Riedgletscher

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Riedgletscher
Riedgletscher mit Nadelgrat und Ulrichshorn (links)

Riedgletscher mit Nadelgrat und Ulrichshorn (links)

Lage St. Niklaus, Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Mischabel, Walliser Alpen
Typ Talgletscher
Länge 5,3 km (2010)[1]
Fläche 7,89 km² (1995)[2]
Exposition Nordwest
Höhenbereich 4'280 m ü. M. – 2'069 m ü. M. (2005)[3]
Eisvolumen 0,45 ± 0,11 km³ (1995)[2]
Koordinaten 632870 / 10825646.1257.86388888888893174.5Koordinaten: 46° 7′ 30″ N, 7° 51′ 50″ O; CH1903: 632870 / 108256
Riedgletscher (Alpen)
Riedgletscher
Entwässerung Riedbach → Matter VispaVispaRhoneMittelmeer
Riedgletscher, Ballonaufnahme von Eduard Spelterini

Riedgletscher, Ballonaufnahme von Eduard Spelterini

Der Riedgletscher ist ein Talgletscher an der Nordseite der Mischabelgruppe, in den Walliser Alpen, im Kanton Wallis, Schweiz. Die Fläche des Gletschers betrug im Jahr 1995 7,89 km². Er war im Jahr 2010 etwa 5,3 km lang, seit 1973 ist seine Länge um etwas mehr als einen Kilometer zurückgegangen.[1]

Seinen höchsten Ausgangspunkt nimmt der Riedgletscher an der firnbedeckten Nordflanke des Nadelhorns (4'327 m ü. M.), einem bedeutenden Gipfel der Mischabelgruppe, auf über 4'200 m. Über einen Steilhang fliesst der Gletscher nordwärts und breitet sich auf einer Höhe zwischen 3'400 m und 3'600 m in einer weiten Mulde aus, begrenzt vom Dirruhorn (4'035 m ü. M.) im Westen, Ulrichshorn (3'925 m ü. M.) im Südwesten und dem Balfrin (3'796 m ü. M.) im Osten. Anschliessend bewegt sich der Riedgletscher nach Nordwesten in ein Tal, das im Westen vom Breithorn (3'178 m ü. M.), im Osten vom Färichhorn (3'292 m ü. M.) gesäumt wird. Die Gletscherzunge wird dabei rasch schmaler und endet derzeit auf rund 2'100 m.[3]

Der Gletscher entwässert in den Riedbach, der bei Sankt Niklaus in die Matter Vispa mündet. Aus dem Riedbach wird mittels mehrerer Suonen Wasser abgezweigt, das für die Bewässerung der Wiesen im Gemeindegebiet von Grächen genutzt wird.

In seinem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts endete der Riedgletscher unterhalb der heutigen Waldgrenze. Seit 1895 hat er über 1,2 Kilometer an Länge eingebüsst; allein von 2008 auf 2009 verlor er 500 Meter in einem Jahr.[1]

Auf einem Felsvorsprung östlich des Riedgletschers steht auf 2'886 m ü. M. die Bordierhütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC. Sie ist nur durch eine Gletscherüberquerung zu erreichen und dient als Ausgangspunkt für Bergbesteigungen im nördlichen Mischabelmassiv.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Riedgletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 21. Februar 2014).
  2. a b Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. a b WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riedgletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien