Riedlingen

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Riedlingen im Landkreis Biberach, für andere Orte siehe Riedlingen (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Riedlingen
Riedlingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Riedlingen hervorgehoben
48.1552777777789.4727777777778540Koordinaten: 48° 9′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 64,97 km²
Einwohner: 10.045 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88499
Vorwahl: 07371
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 097
Stadtgliederung: 7 Teilgemeinden
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
88499 Riedlingen
Webpräsenz: www.riedlingen.de
Bürgermeister: Marcus Oliver Schafft
Lage der Stadt Riedlingen im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Riedlingen ist eine Stadt in Baden-Württemberg, am Südrand der Schwäbischen Alb und an der Donau gelegen.

Geographie[Bearbeiten]

Riedlingen, Blick von der Donauinsel

Geographische Lage[Bearbeiten]

Riedlingen liegt in einem weiten Talgebiet der Donau, am südlichen Fuß der Schwäbischen Alb. Im Westen und Norden erreicht es die Albausläufer zum ganz bewaldeten Teutschbuch (734 m) und zum Österberg (652 m). Im Süden erhebt sich in Sichtweite von Riedlingen der oberschwäbische Hausberg Bussen (767 m), der auch „Heiliger Berg Oberschwabens“ genannt wird.

Auf der linken Uferseite münden bei Altheim die Biber, bei Riedlingen der Zollhauser Bach und bei Zwiefaltendorf die Zwiefalter Aach in die Donau. Rechtsseitig nimmt das Gewässer flussabwärts die Schwarzach beim Vöhringer Hof und die Kanzach bei Daugendorf auf.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht zunächst aus der Kernstadt, hinzu kommen die im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten sieben Gemeinden Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf. Jede Teilgemeinde verfügt über eine Ortsverwaltung, jeweils unter der Leitung eines Ortsvorstehers.

Raumplanung[Bearbeiten]

Riedlingen, Häuserzeile am Mühlenkanal

Riedlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich Riedlingen gehören neben der Gemeinde selbst die Städte und Gemeinden des westlichen Landkreises Biberach. Im Einzelnen sind dies die Stadt Bad Buchau sowie die Gemeinden Alleshausen, Altheim, Betzenweiler, Dürmentingen, Dürnau, Ertingen, Kanzach, Langenenslingen, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch, Tiefenbach, Unlingen und Uttenweiler.

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Riedlingen ist vermutlich eine alemannische Gründung. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 835. Die mittelalterliche Stadt wurde zwischen 1247 und 1255 östlich des Weilers von den Grafen von Veringen angelegt. Sie war eine typische Gründerstadt in rechteckiger Form und mit rechtwinklig geführten Straßen, die Hauptstraße wurde zum Marktplatz hin immer breiter. Riedlingens Lage an der schon damals viel genutzten Donaustraße begünstigte diesen Standort als Marktstadt. Noch im ausgehenden 13. Jahrhundert kam die Stadt in den Besitz der Habsburger, die sie jedoch bald wieder verpfändeten. 1314 kam sie an die Grafen von Hohenberg, später an die Herren von Ellerbach, 1384 schließlich an die Truchsessen von Waldburg.[2] 1434 erhielt die Stadt den Blutbann, d. h. das Recht, Verbrecher abzuurteilen und hinzurichten.

Hauptartikel: Wasserburg Asenheim, Burg Dietenburg, Wasserburg Grüningen, Ranzenburg, Burg Neuveringen, Burg Zwiefaltendorf

Die Reformation im 16. Jahrhundert hatte zunächst einen starken Rückhalt in der Bevölkerung, konnte sich jedoch gegen den Willen der Waldburger Herrschaft nicht durchsetzen. 1654–1658 wurde in Riedlingen ein Kapuzinerkloster (Kapuzinerkloster Riedlingen) erbaut, das um 1806 wieder aufgehoben wurde. Im Jahr 1680 gelang es der Stadt, sich zusammen mit den übrigen sogenannten Donaustädten[3] von der ungeliebten Waldburger Herrschaft zu befreien und direkt wieder Österreich unterstellt zu werden. Bis zum Pressburger Frieden 1805 gehörte Riedlingen daher zu Vorderösterreich.

