Richard Palmer-James

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Richard Palmer-James (* 11. Juni 1947 in Bournemouth, Dorset) ist ein britischer Gitarrist und Texter für Pop- und Rockmusik. Er lebt seit Anfang der 1970er in München.

Biographie[Bearbeiten]

Frühe Jahre (bis 1969)[Bearbeiten]

In seiner Heimatstadt Bournemouth spielte er seit seinem 13. Lebensjahr gemeinsam mit Schulfreunden, zu denen auch John Wetton gehörte, in den Bands The Corvettes, The Palmer-James Group, Tetrad und Ginger Man Gitarre und sang auch die meisten Titel, ausschließlich Coverversionen.

Supertramp (1969/1970)[Bearbeiten]

Zusammen mit Rick Davies (Keyboard, Gesang), Roger Hodgson (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard) und Keith Baker (Schlagzeug) gründete er noch unter dem Namen Richard Palmer im Jahre 1969 die Band Supertramp (die Band absolvierte ihren ersten öffentlichen Auftritt noch unter dem Namen „Daddy“). Palmer war Gitarrist und (neben Davies und Hodgson) Texter der Band und zudem für deren Namen verantwortlich, den er dem Titel des Buches „Supertramp. Autobiographie eines Vagabunden“ von William Henry Davies entlieh.

Im Juli 1970 kam das Debütalbum „Supertramp“, im Stil des Progressive Rock und mit musikalischen Anleihen bei Bands wie Traffic oder King Crimson, auf den Markt, verkaufte sich jedoch schlecht. Daraufhin verließ Palmer-James die Band. Für ihn kam der Bassist Frank Farell (späterer Co-Writer für Leo Sayer). Nach seinem Weggang war Palmer-James kurzzeitig als Gitarrist und Texter in der tschechisch/deutsch/englischen Jazzrock-Band „Emergency“ aktiv.

King Crimson (1972 – 1974)[Bearbeiten]

Berühmtheit erlangte er dann als Texter der britischen Progressive-Rock-Gruppe King Crimson in den frühen 1970er Jahren als Nachfolger von Peter Sinfield. Sänger war damals sein Jugendfreund John Wetton. Palmer-James steuerte zu drei Alben – Larks' Tongues in Aspic, Starless and Bible Black und Red – die Texte bei.

In München (seit 1976)[Bearbeiten]

1976 gründete Palmer-James die Gruppe Munich, die zwei Jahre später wieder auseinanderbrach. Bis 1977 bestritt Palmer-James seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Soundtrack-Komponist für Industrie- und Fernsehfilme und -serien (z. B. "Paula Pauländer", Regie: Reinhard Hauff, 1976, Ein Tag mit dem Wind, Regie: Haro Senft, 1978 oder die Münchner Geschichten, Regie: Helmut Dietl, 1974).

1978 nahm er in München innerhalb von zehn Tagen gemeinsam mit seinen Ex-Kollegen von der Band Tetrad, John Wetton (Bass und Gesang) und W. J. Hutcheson (Keyboards), spaßeshalber in München ein Album unter dem Namen Jack-Knife mit Songs aus der Tetrad-Zeit auf. Schlagzeug spielte der Deutsche Curt Cress.

In den 1980er Jahren wurde Palmer-James ein erfolgreicher Texter im Bereich der kommerziellen Pop-Musik. Zu seinen größten Erfolgen zählen Arbeiten für La Bionda ("One For Me, One For You"), Moti Special ("Cold Days, Hot Nights"), Michael Cretu ("Samurai"), Sandra ("Maria Magdalena") sowie Haddaway und Mireille Mathieu.

1985 kam es zur Wiedervereinigung von Munich. Gemeinsam mit Peter Bischof (Gesang), Eberhard "Ede" Wilhelm (Schlagzeug), Hans-Herbert Gebhard (Bass, Gesang) und Oliver Hahn (Keyboards, Programming) nahm Palmer-James 1987 unter der musikalischen Regie von Simon Phillips (Schlagzeuger u. a. bei Toto und Mike Oldfield) das Munich-Album "You Never Know" auf. Die Single "Your Turn" war ein kleiner Charterfolg.

1990er Jahre[Bearbeiten]

In den 90er Jahren widmete sich Palmer-James verstärkt der Blues und Folk-Musik, den eigentlichen Quellen seiner musikalischen Inspiration. Dementsprechend spielt Palmer-James heutzutage hauptsächlich akustische Instrumente wie Resonatorgitarre und Mandoline. Gelegentlich gibt er gemeinsam mit dem klassischen Gitarristen Eric Schachtner in Deutschland, Italien und der Schweiz unter dem Motto "Blues Meets Classical" Konzerte.

1998 brachte Richard Palmer-James gemeinsam mit John Wetton eine CD mit Demos und unveröffentlichten bzw. neu eingespielten älteren Songs auf den Markt, darunter Stücke, die für ein King Crimson-Album nach "Red" (1974) vorgesehen waren, das nie zustande kam.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Zwei Interviews mit Richard Palmer-James (englisch): [1] [2]