Richterich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Richterich (Begriffsklärung) aufgeführt.

50.8086111111116.0625186Koordinaten: 50° 48′ 31″ N, 6° 3′ 45″ O

Richterich
Stadt Aachen
Wappen von Richterich
Höhe: 186 m
Fläche: 13,18 km²
Einwohner: 8701 (2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 660 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Vorwahl: 0241

Richterich ist ein Stadtbezirk der Stadt Aachen und liegt als Vorort nordwestlich der Stadt. Zu Richterich gehören die Ortschaften Horbach und Huf. Es grenzt an den Aachener Stadtteil Laurensberg, den Herzogenrather Stadtteil Kohlscheid und die niederländische Provinz Limburg. Es wird vermutet, dass die Geschichte von Richterich und Horbach lange zurückreicht, da der Name auf eine keltische Siedlung hinweist. Für die römische Zeit ist die Bezeichnung recteriacum bezeugt.

Gebäude und Geschichte[Bearbeiten]

St. Martin

Zu den bedeutendsten Bauwerken gehören die im Jahr 1791 eingeweihte Kirche St. Martinus, das Schloss Schönau und die Wasserburg Haus Heyden in Horbach. In St. Martinus befindet sich die historische Maaß-Orgel von 1836. Sie ist zugleich die älteste Orgel in Aachen. Schloss Schönau beherbergt heute ein Restaurant und steht den Bürgern als kulturelles Zentrum mit verschiedenen Veranstaltungen zur Verfügung, während Haus Heyden heute zu Wohnzwecken genutzt wird. Neben einigen Wohnhäusern aus dem 18. Jahrhundert im alten Dorfkern gibt es einige gut erhaltene alte Gutshöfe, so etwa das Gut Bau (um 1750, die Jahreszahl 1758 im Torbogen bezeichnet nur den Bau des Torgebäudes) oder den Zehnthof, beides in der Grünenthaler Straße. Von 1911 bis 1927 förderte die Grube Carl Friedrich als südlichstes Bergwerk des Wurmreviers Steinkohle. Die Belegschaft betrug bis zu etwa 500 Mann. Die Förderung wurde wegen der ungünstigen tektonischen Verhältnisse und der qualitativ schlechten Kohle nach nur 16 Jahren eingestellt.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde Richterich nach Aachen eingemeindet. Ein Teil der Gemeinde mit 1119 Einwohnern (Bank und Wilsberg) wurde nach Herzogenrath umgegliedert.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenanbindung[Bearbeiten]

Durch Richterich führt die Bundesautobahn 4 deren Anschlussstelle Laurensberg in unmittelbarer Nähe liegt. Ebenfalls durch Richterich führen die Landesstraßen L231 und L232

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Richterich hatte früher einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und einen Abzweig zur Bahnstrecke Aachen–Maastricht über Vetschau. Der Personenverkehr für den Bahnhof Richterich wurde 1966 aufgegeben. 1992 wurde die Strecke nach Simpelveld stillgelegt und in Vetschau auf einer Länge von wenigen hundert Metern demontiert. Die Weiche des Abzweiges wurde ausgebaut. Heute befindet sich in Richterich nur noch eine Überleitstelle.

Zukunft[Bearbeiten]

Es ist geplant, an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach erneut einen Haltepunkt zu errichten, der durch die Euregiobahn bedient werden soll.[3]. Voraussetzung ist die geplante Elektrifizierung der Euregiobahn. Für den Haltepunkt wurde von der Stadt Aachen, dem Aachener Verkehrsverbund, der Nahverkehr Rheinland und der Deutsche Bahn Station & Service im Jahr 2013 eine Machbarkeitsstudie für die sog. „Nordvariante“ in Auftrag gegeben als Ergänzung zu einer bereits 2008 angefertigten Studie für eine „Südvariante“. Dazu fand eine Bürgerinformation statt.[4] Der Bau des Haltepunktes Richterich, die Umgestaltung des Bahnhofs Aachen West sowie den Umbau des Haltepunkts Eilendorf werden im Ramen des EU-Projektes Citizens’ Rail mit insgesamt 550.000 Euro bezuschusst.[5]

ÖPNV[Bearbeiten]

Der Linienverkehr in Richterich erfolgt ausschließlich durch Busse. Hier halten Fahrzeuge der AVV-Linien 7, 17, 27, 44, 47, 70, 77 und 80, sowie der Nachtbuslinie N2.

Schulen[Bearbeiten]

In Richterich befinden sich zwei Grundschulen, die GGS Richterich und in Horbach die KGS Horbach.

Kindergärten[Bearbeiten]

In Richterich gibt es vier Kindergärten, die städtischen Kindergärten Parkstraße, Richtericher Straße und Grünenthaler Straße sowie den katholischen Kindergarten St. Martinus, zwischen diesem und der RWTH Aachen existiert seit 2005 ein Kooperationsvertrag.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

In Richterich gibt es einige Sportvereine. Dazu gehören Rhenania Richterich, der SV Horbach 1919, der Turnverein Richterich 1885 e. V., der Angelsportverein Richterich und der Angelsportverein Horbach.

Es gibt auch zwei Karnevalsvereine, die 1. K.G. Koe Jonge Richterich 1956 e. V. und die K. G. Horbacher Freunde 1998 e.V., einen Schützenverein, die St. Hubertus Schützenbruderschaft Richterich 1816 e.V. und den Instrumentalverein Richterich 1887 e. V.

Ebenfalls existiert seit 1901 die Freiwillige Feuerwehr - Löschzug Richterich.

Ebenfalls in Richterich gelegen ist der Paintballpark Aachen, der das größte Woodland-Spielfeld in Nordrhein-Westfalen mit über 10.000 m² hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstand. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  3. Neuer Bahnhof in Richterich: Die Bürger sind gefragt. In: Aachener Zeitung. Zeitungsverlag Aachen GmbH, 21. Juni 2013, abgerufen am 21. Oktober 2013.
  4. Dez. III / FB 61/30: Vorlage - FB 61/0086/WP17. Euregiobahn, Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Haltepunkt Richterich. Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, 10. November 2014, abgerufen am 18. Februar 2015.
  5. Aachen will an Bahnhöfen arbeiten auf aachener-zeitung.de, abgerufen am 1. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richterich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Richterich – Reiseführer