Riedlingen war 1585–1604 von der Hexenverfolgung betroffen. Im Zuge eines Hexenprozesses wurden in Riedlingen drei Menschen hingerichtet. Die letzte Vollstreckung fand 1604 statt: Agatha Mahler.[4]

Neuzeit bis heute[Bearbeiten]

Panorama ca. 1640 (Topographia Germaniae von Matthäus Merian)

1806 kam Riedlingen zum Königreich Württemberg und wurde Sitz des gleichnamigen Oberamtes. 1873 begründeten in Riedlingen Christian Schmidt und Heinrich Stoll die Vorgängerfirma der späteren NSU Motorenwerke, die 1880 nach Neckarsulm verlegt wurden.

Königreich Erste Briefmarke Ausgabe in 1851, mit blaue Abstempelung RIEDLINGEN.

1938 wurde das Oberamt Riedlingen mit dem Oberamt Saulgau zum Landkreis Saulgau mit Sitz in Saulgau zusammengelegt. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt fast unbeschadet – zumindest in architektonischer Hinsicht. Lediglich die Donaubrücke wurde in den letzten Kriegstagen im April 1945 noch gesprengt, kurz bevor französische Truppen einmarschierten. Gesellschaftliche Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs ergaben sich in anderer Hinsicht: Im Oktober 1949 kamen nach fünfjährigem Zwischenaufenthalt in Niederbayern Heimatvertriebene nach Riedlingen. Dabei handelte es sich um Nachkommen deutscher Auswanderer, die 1944 in Südwestungarn ihre Heimat aufgeben mussten. Bis Sommer 1951 entstand so oberhalb des Vöhringerhofes der neue Stadtteil Eichenau.[5]

Seit 1973 gehört Riedlingen samt seinem Umland zum Landkreis Biberach. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Daugendorf (1. Mai 1972), Neufra (1. Juni 1972) sowie – jeweils zum 1. Oktober 1974 - Bechingen, Grüningen, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf nach Riedlingen eingemeindet.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Das heute eingemeindete Neufra an der Donau um 1900
Kirchturm von Zwiefaltendorf
Schloss Zwiefaltendorf

Die Ortsteile sind.[6]

Bechingen Bechingen
bereits 758 urkundlich erwähnt. Zwischen 1292 und 1342 kommt nach und nach der gesamte Ort an das Kloster Zwiefalten, dem er bis zur Säkularisation 1803 angehört. Zusammen mit Zell bildet er danach eine eigenständige Gemeinde im Oberamt Riedlingen.

Zell bildete zusammen mit Bechingen eine selbständige Gemeinde.

