Richard Westfall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Richard Samuel „Sam“ Westfall (* 22. April 1924 in Fort Collins, Colorado; † 21. August 1996 in Bloomington, Indiana) war ein US-amerikanischer Wissenschaftshistoriker, bekannt für seine Biographie von Isaac Newton.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Westfall war der Sohn eines Professors für englische Literatur und studierte ab 1942 an der Yale University, unterbrochen von zwei Jahren Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg. 1948 machte er seinen Bachelor-Abschluss. Er promovierte 1955 in Yale („Christianity and the Virtuosi“, die Arbeit floss in sein Buch „Science and Religion in 17. Century England“ von 1958 ein). 1952/53 lehrte er am Caltech, 1953 bis 1957 an der Iowa State University und danach bis 1963 am Grinnell College in Iowa. Ab 1963 war er an der Indiana University als Professor für Geschichte und Wissenschaftsgeschichte. 1989 emeritierte er. Er starb an einem Herzanfall.

Westfall beschäftigte sich mit der Wissenschaftsgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts. Er ist der Verfasser der bis heute (2008) maßgeblichen Newton-Biographie. An der Biographie hatte er 20 Jahre gearbeitet. Er stellt darin zwar auch die teilweise neurotischen Züge von Newtons Persönlichkeit heraus, konzentriert seine Darstellung aber auf den Wissenschaftler Newton, den er für die bedeutendste Persönlichkeit der westeuropäischen Zivilisation hält.[1]

Im Rahmen eines Forschungsprojekts über die sozialen Verbindungen von Wissenschaftlern im 16. und 17. Jahrhundert in Europa stellte er eine Sammlung von Biographien von 600 Wissenschaftlern zusammen, die beim Galileo Project über das World Wide Web zugänglich sind.

1985 erhielt er die George-Sarton-Medaille. Er war Fellow der American Academy of Arts and Sciences und der Royal Society of Literature. 1977/78 war er Präsident der History of Science Society.

Er war verheiratet, hatte einen Sohn und zwei Töchter.

Schriften[Bearbeiten]

  • Never at Rest: a biography of Isaac Newton, Cambridge University Press 1980 (seine Biographie erhielt 1983 den Pfizer-Preis und 1982 den Leo Gershoy Award)
  • The Life of Isaac Newton, 1993 (verkürzte Version von „Never at Rest“)
  • The Construction of Modern Science: Mechanism and Mechanics, John Wiley, 1971, Cambridge University Press 1978
  • Force in Newton’s Physics: the Science of Dynamics in the Seventeenth Century, 1971 (gewann 1972 den Pfizer Preis)
  • Science and religion in 17. Century England, 1958, 1973
  • Essays on the Trial of Galileo, 1989
  • Science and Patronage: Galileo and the Telescope, Isis, Bd. 76, 1985, S.11–30 (gewann den Derek Price Preis 1987)

Literatur[Bearbeiten]

  • Margaret J. Osler, Paul Lawrence Farber (Hrsg.): Religion, Science, and Worldview: Essays in Honor of Richard S. Westfall, Cambridge University Press 1985, ISBN 0-521-30452-0

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nachruf auf Westfall in der New York Times am 1. September 1996, mit Interview-Zitaten von I. Bernhard Cohen und anderen