistischen Islam.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1966: After Auschwitz: Radical Theology and Contemporary Judaism, Indianapolis, Bobbs-Merrill
  • 1970: Morality and Eros, New York City, McGraw-Hill
  • 1972: My Brother Paul, New York City, Harper and Row
  • 1975: The Cunning of History: Mass Death and the American Future, New York City, Harper and Row
  • 1983: Age of Triage: Fear and Hope in an Overcrowded World, Boston, Beacon
  • 1985: The Religious Imagination: A Study in Psychoanalysis and Jewish Theology, Lanham, University Press of America
  • 1986: Power Struggle: An Autobiographical Confession, New York City, Lanham: University Press of America, (Autobiografie)
  • 1987: Dissolving Alliance: The United States and the Future of Europe, New York City, Paragon
  • 2009: Jihad and Genocide, Lanham, Boulder, New York, Toronto, Plymouth, UK (Rowman & Littlefield Publishers, Inc.), 2010.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times:U. of Bridgeport Honors Rev. Moon, Fiscal Savior
  2. Rubenstein und die Vereinigungskirche: Siehe Neil Albert Salonen, My reflections on Richard Rubenstein, in: Betty Rogers Rubenstein/Michael Berenbaum (eds.), What Kind of God? Essays in Honor of Richard L. Rubenstein, Lanham, New York, London (University Press of America, Inc.) 1984, S. 435-440. Zu "en-sof": Rubenstein, Morality and Eros, 185-191. Vgl. auch: Klaus Rohmann, Vollendung im Nichts? Eine Dokumentation der amerikanischen Gott-ist-tot-Theologie, Zürich, Einsiedeln, Köln (Benziger Verlag), 1977.