Daugendorf Daugendorf
wird erstmals 805 erwähnt (in frühen Urkunden häufig Taugendorf geschrieben), als der Ort an das Kloster Sankt Gallen verschenkt wurde. Wie er später in der Besitz der Grafen von Veringen geriet, ist nicht bekannt. 1415 verkaufte Rudolph von Veringen Daugendorf an Zwiefalten. Nach der Säkularisation wird der Ort eine selbständige Gemeinde.
siehe auch Burg Daugendorf, Wasserburg Daugendorf, Herren vom Stain (Wappen)
Grüningen Grüningen
kam über die Grafen von Veringen Ende des 12. Jahrhunderts an die Grafen von Württemberg, welche dort die Linie der Grafen von Grüningen-Landau begründeten. Sitz der Grafen wurde das „obere Schloss“ nahe der Kirche, dessen Bergfried wie auch die aus romanischer Zeit stammenden Grundmauern noch an diese Zeit erinnern. Das auf einem künstlichen Erdhügel mitten im Dorf errichtete „untere Schloss“ wurde hingegen Sitz der grünenbergischen Ministerialität. Grüningen kam später an die Freiherren von Hornstein (Wappen!), denen es auch zum Zeitpunkt der Mediatisierung 1806 noch gehörte, als der Ort (wieder) unter württembergische Oberherrschaft fiel. Auch Grüningen wurde danach eine selbständige Gemeinde.
Neufra an der Donau Neufra
- nicht zu verwechseln mit der Gemeinde im Landkreis Sigmaringen gleichen Namens – in frühen Urkunden auch Neufrach, Neufern oder Niverun geschrieben, gehörte einst den Herren von Gundelfingen (Wappen gezahnter Schrägbalken), ab 1546 den Herren von Helfenstein (Elefant) sowie ab 1627 den Fürsten von Fürstenberg. Auf dem Gebiet standen zwei Schlösser. Der Pfarrer von Neufra, das 1806 eigenständige Gemeinde wurde, bezog noch 1827 den sogenannten „Springhaber“ in Höhe von drei 'Simri' Hafer, den Bürger für uneheliche Schwängerungen zu entrichten hatten.
Pflummern Pflummern
war die einzige evangelische Gemeinde im Oberamt Riedlingen; außerdem einst Sitz eines Adelsgeschlechts, deren letzte Erbinnen den Ort 1605 an den Herzog Friedrich von Württemberg verkauften. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Pflummern gebrandschatzt und entvölkert, musste also komplett neu besiedelt werden; bereits 1825 wies es wieder etwa 500 Einwohner auf. 1829 war Eduard Mörike für ein paar Monate als Pfarrverweser in Pflummern tätig, in dieser Zeit soll er am 9. März jenes Jahres mit „Er ist’s“ eines der meistzitierten deutschsprachigen Gedichte geschaffen haben. Es leben ca. 400 Menschen in Pflummern.[7][8]
Zwiefaltendorf Zwiefaltendorf
Grundherr dieses gegenüber dem Kloster Zwiefalten gelegenen Ortes war der Freiherr von Spät. Die dortige Michaelskirche ist in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen bereits 776 als Schenkung erwähnt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung als Diagramm dargestellt
Jahr Einwohner
1871 ¹ 4909
1880 ¹ 5183
1890 ¹ 5085
1900 ¹ 4851
1910 ¹ 5155
1925 ¹ 5229
Jahr Einwohner
1933 ¹ 5142
1939 ¹ 5144
1950 ¹ 6498
1956 ¹ 7334
1961 7993
1965 8550
Jahr Einwohner
1970 ¹ 8712
1975 8779
1980 8536
1985 8426
1990 8684
1995 9499
Jahr Einwohner
2000 10.169
2005 10.376
2009² 10.301

¹ Volkszählungsergebnis

² Stand 31. März 2009[9]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat

Die letzte Gemeinderatswahl fand am 7. Juni 2009 statt. Sie ergab folgende Sitzverteilung:

Partei Stimmenanteil 2004 Sitze 2004 Stimmenanteil 2009 Sitze 2009
CDU 33,7 % (+2,2) 9 34,0 % (+0,3) 9
FW 30,6 % (+0,3) 8 29,7 % (-0,9) 8
WIR 11,5 % (+0,0) 3 17,5 % (+6,0) 4
SPD 11,1 % (-3,9) 2 11,2 % (+0,1) 3
Unabhängige Bürger 7,6 % (+0,5) 2 0,0 % (-7,6) 0
Grüne 5,5 % (+1,1) 1 7,6 % (+2,1) 2
Gesamt 25 26

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 6. November 2005 wurde Hans Petermann mit 70,9 Prozent der Stimmen als Bürgermeister der Stadt Riedlingen wiedergewählt.[10] Petermann, der bis dahin Bürgermeister der Nachbargemeinde Ertingen war, hatte zum 2. Februar 1998 die Nachfolge von Hans-Georg Bosem angetreten.[11] Am 16. Januar 2006 wurde er für weitere acht Jahre vereidigt.[12]

