Rickenbach (Hotzenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rickenbach
Rickenbach (Hotzenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rickenbach hervorgehoben
47.6202777777787.9783333333333696Koordinaten: 47° 37′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 696 m ü. NHN
Fläche: 34,65 km²
Einwohner: 3844 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79736
Vorwahl: 07765
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 090
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 7
79736 Rickenbach
Webpräsenz: www.rickenbach.de
Bürgermeister (Amtsverweser): Dietmar Zäpernick
Lage der Gemeinde Rickenbach im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Rickenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg. Seit 2008 ist Rickenbach Luftkurort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Rickenbach liegt im Vorderen Hotzenwald am Südrand des Schwarzwaldes zum Hochrhein. Die hügelige Hochebene wird durch das steilwandige Tal getrennt, das das Flüsschen Murg durchfließt. Wälder mit hohem Fichtenanteil werden durch Wiesen, Ackerland und Weiden unterbrochen. Bei klarer Sicht kann man bis zur Alpenkette sehen (Foto). Das Gemeindegebiet liegt etwa zwischen 700 und 900 Meter über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Herrischried, im Osten an Görwihl und die Stadt Laufenburg, im Süden an Murg und Bad Säckingen und im Westen an die Stadt Wehr.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rickenbach besteht aus sechs ehemals selbständigen Ortsteilen mit insgesamt 13 Ortschaften. Zur heutigen Gemeinde gehören Rickenbach, Altenschwand mit Glashütten und Strick, Hottingen, Willaringen mit Egg, Jungholz, Lehnhof, Schweikhof, Wieladingen und Wickartsmühle, Bergalingen und Hütten mit Rüttehof.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Rickenbach entstand erst 1975 im Zuge der Gemeindereform durch den Zusammenschluss der Gemeinden Bergalingen, Hottingen, Rickenbach und Willaringen. Altenschwand und Hütten hatten sich bereits 1973 an Rickenbach angeschlossen. Rickenbach und seine Ortsteile können auf eine Siedlungsgeschichte zurückblicken, die meist in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreicht.

Der Ort Rickenbach wurde erstmals 1257 erwähnt und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Orte des südwestlichen Hotzenwaldes. Als Pfarrort war Rickenbach das Zentrum eines ausgedehnten Kirchspieles. Bis zur Gründung des Landes Baden im Jahre 1805 gehörte der Ort als Einungs- und Gerichtsort zur Grafschaft Hauenstein.

Altenschwand entstand als Streusiedlung und wurde um 1300 erstmals urkundlich erwähnt. Mit seinem Weiler Glashütten ist es eine der ältesten Glasmachersiedlungen des Schwarzwaldes.

Die Gemarkung Bergalingen war vermutlich schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Das heutige Dorf hat seine Ursprünge im 13. Jahrhundert.

Aus derselben Zeit stammen auch die ersten urkundlichen Hinweise auf die aus Einzelhöfen hervorgegangenen Siedlungen Hütten und Rüttehof, wobei Hütten bis 1973 eine eigenständige Gemeinde war.

Hottingen, die Kapelle und das Gasthaus Sonne

Ein erster Hinweis auf Hottingen findet sich erst im Jahr 1416.

Zu Willaringen zählen mit den Streusiedlungen Egg, Jungholz, Schweikhof, Wieladingen und Wickartsmühle eine Reihe recht unterschiedlicher Weiler. Wieladingen, Schweikhof, Egg und Jungholz sind die ältesten urkundlich nachweisbaren Siedlungen der Gegend. Sie entstanden bereits zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert als Rodungssiedlungen des Klosters in Säckingen. Bis ins 14. Jahrhundert wurden die Ortschaften von den Rittern von Wieladingen auf der dortigen Burg verwaltet. Nachdem das Rittergeschlecht verarmte und die Region verließ, kam Willaringen mit seinen Weilern zur Einung Rickenbach.
siehe auch Burgruine Wieladingen

Die heutige Gemeinde wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Rickenbach, Bergalingen und Willaringen neu gebildet. Ebenfalls am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hottingen nach Rickenbach eingemeindet. Bereits am 1. Januar 1973 wurden Altenschwand und Hütten [3] eingemeindet.

