Richard Voß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Richard Voß (* 2. September 1851, Gut Neugrape, Kreis Pyritz, Pommern; † 10. Juni 1918 in Berchtesgaden) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Richard Voß, ca. 1896

Richard Voß unternahm in jungen Jahren zahlreiche Reisen, insbesondere nach Italien. Als Johanniter nahm er am Krieg von 1870 teil und wurde verwundet. Anschließend studierte er in Jena und München. Ab 1874 lebte er abwechselnd in Königssee bei Berchtesgaden und in Frascati bei Rom. In seinem Haus "Bergfrieden" in Königssee waren zahlreiche Künstler und Adelige zu Gast, ebenso in der Villa Falconieri in Frascati, die später an Wilhelm II. ging. 1884 wurde er zum Bibliothekar der Wartburg ernannt. 1878 heiratete er Melanie von Glenck. Außerdem unterhielt er homosexuelle Verhältnisse, die seinen Umgang mit höchsten Kreisen, z. B. Ernst von Wildenbruch und mit Prinz Georg von Preußen (1826-1902), problematisch machten.[1]

1916 schlug Voß vor, einen überdimensionalen bayerischen Löwen als Kriegerdenkmal in die Falkensteinerwand am Königssee zu schlagen. Um das Projekt zu verhindern, wurde der Vorläufer des heutigen Nationalparks Berchtesgaden geschaffen.

Voß starb am 10. Juni 1918 in Berchtesgaden und wurde dort auch beerdigt. Seine Grabstätte ist auf dem Alten Friedhof neben der Franziskanerkirche.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Savonarola, 1876
  • Der Mönch von Berchtesgaden, 1882
  • San Sebastian. (Collection Spemann - Deutsche Hand- und Hausbibliothek 48). Stuttgart (1883)
  • Alexandra. Drama in 4 Aufzügen, 1888
  • Bergasyl, 1891
  • Mit Weinlaub im Haar
  • Richards Junge, 1908
  • Wenn Götter lieben, Erzählung aus der Zeit des Tiberius. (2. Auflage Leipzig 1913)
  • Zwei Menschen, 1911 (Erfolgsroman mit einer Auflage von über 400.000)[2]
  • Die Erlösung, 1918
  • Aus einem phantastischen Leben. Erinnerungen, postum 1922
  • Schönheit Otto Jahnke Verlag Berlin Roman (2. Auflage 1924)
  • Unter den Borgia Otto Jahnke Verlag Berlin Roman
  • Maria Botti
  • Die Toteninsel
  • Kentaurenliebe
  • Liebesopfer
  • Amata
  • Das Wunderbare
  • Narzissenzauber

Verfilmungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Postume Ehrungen[Bearbeiten]

  • In Schönau am Königssee wurde eine Straße nach Richard Voß benannt, die von der Königsseer Straße abzweigend, kurz vor dem großen Parkplatz am Königssee, zum Ortsteil Schwöb führt.[4]
  • Im Berchtesgadener Ortsteil Mitterbach wurde zu Ehren seiner Romanfigur in Zwei Menschen eine Stichstraße zur Vorderbrandtstraße in Judith-Platter-Weg benannt.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Feulner: Richard Voß in Berchtesgaden. Berchtesgadener Anzeiger, Berchtesgaden 1998. ISBN 3-925647-22-8
  • A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit, 1929.
  • Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit - Ergänzungsband I, 1982.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in Mann für Mann. Biografisches Lexikon hg.v. B.U.Hergemöller, Frankfurt/M. 2001
  2. Irene Zanol: Die Rezeption von Richard Voss' Bestseller Zwei Menschen, Seminar-Arbeit am Ende des Wintersemesters 2009/2010, Institut für Germanistik, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, PDF-Datei mit 29 Seiten.
  3. Richard Voß, Kurzvita, online unter berchtesgaden.de
  4. Richard-Voß-Straße, siehe google.com/maps
  5. Judith-Platter-Weg, siehe google.com/maps

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Richard Voß – Quellen und Volltexte