Ricoh 5A22

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Ricoh 5A22 ist ein Mikroprozessor, der von Ricoh für die Spielkonsole Super Nintendo Entertainment System (SNES) hergestellt wurde und darin als Hauptprozessor dient. Der 5A22 basiert auf dem 65C816 von WDC (welcher beispielsweise Verwendung im Apple IIgs fand). Die genannten Prozessoren entstammen der Prozessorfamilie des MOS 6502.

Wesentliche Merkmale[Bearbeiten]

Ricoh 5A22

Neben dem 65C816-Kern besitzt der 5A22 zusätzlich folgende Komponenten:

  • Schnittstellenleitungen für den Controller-Port, sowohl für seriellen, als auch parallelen Zugriff auf die Controller-Daten
  • Einen 8-Bit Parallel-I/O-Port, der im SNES weitgehend ungenutzt blieb
  • Einen Schaltkreis zur Erzeugung von NMI-Interrupts (nicht maskierbarer Interrupt) innerhalb der vertikalen Austastlücke
  • Einen Schaltkreis zur Erzeugung von IRQ-Interrupts an einer berechneten Bildposition
  • Eine DMA-Einheit, die zwei primäre Modi unterstützt:
    • Normales DMA, für Blocktransfers mit einer Datenrate von 2,68 MB/s
    • DMA innerhalb der horizontalen Austastlücke, zur Übertragung kleiner Datenmengen am Ende jeder Scanline, außerhalb der aktiven Anzeigedauer
  • Register für Multiplikation und Division
  • Zwei getrennte Adressbusse, die den 8-Bit-Datenbus steuern: Einen 24-Bit „Bus A“ für allgemeinen Zugriff und ein 8-Bit „Bus B“ hauptsächlich für APU- und PPU-Register

Leistung[Bearbeiten]

Die CPU verwendet einen Systembus mit variabler Geschwindigkeit, deren Zugriffsgeschwindigkeit durch den angeforderten Speicherort bestimmt wird. Der Bus besitzt einen Takt von 3,58 MHz für Nicht-Zugriffs-Zyklen und wenn auf Bus B oder die meisten der internen Register zugegriffen wird, und entweder 2,68 oder 3,58 MHz, wenn auf Bus A zugegriffen wird. Die Controller-Ports der seriellen Register arbeiten lediglich mit 1,79 MHz.[1] Der 5A22 arbeitet mit rund 1,5 MIPS und hat einen theoretischen Spitzenwert von 1,79 Millionen 16-Bit-Additionen pro Sekunde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAnomie: Anomie's SNES Memory Mapping Doc. Abgerufen am 18. März 2009.