Wappen der früheren Gemeinden

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bad Säckingen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 15 Mitglieder an.

FW CDU Grüne
8 Sitze 5 Sitze 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 1983 bis April 2007 war das CDU-Mitglied Georg Keller Bürgermeister. Keller ist seit 2013 Präsident des Schwarzwaldvereins. Seit dem 2. Mai 2007 war Norbert Moosmann im Amt. Zwischen ihm und dem Gemeinderat kam es jedoch gehäuft zu Spannungen. Seit Sommer 2010 war Moosmann bis auf wenige Tage durchgehend krankgeschrieben. Zum 1. März 2012 versetzte das Landratsamt den Bürgermeister aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand, was Moosmann akzeptierte,[4] nachdem er im November 2012 vom Landgericht Waldshut-Tiengen verurteilt worden war, zusammen mit seinem Lebenspartner einen Brandanschlag auf sich selbst vorgetäuscht zu haben.[5][6] Am 17. März 2013 wurde mit 50,05 % der abgegebenen gültigen Stimmen Dietmar Zäpernick zum neuen Bürgermeister gewählt. Aufgrund einer Klage eines Bürgers wegen dessen Nichtzulassung als Bürgermeisterkandidat kann er das Amt jedoch nicht antreten und wurde deshalb vorläufig zum Amtsverweser bestellt.[7][8]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1980 verbindet Rickenbach eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Plombières-les-Bains in den Vogesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Seit 2001 gibt es ein Energiemuseum, das sich bei Hottingen befindet. Es widmet sich den heimischen Energiequellen. Schwerpunkt ist die Wasserkraftnutzung. Daneben werden durch Transmissionen angetriebene land- und hauswirtschaftliche Geräte gezeigt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der zwischen Bergalingen und Jungholz gelegene Hochrheinsender der Deutschen Telekom dient mit seinem 184 Meter hohen Sendemast der Verbreitung von Fernsehprogrammen.

Die katholische Pfarrkirche St. Gordian und St. Epimach besitzt Glasfenster des bedeutenden Künstlers Emil Wachter von 1986.

Sport[Bearbeiten]

  • Ein Golfplatz (18 Loch Par 70) liegt am Ortsausgang von Rickenbach Richtung Altenschwand.
  • Ein Minigolfplatz befindet sich am Hirschgartenhüsli im Hauptort Rickenbach nahe der Golfanlage.
  • Vier Tennisplätze befinden sich innerhalb der Golfanlage in Rickenbach.
  • Ein Segelflugplatz liegt im Ortsteil Hütten.
  • Viele ausgeschildert Wanderwege, etwa der Murgtalpfad.
  • Sportplatz FC Bergalingen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Umspannwerk Kühmoos des Schluchseewerks (großes Umspannwerk für 380 kV, 220 kV, 110 kV)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rickenbach (Hotzenwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.rickenbach.de/de/service/buergermeister.php
  3. Markgräflerland : Der Baselstab im Gemeindewappen, Baselbieter Heimatblätter 1979 2/3, von Günter Mattern
  4. Badische Zeitung 28. November 2012
  5. Roman Deininger: Der seltsame Fall des Bürgermeisters von Rickenbach. Süddeutsche Zeitung, 13. November 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  6. Justus Obermeyer: Der Fall Moosmann im Rückblick. Südkurier, 26. September 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  7. http://www.badische-zeitung.de/rickenbach/dietmar-zaepernick-jetzt-amtsverweser--70756849.html
  8. http://www.badische-zeitung.de/rickenbach/anfechtung-jetzt-offiziell--71438187.html