Richard von Bienerth-Schmerling

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Richard von Bienerth (1905)

Richard Freiherr von Bienerth, ab 1915 Graf von Bienerth-Schmerling (* 2. März 1863 in Verona; † 3. Juni 1918 in Wien), war österreichischer Beamter, Minister und Ministerpräsident.

Leben[Bearbeiten]

Er war Sohn des österreichischen Feldmarschallleutnants Karl von Bienerth (1825–1882) und, mütterlicherseits, Enkel des Staatsministers und späteren Präsidenten des Obersten Gerichts- und Kassationshofes Anton von Schmerling (1805−1893).

Bienerth trat seinen Staatsdienst 1884 in der steiermärkischen Statthalterei an, machte ab 1886 eine Beamtenkarriere im Unterrichtsministerium in Wien, war von 1899 bis 1905 Vizepräsident im niederösterreichischen Landesschulrat, übernahm am 11. September 1905 als Sektionschef im Kabinett Paul Gautsch die Leitung des Unterrichtsministeriums, die er auch im kurzlebigen Ministerium Konrad zu Hohenlohe-Schillingsfürst innehatte. Im Kabinett Max Wladimir von Beck war er dann vom 2. Juni 1906 bis 15. November 1908 Innenminister und wirkte unter anderem an der Wahlrechtsreform (Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts) von 1907 mit. Nach dem Fall von Beck ernannte ihn Kaiser Franz Joseph I. zum Ministerpräsidenten, ein Amt, das er vom 15. November 1908 bis zum 28. Juni 1911 bekleidete. Nach dem Verlust der parlamentarischen Arbeitsmehrheit für die Regierung nach den Reichsratswahlen vom Juni 1911, die den Christlichsozialen und dem Polenklub starke Mandatsverluste brachte, trat er als Ministerpräsident zurück und diente dem Staat als Statthalter von Niederösterreich – in Nachfolge von Erich Kielmansegg und trotz Ausbruchs einer unheilbaren Krankheit – bis zum 28. November 1915 weiter. Gleichzeitig mit seinem Rücktritt als Statthalter erhob ihn der Kaiser in den Grafenstand.

Richard von Bienerth-Schmerling wurde in Wien auf dem Hietzinger Friedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 5, Nummer 52) bestattet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]