Richard Seefelder

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Richard Seefelder (* 17. Oktober 1875 in Neßlbach, Niederbayern; † 12. Oktober 1949 in Innsbruck) war ein deutscher Ophthalmologe und Hochschullehrer in Leipzig und Innsbruck.

Leben[Bearbeiten]

Seefelder studierte Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1898 promovierte er zum Dr. med..[1] 1908 habilitierte er sich für Augenheilkunde und wurde Privatdozent an der Universität Leipzig. 1914 wurde er dort a. o. Professor.

1919 wurde er als Ordinarius an die Universität Innsbruck berufen, 1923/24 Dekan der medizinischen Fakultät und 1929/30 Rektor der Universität Innsbruck.[2]

Er war Mitglied der Corps Bavaria Erlangen (1895) und Corps Athesia Innsbruck (1923).[3]

Seefelder, der zuvor Mitglied der Großdeutschen Volkspartei gewesen war, trat 1933 der NSDAP und der SS bei. Aufgrund des Verbots der NSDAP während der Zeit des Austrofaschismus, in der Seefelder vom Regime als „illegaler Nationalsozialist“ verfolgt wurde, wurde der offizielle Eintritt erst im März 1938 vermerkt. Bereits im September desselben Jahres wurde Seefelder zum SS-Führer ernannt. 1939 erfolgte die Ernennung zum SS-Untersturmführer. Seefelder war zudem Mitglied des NSDÄB und im Zweiten Weltkrieg Oberstabsarzt der Wehrmacht sowie ab Jänner 1943 Oberstarzt.[2]

Aufgrund der Mitgliedschaften in NSDAP und SS wurde Seefelder 1945 in den Ruhestand entlassen. 1947 stellte er einen Antrag auf „Nachsicht der Sühnefolgen“ nach dem Verbotsgesetz mit dem Hinweis „Der Antrag geht auf Konto ÖVP“ und wurde im selben Jahr begnadigt.[2]

Im Jahr 1955 wurde in Donaustadt, dem 22. Wiener Gemeindebezirk, die Seefeldergasse nach ihm benannt.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Atlas zur Entwicklungsgeschichte des menschlichen Auges, Leipzig 1911
  • Beiträge zur Entwickelung des menschlichen Auges mit besonderer Berücksichtigung des Verschlusses der fötalen Augenspalte, 1913
  • Die angeborenen Anomalien und Mißbildungen des Auges: kritischer Literaturbericht, umfassend den Zeitraum vom Jahre 1913 - 1925, 1925
  • Das Auge des Kindes, 1927

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dissertation: Ein Beitrag zum klinischen Nachweis der Thymusdrüse
  2. a b c Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ (PDF; 4,4 MB), S. 122ff, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013
  3. Kösener Corpslisten 1960, 20, 313; 72, 195

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]