Rick Wakeman

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Rick Wakeman 2012


Rick Wakeman (* 18. Mai 1949 in Middlesex, heute Perivale, London; eigentlich Richard Christopher Wakeman) ist ein britischer Musiker. Er gilt als einer der wichtigsten Keyboarder des Progressive Rock.

Wakemans Pionierleistungen bei der Etablierung des Mellotrons sowie seine klassische Klavierausbildung beeinflussten den Sound seiner Stammband Yes in den frühen 1970er Jahren entscheidend. Sein besonderes Verhältnis zu Yes wird daran deutlich, dass kein anderer die Band so oft verließ und sich ihr später wieder anschloss wie er, der insgesamt fünf Neueinstiege zu verbuchen hat. Charakteristisch und oft imitiert ist auch sein Bühnenauftreten, meist im Glitzercape, das sich bis in heutige Konzerttourneen hinein erhalten hat.

Biographie[Bearbeiten]

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Wakeman wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf und beherrscht neben zahlreichen Tasteninstrumenten auch die Klarinette und das Saxophon. Als Schüler spielte er mit seinem Cousin Alan Wakeman Traditional Jazz. 1970 schloss er sich den Strawbs an und war sowohl an deren Live-Produktion Just a Collection of Antiques and Curios als auch am nachfolgenden Album From the Witchwood (1971) beteiligt. Im selben Jahr wurde er Mitglied von Yes und begann zugleich eine Solokarriere.

Nach dem Zerfall seiner ersten eigenen Band The English Rock Ensemble wollte er in den späten siebziger Jahren mit Bill Bruford und John Wetton zusammenarbeiten, was aber nicht zustande kam. Bruford und Wetton gründeten daraufhin UK. Um 1980 versuchte das Label Geffen, eine Supergroup mit Rick Wakeman, John Wetton, Carl Palmer und Trevor Rabin zusammenzustellen, aber als Wakeman ablehnte, wurde der Plan fallengelassen. Wakeman hat danach, abgesehen von Yes (und Anderson, Bruford, Wakeman, Howe), in keiner Band mehr gespielt. Einen kreativen und finanziellen Beitrag leistete Wakeman zur Erfindung des Birotrons, das er gemeinsam mit David Biro entwarf. Dabei handelt es sich um ein elektromechanisches Tasteninstrument, das im Gegensatz zum tonbandbasierten Mellotron auf einer 8-Spur-Kassette beruhte, die über Endlosschleifen das Halten eines Tones über eine längere Dauer als sieben Sekunden ermöglichte. Musikalisch konnte sich das Birotron allerdings nicht durchsetzen.

Über das Engagement bei Yes hinaus verfügt Wakeman über eine außergewöhnlich umfangreiche Solo-Diskographie: Alleine unter seinem Namen wurden über 90 Alben veröffentlicht. Davon sind die Aufnahmen aus der 1970er-Ära stilistisch am ehesten mit den zuvor erschienenen Yes-Alben vergleichbar. Zu den populärsten Veröffentlichungen, die teilweise auch unter Mitwirkung diverser Yes-Musiker entstanden, zählen hierbei The Six Wives of Henry VIII (1973), Journey to the Centre of the Earth (1974), The Myths and Legends of King Arthur and the Knights of the Round Table (1975) sowie Criminal Record (1977).

Das Spektrum seiner weiteren Werke umfasst mehrere Filmmusiken, Pop/Rock-Alben, zahlreiche synthesizer- und klavierlastige New-Age-Kompositionen, einige Live-Einspielungen mit Orchester sowie Annäherungsversuche an die Weltmusik. Mitte der 1990er kam es zu mehreren Koproduktionen mit seinem zweitältesten Sohn Adam, ebenfalls Keyboarder. Auch sein ältester Sohn Oliver arbeitet mit Musikern aus dem Progressive-Rock-Umfeld zusammen (Steve Howe, Arjen Lucassen, Clive Nolan).

In seiner mit typisch englischem Humor verfassten Autobiographie Say Yes schildert Wakeman das Auf und Ab seiner Karriere: Die Anfänge im Konservatorium, die Zeit als gesuchter Studiopianist und seines ersten Engagements bei den Strawbs, die krisenreichen Jahre mit den Individualisten bei Yes und schließlich die pompös inszenierten Solotourneen mit Chor und Orchester (bis hin zur Eislaufrevue im tropischen Brasilien), die ihn regelmäßig in den finanziellen Ruin trieben. In seinen frühen Jahren bekannt als einer der partyfreudigsten Rockmusiker, hatte Wakeman infolge seiner Trinkgewohnheiten schon früh Herzprobleme, 1975 erlitt er einen Herzinfarkt.

Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Sir Andrew Lloyd Webber um die Urheberschaft der berühmtem Eröffnungsakkorde des Musicals Das Phantom der Oper (1986), die fast identisch sind mit Teilen der Wakeman Instrumental-Komposition Judas Iscariot (aus dessen 1977 erschienenem Album Criminal Record), lehnte er humorvoll ab, denn (Zitat Wakemans aus einem Interview während seiner 'Grumpy Old Picture Show Tour') "jeder, der Ohren hat, weiß, woher die Phantom of the Opera-Akkorde stammen. Ich denke, mein Freund Tim Rice ist die Verbindung zwischen beiden Liedern. Außerdem heißt mein Album ja Criminal Record – da kann ich sowieso nichts machen".

Auch als Sessionmusiker konnte er sich über seine Szene hinaus einen Namen machen, so arbeitete er etwa mit David Bowie (u. a. Space Oddity und Life On Mars), Marc Bolan & T.Rex (u. a. Get It On) und Cat Stevens (u. a. Morning Has Broken aus dem Album Teaser and the Firecat) zusammen.

