Riddick: Chroniken eines Kriegers

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Filmdaten
Deutscher Titel Riddick: Chroniken eines Kriegers
Originaltitel The Chronicles of Riddick
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Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge Kinofassung: 114 Minuten
Director’s Cut: 129 Minuten
Altersfreigabe FSK 12 (Kinofassung)
FSK 16 (Director’s Cut)
JMK 12[1]
Stab
Regie David Twohy
Drehbuch David Twohy
Produktion Scott Kroopf
Vin Diesel
Camille Brown (Directors Cut)
Musik Graeme Revell
Kamera Hugh Johnson
Schnitt Martin Hunter
Dennis Virkler
Tracy Adams (Directors Cut)
Besetzung

Riddick: Chroniken eines Kriegers (Originaltitel: The Chronicles of Riddick) ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2004 von Regisseur David Twohy. Die Hauptrolle übernahm Vin Diesel, der den Film auch mitproduzierte. Der Film ist eine Fortsetzung von Pitch Black – Planet der Finsternis aus dem Jahr 2000.

Handlung[Bearbeiten]

Kurz nach den Ereignissen von Pitch Black hat Riddick sich von seinen beiden Mitüberlebenden Imam und Jack getrennt und versteckt sich auf dem Eisplaneten U.V.6, bis ihn Kopfgeldjäger Toombs fünf Jahre später mit einer kleinen Gruppe von Jägern aufspürt. Riddick überwältigt die Männer jedoch ohne größere Probleme und erzwingt von Toombs Informationen über seinen Auftraggeber: Irgendjemand auf dem Planeten Helion Prime ist bereit, 1,5 Millionen für Riddick zu zahlen. Nachdem er Toombs samt Gefolge aus deren Schiff geworfen hat, macht Riddick sich auf den Weg nach Helion, um den zu finden, der ihn jagen ließ: Imam, der einzige, der wusste, wo er sich versteckt hatte.

Als er auf Helion ankommt, erfährt er, dass das Kopfgeld von Imam und Aereon, einer Botschafterin vom rätselhaften Volk der Elementals, ausgesetzt wurde, um ihn dazu zu bringen, nach Helion zu kommen. Die beiden haben auch gute Gründe: Die Necromonger, eine Armee von diabolischen Kriegern um einen halbtoten Anführer, sind auf dem Weg nach Helion, um zu tun, was sie schon auf so vielen Welten taten: die Bevölkerung versklaven und den Planeten dann zerstören. Die Necromonger sind auf einem unheiligen Kreuzzug durch das All, um das Underverse zu finden, eine mystische Dimension, in der die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen – sie sehen den Tod als die zentrale Konstante des Universums an, das Leben dagegen nur als eine kurzzeitige Abweichung davon.

Aereon berichtet Riddick von einer Legende: Angeblich ist das vergessene Volk der Furyaner das einzige, das der Anführer der Necromonger, der Lord Marshal, fürchtet, da eine Prophezeiung vorhersagte, ein Furyaner werde ihn dereinst töten. Er ließ daraufhin den Heimatplaneten der Furyaner zerstören und jeden furyanischen Jungen umbringen, strangulierte sogar einzelne mit ihrer eigenen Nabelschnur. Riddick jedoch hatte überlebt.

Riddick ist an all dem eigentlich nicht interessiert. Erst als Imam ihm berichtet, dass Jack auf dem Gefängnisplaneten Crematoria verschwunden ist, horcht er auf. Bevor er sich jedoch auf den Weg dorthin machen kann, greift die Flotte der Necromonger an, und eine tödliche Schlacht entbrennt am Himmel und in den Straßen von Helion Prime. Imam kommt ums Leben, Riddick kann noch dessen Familie in Sicherheit bringen, muss später aber zusehen, wie der Lord Marshal die Bevölkerung in die Knie zwingt. Dame Vaako, die Gattin von Lord Vaako, einem hochrangigen Offizier der Necromonger, überredet Riddick, mit an Bord des fliegenden Palastes der Necromonger zu kommen, nachdem er vor den Augen des Lord Marshals Imams Mörder tötete. Im Palast wird Riddick in eine Kammer gebracht, in der die Quasi-Toten, eine Art von Orakel, seine Gedanken lesen und ihn als Furyaner entlarven. Als der Lord Marshal ihn daraufhin töten lassen will, flieht Riddick und lässt sich von Toombs einfangen, der inzwischen eine neue Mannschaft hat.