Am 3. November 2013 erhielt Hans Petermann nur 28,6 Prozent der Stimmen und trat zum zweiten Wahlgang am 17. November nicht mehr an. Diesen gewann überraschend Marcus Schafft gegen Dr. Wolfram Jänisch, der im ersten Wahlgang mit 44,3 Prozent noch klar vorn gelegen hatte.[13]

  • bis 1990: Ernst Wetzel
  • 1990–1998: Hans-Georg Bosem (CDU)
  • 1998–2013: Hans Petermann (FWV)
  • 2014: Marcus Schafft (CDU)

Stadtwappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Riedlinger Stadtwappens lautet: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein silberner Balken, überdeckt von zwei schräggekreuzten goldenen Rudern, hinten in Gold ein roter Löwe. Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Der rot-weiß-rote Grund wird als österreichische Binde bezeichnet und stellt die Farben Österreichs dar. Sie wurde erst im 16. Jahrhundert hinzugefügt. Der rote Löwe, den auch Bad Saulgau, Mengen und Munderkingen im Stadtwappen tragen, ist das Wappen der Habsburger.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtefreundschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Riedlinger Donauinsel
Historischer Hängegarten im Teilort Neufra

Riedlingen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße, am Donauradweg und am Radwanderweg Donau-Bodensee. Seit 2009 verläuft der Oberschwäbische Pilgerweg, ein spiritueller Wanderweg, mit seiner Schleife 1 ebenfalls durch Riedlingen.

Museen[Bearbeiten]

Das städtische Museum Schöne Stiege ist das Heimatmuseum der Stadt Riedlingen und wurde Ende 2002 in dem 1556 erbauten Fachwerkgebäude Schöne Stiege in der Rösslegasse 1 eingerichtet.

In Nähe des Museums Schöne Stiege befindet sich im Spital zum Heiligen Geist am Wochenmarkt die städtische Galerie.

In der Stadtbücherei, im ehemaligen Kapuzinerkloster, wurde eine Gedenkstätte für den Schriftsteller Werner Dürrson eingerichtet.

Im Feuerwehrmuseum von Günther Hübler befindet sich eine private Feuerwehrsammlung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die historische Altstadt von Riedlingen besticht durch ihren historischen Marktplatz mit Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie dem „Wahrzeichen“ Riedlingens, der katholischen Pfarrkirche St. Georg, deren älteste Darstellung aus dem Jahr 1589 stammt. Eine überregionale Attraktion ist die 1997 von Hartwig Späth erbaute Orgel. Das im Jahr 1556 erstellte Ackerbürgerhaus Schöne Stiege gehört zu den bauhistorisch wichtigsten und am besten erhaltenen Fachwerkbauten Oberschwabens aus dem 16. Jahrhundert. Heute ist dort das Stadtmuseum (s. o.) untergebracht.

Im Riedlinger Teilort Neufra an der Donau findet man einen Renaissancegarten, der 1569–1573 von Graf Georg von Helfenstein als „Hängegarten“ auf einer eigens errichteten Erweiterung des natürlichen Schlossberges angelegt wurde. Der Garten wird von 14 bis zu neun Meter hohen Gewölben getragen. Der historische Garten wurde 1988 von Waltraud Johannsen nach einer Zeichnung aus dem Archiv der Fürsten zu Fürstenberg mit Hilfe des Denkmalamts saniert.

Sehenswert ist auch das etwa zehn Kilometer nördlich von Riedlingen, direkt am Fuße der Schwäbischen Alb, malerisch bei der Mündung der Zwiefalter Aach in die Donau gelegene Schloss Zwiefaltendorf, dessen Geschichte bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht. Das Kloster Zwiefalten mit seinem imposanten spätbarocken Münster befindet sich nur wenige Kilometer westlich davon.