Privates[Bearbeiten]

Seit den 1970er Jahren ist Wakeman gläubiger Christ und Mitglied in einer englischen lutherischen Freikirche. Rick Wakeman ist seit 2007 ein Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Loge, Chelsea Lodge No.3098, ist in London ansässig.[1]

Diskographie[Bearbeiten]

Mit Yes

siehe Yes

Mit Anderson, Bruford, Wakeman, Howe

siehe Anderson, Bruford, Wakeman, Howe

Solo
  1. 1971 Piano Vibrations
  2. 1973 The Six Wives of Henry VIII
  3. 1974 Journey to the Centre of the Earth
  4. 1975 The Myths and Legends of King Arthur and the Knights of the Round Table
  5. 1975 Lisztomania
  6. 1976 No Earthly Connection
  7. 1977 Rick Wakeman's Criminal Record
  8. 1977 White Rock (Soundtrack zu den Olympischen Winterspielen 1976/77)
  9. 1978 The Royal Philharmonic Orchestra Performs the Best Known Works of Rick Wakeman
  10. 1979 Rhapsodies
  11. 1981 The Burning (Soundtrack)
  12. 1981 1984
  13. 1982 Rock ’N’ Roll Prophet
  14. 1983 Cost of Living (Soundtrack)
  15. 1983 G'ole! (Soundtrack zu einem Film über die Fußball-Weltmeisterschaft 1982)
  16. 1984 Black Knights at the Court of Ferdinand IV
  17. 1984 Crimes of Passion (Soundtrack)
  18. 1985 Silent Nights
  19. 1985 Live at Hammersmith
  20. 1986 Country Airs
  21. 1987 The Gospels
  22. 1987 The Family Album
  23. 1988 Time Machine
  24. 1988 Suite of Gods
  25. 1988 Zodiaque
  26. 1989 Sea Airs
  27. 1990 Night Airs
  28. 1990 Phantom Power (Soundtrack)
  29. 1990 In the Beginning
  30. 1991 Rock’n’Roll Prophet Plus (Neuauflage von Rock’n’Roll Prophet mit vier neuen Liedern)
  31. 1991 Suntrilogy
    1. Aspirant Sunset
    2. Aspirant Sunrise
    3. Aspirant Shadows
  32. 1991 The Classical Connection (Neuaufnahmen)
  33. 1991 2000 A.D. Into the Future
  34. 1991 African Bach
  35. 1991 Softsword: King John and the Magna Charter
  36. 1992 Best Works Collections (Compilation)
  37. 1993 Heritage Suite
  38. 1993 Classic Tracks
  39. 1993 Wakeman with Wakeman
  40. 1993 No Expense Spared
  41. 1993 The Classical Connection II (Neuaufnahmen, Coverversionen und ein Outtake aus The Six Wives of Henry VIII.)
  42. 1993 Prayers
  43. 1994 Wakeman with Wakeman: The Official Bootleg (live)
  44. 1994 Live on the Test (Liveaufnahmen aus dem Jahr 1976)
  45. 1994 Rick Wakeman’s Greatest Hits (Neuaufnahmen auch von Yes-Stücken)
  46. 1995 The Piano Album (live)
  47. 1995 Seven Wonders of the World
  48. 1995 Cirque Surreal
  49. 1995 Romance of the Victorian Age
  50. 1995 King Biscuit Flower Hour – In Concert (Liveaufnahmen von 1975)
  51. 1995 Visions
  52. 1995 Simply Acoustic (auch veröffentlicht als The Piano Album)
  53. 1995 The Private Collection (Compilation)
  54. 1995 Almost Live in Europe (Live)
  55. 1995 Rock & Pop Legends Rick Wakeman (Live)
  56. 1996 Fields of Green
  57. 1996 Voyage (Compilation)
  58. 1996 The New Gospels
  59. 1996 Tapestries
  60. 1996 The Word and Music
  61. 1996 Orisons
  62. 1996 Can You Hear Me?
  63. 1996 Vignettes
  64. 1997 Tribute (Beatles-Coverversionen)
  65. 1998 Themes
  66. 1999 Return to the Centre of the Earth
  67. 1999 The Natural World Trilogy
  68. 1999 The Art in Music Trilogy
  69. 1999 White Rock II
  70. 1999 Stella Bianca alla corte de Re Ferdinando
  71. 2000 Recollections: The Very Best of Rick Wakeman 1973–1979 (Compilation)
  72. 2000 Preludes to a Century
  73. 2000 Chronicles of Man
  74. 2000 Christmas Variations
  75. 2000 Rick Wakeman Live in Concert 2000 (Live)
  76. 2001 Out of the Blue
  77. 2001 Classical Variations
  78. 2001 Two Sides of Yes
  79. 2002 The Wizard and the Forest of All Dreams
  80. 2002 Wakeman & Cousins – Hummingbird
  81. 2002 The Yes Piano Variations
  82. 2002 Two Sides of Yes – Volume 2
  83. 2003 Out There
  84. 2005 Wakeman & Cousins – Live
  85. 2006 Retro
  86. 2007 Retro 2
  87. 2009 The Six Wives of Henry VIII: Live at Hampton Court Palace
  88. 2010 Always With You
  89. 2010 Past, Present and Future
  90. 2010 The Living Tree (mit Jon Anderson)

Autobiografie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rick Wakeman Freimaurer auf der Homepage von: freemasonsfordummies.blogspot.de/ (Abgerufen am 16.November 2012)

Weblinks[Bearbeiten]