Durch Manipulation bringt er die Kopfgeldjäger dazu, ihn nach Crematoria zu bringen, wo er Jack wiedertrifft, die sich, inzwischen zur Frau gereift, nun Kyra nennt. Das Wiedersehen verläuft mehr als frostig, Kyra gibt Riddick die Schuld an all dem Schlechten, das ihr seit ihrer Trennung widerfahren ist, er dagegen versucht ihr zu erklären, dass er fortging, um sie zu schützen. Keiner der beiden ist bereit, die starken Gefühle zu zeigen, die sie füreinander hegen.

Riddick, Kyra und einige andere Gefangene können entfliehen, als die Wächter von Crematoria in Panik geraten: ein Necromonger-Jagdschiff unter dem Kommando von Lord Vaako nähert sich dem Planeten, um Riddick zu finden. Es kommt zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit, denn die Oberfläche von Crematoria, deren Temperatur nachts bei −300 Grad Fahrenheit (ca. −185 Grad Celsius) liegt, erhitzt sich bei Sonnenaufgang auf +700 °F (ca. +371 °C). Kurz vor dem Ziel – Toombs’ Schiff – werden die Flüchtigen von den Necromonger gestellt und beinahe alle getötet – scheinbar auch Riddick. Kyra flieht mit den Necromonger vor dem tödlichen Sonnenaufgang, während Riddick von einem hochrangigen Gefolgsmann des Lord Marshal gerettet und in einen Hangar geschleppt wird. Er erläutert ihm, dass sein Herr ihn in Frieden lassen wird, wenn er nie wieder nach Helion zurückkehrt. Er selbst – als Furyaner – hoffe jedoch, Riddick werde nicht auf ihn hören. Dann legt er seine Necromonger-Insignien ab und tritt hinaus ins Freie, um bei lebendigem Leibe zu verbrennen.

Erneut macht sich Riddick mit Toombs’ Schiff auf, Kyra zu finden. Er schleicht sich in den fliegenden Palast ein und muss entsetzt feststellen, dass sie bereits von den Necromongern konvertiert worden ist. Es kommt zum finalen Duell mit dem Lord Marshal, in dessen Verlauf Dame Vaako ihren Ehemann anweist, den Anführer im richtigen Moment selbst zu töten, um seinen Platz einzunehmen, wie es bei den Necromongern Tradition ist.

Riddick scheint derweil zu unterliegen, bis Kyra ihm plötzlich zur Hilfe kommt, wodurch sie jedoch selbst tödlich verwundet wird. Riddick kann den Lord Marshal schließlich töten. Nach dem Tod des Lord Marshalls verneigen sich Vaako und die anderen Umstehenden vor ihm, da eine der Necromonger-Regeln besagt, dass der Sieger den Besitz des Getöteten behalten darf. Da passt es gut, dass Riddick sich wie zufällig auf den Thron des Lord Marshalls gesetzt hat – denn nun ist er der Herrscher über das gesamte Reich der Necromonger.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Produktionskosten wurden auf 105 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte an den Kinokassen weltweit rund 116 Millionen US-Dollar ein, davon 58 Millionen in den Kinos der USA.[2]

Besser verkauften sich der zwischen den beiden Spielfilmen angesiedelte Zeichentrickfilm Riddick: Krieger der Finsternis und das Videospiel The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, von dem am 24. März 2009 die Fortsetzung The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena erschien. Die DVD-Verkäufe sowohl der Kinoversion als auch des Director's Cut liefen hervorragend, letzterer verkaufte sich allein am ersten Tag 1,5 Millionen mal.

Im März 2009 bestätigte Vin Diesel bei der Vorstellung von The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena die Umsetzung zweier weiterer Riddick-Kinofilme. Dabei verglich er die Riddick-Saga exemplarisch mit den auf den Büchern von Tolkien basierenden Der-Herr-der-Ringe-Filmen. So sei Pitch Black als eine Art Vorgeschichte zu sehen, ähnlich wie Der Hobbit in der Welt von Mittelerde. Riddick: Chroniken eines Kriegers sei somit wie Der Herr der Ringe: Die Gefährten der Auftakt zu einer eigenständigen Trilogie.

Director’s Cut[Bearbeiten]

Der etwa 15 Minuten längere Director’s Cut bietet zusätzliche Szenen, die Einblick in Riddicks Vergangenheit geben; das entscheidende Element ist hierbei die Vision einer furyanischen Frau, möglicherweise seiner Mutter, die ihm während des Cryo-Schlafs und in kritischen Momenten Bilder und Gedanken aus seiner zerstörten Heimatwelt sendet. In einer Szene auf Crematoria, die in der Kinofassung fehlt, presst sie ihre Hand in einer Vision auf Riddicks Brust und erweckt so eine mysteriöse Kraft in ihm, durch die er eine Überzahl von Feinden mit einem gewaltigen Energiestoß ausschalten kann.

Kritiken[Bearbeiten]

„Riddicks Kampf gegen die fanatische Sekte geht weit über die typischen Mechanismen von Hollywoods sonstigen Action- und Science-Fiction-Spektakeln hinaus. Auch Twohy jagt zwar seinen Helden von einem Action-Set-Piece zum nächsten, doch jede der Sequenzen ist Teil eines Reifungsprozesses, der in den Historiendramen und Tragödien Shakespeares wurzelt. So entfernt die Welt von Riddick auch von der unseren zu sein scheint, letztlich ist sie ihr näher, als man es aus dem Kino gewohnt ist. Twohy hat einen radikal eigenen Kosmos erschaffen, in dem er nun den philosophischen und moralischen Fragen unserer Zeit nachgeht.“

Sascha Westphal - Frankfurter Rundschau[3]

„„Riddick“ kreiert ein durchaus postmodernes, aber stets originelles und bildmächtiges Universum, in dem es allein um die Selbstbehauptung des Individuums geht. [..] Auch dank seines Protagonisten (der zugleich als Produzent des Films agierte) ist Twohy nicht allein ein mehr als würdiger Nachfolger von „Pitch Black“ gelungen, sondern ein bemerkenswerter Stil-Mix aus Zukunftsvision, Ritterepos und (Anti-)Kriegsfilm. Darüber hinaus darf sich der Regisseur rühmen, mit der 21-jährigen Alexa Davalos als Kyra eine Entdeckung gemacht zu haben.“

Frank Olbert - Kölner Stadt-Anzeiger[4]

„Seine Stimme ist die beste Waffe: Im Original redet Vin Diesel wie ein offener Tank, es gurgelt aus ihm heraus, er läuft nur deswegen nicht aus, weil sein strammer Nacken alles zusammenhält. [..] Es geht in "Riddick - Chronik eines Kriegers" nicht um Originalität, sondern darum, die Standardsituationen des Genres auf einen neuen Helden anzuwenden. Die Nähe zum Computerspiel schadet dabei gar nicht, denn Science-Fiction lebt nun einmal auch vom Design.“

Bert Rebhandl - Berliner Zeitung[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film wurde für einen Saturn Award 2005 in den Kategorien Beste Spezialeffekte und Beste DVD-Special Edition nominiert.
  • Vin Diesel erhielt eine Nominierung für den Negativpreis Goldene Himbeere 2005 in der Kategorie Schlechtester Schauspieler.

Fortsetzung[Bearbeiten]

Eine Fortsetzung unter dem Titel Riddick lief am 6. September 2013 in den US-amerikanischen und am 19. September 2013 in den deutschen Kinos an.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Finanzdaten laut Boxofficemojo
  3. Filmkritik in Frankfurter Rundschau vom 2. September 2004
  4. Der Nomade des Weltraums in Kölner Stadt-Anzeiger vom 2. September 2004
  5. Höllenhundefutter in Berliner Zeitung vom 2. September 2004
  6. Riddick schwingt 2013 die Klingen auf Kino.de