Richard de Clare, 5. Earl of Hertford

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Wappen von Richard de Clare, 5. Earl of Hertford

Richard de Clare, 5. Earl of Hertford und 2. Earl of Gloucester (* 4. August 1222; † 15. Juli 1262 in Waltham) war ein englischer Peer. Er war ein Sohn von Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford und 1. Earl of Gloucester, und der Isabel Marshal.

Richard folgte seinem 1230 gestorbenen Vater in den Familienbesitzungen nach, von seiner Mutter erhielt er ein Fünftel des Marshal-Erbes, darunter größere Ländereien in Irland um Kilkenny. Während seiner Unmündigkeit führte zunächst Hubert de Burgh, 1. Earl of Kent, und anschließend die Krone die Vormundschaft über ihn. Richard stand im höfischen Geist seiner Zeit und war als erfolgreicher Turnierkämpfer und Protektor höfischer Kultur bekannt. Politisch war er in England einer der führenden englischen Barone, die sich gegen den Einfluss auswärtiger Favoriten, der so genannten „Poitevins“, am Hof König Heinrichs III. stellten. Eine besondere Feindschaft verband ihn mit dem königlichen Halbbruder William de Valence, 1. Earl of Pembroke, der aus dem französischen Poitou stammte. Als Demonstration seiner Gesinnung unternahm er 1249 eine Pilgerreise an das Grab des jüngst heiliggesprochenen Edmund Rich, Erzbischof von Canterbury, im Kloster Pontigny, der zu den ersten Gegnern der Poitevins gehört hatte.

In den folgenden Jahren übernahm Richard gemeinsam mit Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, die Führung der Opposition der Barone gegen den König. Im Juli 1258 war er maßgeblich an der Ausarbeitung der Provisions of Oxford (Mad Parlament) beteiligt, welche die Macht des Königs beschnitt und die Enteignung der „Poitevins“ besiegelten. Noch im selben Monat erkrankten Richard wie auch sein jüngerer Bruder William, der schließlich auch starb. Beide waren das Opfer eines Giftattentats, das durch William de Valence und seinen Anhängern geplant und durch Richards verräterischen Steward, Walter de Scotenay, ausgeführt worden war. Richard überlebte, wenngleich er durch das Gift seine Haare wie auch Fingernägel verlor. Die Poitevins büßten dadurch ihren letzten Rückhalt ein und wurden aus England verbannt.

König Heinrich III. aber beabsichtigte, mit der Unterstützung des Papstes eine Revision der Provisions of Oxford zu erwirken, was einen regelrechten Bürgerkrieg („Second Baron’s War“) in England provozierte. Richard versuchte dabei, besonders den Kronprinzen Edward Plantagenet für die Sache der Barone zu gewinnen, was ihm zeitweilig auch gelang. Aber ab dem Frühjahr 1261 schien sich die Waage zugunsten des Königs zu neigen, nachdem er die Kontrolle über London und den Tower erlangt hatte. Nachdem der König auf einem neuen Parlament in Winchester die Provisions formell aufgekündigt hatte, wechselte Richard auf dessen Seite über. Im Juli 1262 starb Richard überraschend in Waltham bei Canterbury. Gerüchten zufolge sei er bei einem Gastmahl des Peter von Savoyen, einem weiteren Poitevin, zum zweiten und dieses Mal erfolgreich vergiftet worden. Bestattet wurde Richard zunächst im Chor der Kirche von Tonbridge, aber nur wenige Tage darauf wurde sein Leichnam in die Tewkesbury Abbey, die traditionelle Grablege seiner Familie, überführt.

Richard heiratete im Frühjahr 1237 Margaret de Burgh, die Tochter seines ehemaligen Vormundes Hubert de Burgh, 1. Earl of Kent. Die Ehe geschah ohne die Einwilligung des Königs, weshalb sie als illegitim betrachtet wurde. Margaret de Burgh starb schon im November 1237. In zweiter Ehe heiratete Richard bereits 1238 Maud de Lacy, Tochter von John de Lacy, 1. Earl of Lincoln; ihre Kinder waren:

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Vorgänger Amt Nachfolger
Gilbert de Clare Earl of Hertford
Earl of Gloucester

1230–1262
Gilbert „the Red“ de Clare