Jährliche Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Boppele der Narrenzunft Gole Riedlingen
Riedlinger Flohmarkt

Die Riedlinger Fasnet ist eine schwäbisch-alemannische Fasnacht mit der Hauptfigur Gole. Die „Narrenzunft Gole“ wurde 1865 gegründet und zählt heute mehr als 1.300 Mitglieder.

Jährlich am dritten Samstag im Mai wird in der Riedlinger Altstadt ein Flohmarkt abgehalten, der zu den größten Flohmärkten Süddeutschlands zählt.

An dem Montag vor dem Fest des heiligen Gallus (16. Oktober) findet jedes Jahr der Gallusmarkt als großer Jahrmarkt statt. Schon Tradition hat dabei das am Vorabend abgehaltene große Feuerwerk am Donauaufer.

Jeden letzten Donnerstag im August zieht der Fohlenmarkt Gäste aus ganz Europa an, der als größter Warmblut-Fohlenmarkt Deutschlands gilt. Der Stadtlauf, der immer Ende April durchgeführt wird, findet seit 1999 regen Anklang bei Spitzen- und sonstigen Sportlern aus der Region. Start und Ziel des Laufes sind in der Altstadt Riedlingens.

Jeweils am ersten Sonntag der Sommerferien findet auf dem Flugplatz das Riedlinger Oldtimer-Treffen statt, das 2010 mit 300 Oldtimern und 50 Flugzeugen bestückt war und mehr als 2.000 Besucher zählte.[14]

Sport[Bearbeiten]

In der Nähe vom Gymnasium wurde ein Lehrpfad angelegt. Barfuß werden unterschiedliche Untergründe getestet und die Balance ausprobiert.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Riedlingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm und ist Haltestelle des Regionalexpress. Nach Ulm und Sigmaringen besteht ein Stunden-Takt, für die Zielorte Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald) nur ein Zwei-Stunden-Takt. Darüber hinaus gibt es direkte Busverbindungen in die Kreisstadt Biberach und nach Stuttgart. Riedlingen gehört zum Donau-Iller-Nahverkehrsverbund.

Die Stadt verfügt außerdem über ein Segelfluggelände, das auch mit Ultraleichtflugzeugen und Motorseglern angeflogen werden kann.

1916 wurde die Federseebahn (Kanzachtalbahn) Schussenried – Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem letzten Teilstück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. Bereits 1960 wurde allerdings der gesamte Verkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke rückgebaut.

In Riedlingen kreuzen sich die Bundesstraßen 312 (StuttgartReutlingenBiberachMemmingen) und 311 (DonaueschingenTuttlingenUlm).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Gericht, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Riedlingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Riedlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Biberach gehört.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz der SRH FernHochschule Riedlingen, einer staatlich anerkannten Hochschule für Wirtschaft.

Die Wirtschaftsoberschule Riedlingen bietet auf dem zweiten Bildungsweg die Chance, in zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Riedlingen ist auch als Schulstadt von regionaler Bedeutung. Neben allgemeinbildenden Schulen aller Schularten gibt es eine berufliche Schule und eine Jugendmusikschule. Das Einzugsgebiet des Riedlinger Kreisgymnasiums reicht bis Bad Buchau und bis weit auf die Schwäbische Alb. Neben den staatlichen Schulen wurde 2004 die Freie Schule Riedlingen gegründet, die sich an der Waldorfpädagogik orientierte; die Betriebsgenehmigung wurde jedoch 2008 widerrufen und die Schule musste schließen.[15]

In der Erwachsenenbildung betätigen sich das Kolping-Bildungswerk und die Volkshochschule Donau-Bussen e. V.

