Richie Havens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Richie Havens 1972 in Hamburg

Richard Pierce „Richie“ Havens (* 21. Januar 1941 in Brooklyn, New York City; † 22. April 2013 in Jersey City, New Jersey) war ein US-amerikanischer Folk-Sänger.

Biografie[Bearbeiten]

Geboren wurde Richie Havens als ältestes von neun Kindern in Bedford-Stuyvesant, einem Bezirk von Brooklyn, in eine Künstlerfamilie. Sein Vater war Pianist. Beginnend mit vierzehn Jahren sang Richie Havens in verschiedenen Gospel-Formationen, unter anderem bei den McCrea Gospel Singers, was seinen späteren Stil als Musiker stark beeinflusste. Außer seiner Begeisterung für die Musik zeigte Havens auch ein Talent zum Maler, das er als Porträtzeichner in den Straßen von Greenwich Village einige Jahre dazu nutzte, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Aufstieg[Bearbeiten]

Richie Havens 1969 bei der Eröffnung des Woodstock-Festivals

Dort in Greenwich Village war Richie Havens regelmäßig in der Folk-Szene anzutreffen, die auch andere berühmte Sänger wie Joan Baez und Bob Dylan hervorbrachte. Als Schwarzer war er auf dem von Weißen dominierten Gebiet des Folk eine Ausnahme.

Seine ersten beiden Alben hatte er beim britischen Musiklabel Douglas herausgebracht. Durch seinen Auftritt beim Woodstock-Festival gelangte er dann zu plötzlicher Berühmtheit. Um 17:07 eröffnete er das Festival. Die ganze Zeit über erhielt er Beifall, er spielte so lange Zugaben, bis ihm die Songs ausgingen. Darauf entschloss er sich, eine Version des Spirituals Motherless Child (engl., sinngemäß für Kind ohne Mutter) zu improvisieren, der er eine Strophe, bei der er immer wieder das Wort Freedom (engl. für Freiheit) wiederholte, hinzufügte. Dieser Song wurde ein internationaler Hit. Die Darstellung im Film Woodstock, Havens habe insgesamt 3 Stunden gespielt, ist jedoch falsch. Tatsächlich spielte er 11 Songs in 45 Minuten.[1]

Weiterhin wurde Havens durch die Interpretation von Songs anderer Künstler bekannt, vor allem von Bob Dylan und The Beatles. Obgleich er selbst relativ viele Lieder schrieb, feierte er seine größten Erfolge meistens mit diesen Interpretationen. So auch mit der 1980er Coverversion des Lamont-Dozier-Songs Going back to my roots.

Weiteres Wirken[Bearbeiten]

Richie Havens bei einem Auftritt im Jahr 2006

1972 gründete Richie Havens sein eigenes Plattenlabel mit dem Namen Stormy Forest, auf dem einige seiner Alben erschienen. 1978 sang er zwei Stücke auf Steve Hacketts Platte Please Don’t Touch!.

Ab Ende der 1970er Jahre wurden die Neuerscheinungen unregelmäßiger. In dieser Zeit begann er auch seinen anderen künstlerischen Begabungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er galt unter anderem als ein anerkannter Schauspieler, Schriftsteller, Maler und Bildhauer. Einen weiteren markanten Punkt seiner Karriere erlebte er im Jahr 1993, als er bei der Amtseinführung des US-Präsidenten Bill Clinton auftrat. Überdies war er in einer Gastrolle in einer Folge der amerikanischen Sitcom Eine schrecklich nette Familie zu sehen; zudem spielte er drei Titel für die Soundtracks der erfolgreichen PC-Spiele-Reihe Tex Murphy: Pandora Directive sowie Tex Murphy: Overseer ein (Tex’s Lament, Trying to try, Slow Down).

In der Mitte der siebziger Jahre half Richie Havens, das Northwinds Undersea Institute, ein Museum für Ozeanographie, ins Leben zu rufen. Sein Engagement für den Umweltschutz bewies er auch mit der Gründung der Umweltschutzorganisation Natural Guard im Jahr 1990. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche zum Engagement für den Umweltschutz zu motivieren.

Havens starb im Alter von 72 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Stil[Bearbeiten]

Charakteristisch war sein Gitarrenspiel mit offener D-Stimmung. Akkorde spielte er meist mit dem Daumen. Er setzte die Gitarre wie ein Perkussionsinstrument ein.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[3]
Electric Havens
  US 192 1966
Mixed Bag
  US 182 1967
Something Else Again
  US 184 1968
Richard P. Havens, 1983
  US 80 1969
Stonehenge
  US 155 1970
Alarm Clock
  US 29 1971
The Great Blind Degree
  US 126 1971
Richie Havens on Stage
  US 55 1972
Portfolio
  US 182 1973
Mixed Bag II
  US 186 1974
The End of the Beginning
  US 157 1976
Simple Things[2]
  US 173 24.10.1987
Singles[4]
Here Comes the Sun
  US 16 1971 (14 Wo.)
  • 1965 – Richie Havens’ Record
  • 1966 – Electric Havens
  • 1967 – Mixed Bag
  • 1968 – Something Else Again
  • 1969 – Richard P. Havens 1983
  • 1970 – Indian Rope Man
  • 1970 – Stonehenge
  • 1971 – A State Of Mind
  • 1971 – Alarm Clock
  • 1971 – The Great Blind Degree
  • 1972 – On Stage
  • 1973 – Portfolio
  • 1974 – Mixed Bag II
  • 1976 – The End Of The Beginning
  • 1977 – Mirage
  • 1980 – Connections
  • 1983 – Common Ground
  • 1987 – Simple Things
  • 1987 – Sings Beatles And Dylan
  • 1987 – Collection
  • 1990 – Live At The Cellar Door
  • 1991 – Now
  • 1993 – Resume
  • 1994 – Cuts To The Chase
  • 1995 – The Classics
  • 1999 – Time
  • 2000 – Best Of
  • 2002 – Wishing Well
  • 2004 – High Flyin’ Bird: The Verve Forecast Years
  • 2004 – Dreaming As One: The A&M Years
  • 2004 – Grace Of The Sun
  • 2005 – Connection
  • 2006 – Classics
  • 2008 – Nobody Left To Crown

Literatur[Bearbeiten]

  • Richie Havens: They Can’t Hide Us Anymore. HarperCollins, 2002, ISBN 0-380-80378-X (Autobiographie)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richie Havens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Legende vom ewigen Woodstock, Die Welt, 23. April 2013.
  2. Chartplatzierung Simple Things, abgerufen am 23. April 2013.
  3. Chartplatzierungen Alben, abgerufen am 23. April 2013.
  4. Chartplatzierungen Singles, abgerufen am 23. April 2013.