Richtfeuer

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Leuchtturm Bremerhaven als Oberfeuer
Ober- und Unterfeuer in der Moreton Bay nahe Brisbane. Aktuelle Schiffsposition ist leicht steuerbord der Richtlinie.

Richtfeuer sind ein Untertyp der Leuchtfeuer und werden dazu verwendet, einem Wasserfahrzeug ein Fahrwasser anzuzeigen.

Richtfeuer bestehen meistens aus zwei Leuchtfeuern, dem Ober- und dem Unterfeuer; in seltenen Fällen kommt ein Mittelfeuer hinzu. Normalerweise sind die Feuerträger so konstruiert, dass eine gewisse Zugehörigkeit zueinander auch aus größerer Entfernung erkennbar ist. Sie werden so positioniert, dass man von einem Schiff in sicherem Fahrwasser beide Leuchtfeuer in Deckpeilung sieht, sie also genau übereinander stehend erscheinen. Die so bezeichnete Kurslinie wird als Richtfeuerlinie bezeichnet.

In vielen Fällen ist das Unterfeuer kleiner und steht näher an einer Fahrrinne als das weiter entfernte Oberfeuer, das dann größer ist oder an einem höheren Standort aufgestellt wird. Um auch nachts die Zusammengehörigkeit der beiden Feuer zu verdeutlichen, werden normalerweise aufeinander abgestimmte und „gleichgängige“ oder wenigstens synchronisierte Kennungen verwendet; z. B. Oberfeuer Oc 6s, Unterfeuer Oc 3s, d. h., das Oberfeuer wird alle sechs, das Unterfeuer alle drei Sekunden kurz unterbrochen, und zwar so, dass die Unterbrechungen des Oberfeuers jeweils genau mit einer Unterbrechung des Unterfeuers zusammenfallen. Die Farbe und die Tragweiten der beiden Feuer sind normalerweise gleich; die Farbe ist oft grün oder rot, je nach dem, auf welcher Seite des Fahrwassers die Feuer stehen. Die Kennungen sowie die genaue Ausrichtung der Richtfeuerlinien werden in Seekarten vermerkt.

Fahren ein- und auslaufende Schiffe jeweils leicht versetzt nach Steuerbord von dieser Linie, können Kollisionen vermieden werden, ohne weitere technische Hilfsmittel einsetzen zu müssen.

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