Seniorengenossenschaft[Bearbeiten]

Die 1991 gegründete Seniorengenossenschaft ist eine bürgerschaftliche Selbsthilfeeinrichtung. Das Modellprojekt in Riedlingen war das erste seiner Art in ganz Deutschland. Zweck der Genossenschaft ist es, ältere, auf Hilfe angewiesene Mitglieder so zu unterstützen, dass diese bis zum Lebensende in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können; für die jüngeren Mitglieder bietet sich so die Möglichkeit, zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Der Verein erhielt 2004 den Zukunftspreis vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Maibaum vor dem Rathaus in Riedlingen.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

In der Geschichte der Stadt Riedlingen sind bislang nur elf Personen so geehrt worden. Wilfried Steuer und Winfried Aßfalg sind die einzigen noch lebenden Ehrenbürger.[16]

  • 1914: Adolf Gröber (1854–1919), Reichstags- u. Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei)
  • 1917: Carl Buz (1853–1919), Professor
  • 1926: Franz Xaver Maier (1859–1931), Bürgermeister a. D.
  • 1953: Theodor Selig (1874–1967), Pfarrer
  • 1959: Josef Kohler (1879–1967), Obersteuersekretär
  • 1964: Kilian Fischer (1886–1975), Bürgermeister a. D.
  • 1967: Dr. Franz Zeller (1879–1953), Studiendirektor a. D.
  • 1967: Dr. Odilo Burkart (1899–1979), Generaldirektor
  • 1981: Albert Burkart (1898–1982), Maler
  • 1992: Wilfried Steuer (* 1933), Altlandrat, Politiker (CDU) und ehemaliger Manager in der Energiewirtschaft
  • 2010: Winfried Aßfalg, Sonderschulrektor a. D., Museumsleiter, Autor, Fotograf, Heimatforscher und Storchenbeauftragter

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Richard Lohrmann (1896–1970), Forstmann und Naturschützer, leitete von 1946 bis 1961 das Forstamt Riedlingen
  • Johannes Zwick, Pfarrer in Riedlingen 1522, Reformationsversuch
  • Ernst Jünger (1895–1998) Schriftsteller, Philosoph, Offizier und Insektenkundler; verstarb im Kreiskrankenhaus Riedlingen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riedlingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Bechingen und Zell, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern und Zwiefaltendorf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Maurer, Hans-Martin: Artikel Riedlingen, in: Müller Max (Hg.): Baden-Württemberg (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands; Bd. 6). Stuttgart 1965.
  3. Dies waren neben Riedlingen die Städte Mengen, Munderkingen, Saulgau und Waldsee
  4. Mario Zeck: „Im Rauch gehen Himmel geschüggt“, Hexenverfolgung in der Reichsstadt Rottweil. Stuttgart 2000, S. 145-177
  5. vgl. Walter Haag: Riedlingen. Stadt an der Donau. Riedlingen 1983, S. 31–33.
  6. Nähere Informationen zur Geschichte dieser Teilorte sind in der 1827 erschienenen Beschreibung des Oberamts Riedlingen (siehe Literatur) nachzulesen.
    siehe auch Ruine Hassenberg
  7. Südkurier http://www.lona-liest.de/pressearchiv/190104.pdf
  8. Mörike-Gesellschaft http://www.moerike-gesellschaft.de/2007.pdf
  9. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/srdb
  10. uno: Petermann siegt souverän. In: Schwäbische Zeitung vom 7. Januar 2006
  11. Petermann feiert 40-jähriges Dienstjubiläum. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Februar 2008
  12. Petermann tritt neue Amtszeit an. In: Schwäbische Zeitung vom 12. Januar 2006
  13. Alles im Fluss. In: Blix Dezember 2013
  14. SZON.DE vom 04.08.10http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/fotoreportagen_galid,3830.html
  15. Schwäbische Zeitung, 5. September 2008
  16. „Ein Glücksfall für Riedlingen“. Ehrenbürger Winfried Aßfalg, abgerufen am 4. Dezember 2010