Riemannsche ζ-Funktion
Die riemannsche ζ-Funktion (Zeta-Funktion nach Bernhard Riemann) ist eine spezielle mathematische Funktion, die in der analytischen Zahlentheorie, einem Teilgebiet der Mathematik, eine wichtige Rolle spielt. Ihre Bedeutung liegt darin, dass ihre Nullstellen im Komplexen Auskunft über Primzahlen, ihre Verteilung und über deren Eigenschaften geben. Zudem ist sie eine bedeutende Dirichlet-Reihe, die in vielen Disziplinen Anwendungen hat.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Für komplexe Zahlen
, deren Realteil größer als 1 ist, ist die Zeta-Funktion definiert durch die Dirichlet-Reihe:
Die Beschränktheit der Definitionsmenge dieser Darstellung wird ersichtlich, wenn man z.B. versuchte, die
-Funktion an der Stelle
über die Dirichlet-Reihe auszuwerten. Man hätte dann
was ganz offensichtlich keinen endlichen Grenzwert besitzt. Daher ist ihr Definitionsbereich auf die um 1 verschobene rechte Hälfte der komplexen Zahlenebene, also auf alle
, beschränkt.
Trotz allem ist genau diese Formel die Basis für alle anderen Darstellungen der Zeta-Funktion. Um die Riemannsche Zeta-Funktion für alle Zahlen der komplexen Zahlenebene (mit Ausnahme der Zahl 1) berechnen zu können, bedient man sich des Konzepts der analytischen Fortsetzung.
Beispiele für analytische Fortsetzungen befinden sich im Abschnitt Andere Ausdrücke für die Zeta-Funktion.
[Bearbeiten] Euler-Produkt
Eine wesentliche Eigenschaft der Zeta-Funktion ist ihre Verbindung zu den Primzahlen. Euler, der als erster diesen Zusammenhang entdeckte, betrachtete dafür das später nach ihm benannte Euler-Produkt:
Hierbei stellt jeder einzelne Faktor des Produktes eine geometrische Reihe gebildet über den Wert
dar, während sich das gesamte Produkt über alle Primzahlen
erstreckt.
Als nächsten Schritt multiplizierte Euler das Produkt komplett aus, wobei sich unter Anwendung der Regel über das Produkt unendlicher Reihen
der folgende Ausdruck ergibt:
wobei
die
-te Primzahl ist. Nun griff Euler auf den Fundamentalsatz der Arithmetik zurück, der besagt, dass es für jede natürliche Zahl
eine eindeutige Primfaktorzerlegung gibt, was wiederum heißt, dass für jede dieser Zahlen
genau eine natürliche Folge
existiert, sodass
gilt. Wendet man diese Tatsache auf Eulers ausmultiplizierten Summenausdruck an, erhält man folglich:
da die Summen jeweils unabhängig alle Folgeglieder über alle natürlichen Zahlen einschließlich 0 summieren, sodass jede erdenkliche Kombination der Primfaktorzerlegung durchlaufen wird. Zusammen mit der Formel
für die geometrische Reihe gelangt man schließlich zu:
Diese auf den ersten Blick völlig harmlose Tatsache macht die Zeta-Funktion zu einem zentralen Gegenstand der modernen Zahlentheorie und war ausschlaggebend für Bernhard Riemanns bedeutende Arbeit "Über die Anzahl der Primzahlen unter einer gegebenen Größe".
Anmerkung: Da das Euler-Produkt äquivalent zur Dirichlet-Reihen-Darstellung der Zeta-Funktion ist, konvergiert es ebenfalls nur auf der um 1 verschobenen rechten Halbebene, also für alle komplexen Zahlen
mit
.
[Bearbeiten] Funktionalgleichung
Auf ganz
gilt als Identität zwischen meromorphen Funktionen
Aus dieser geht durch einfache Umformung die alternative Darstellung
für alle s in
hervor.
Alternativ zu der obigen Funktionalgleichung definierte Riemann in seiner Arbeit die Funktion:
für die
gilt. Sie wird auch als Riemannsche Xi-Funktion bezeichnet.
Ein Herleitungsansatz für die Funktionalgleichung befindet sich im unteren Abschnitt.
[Bearbeiten] Eigenschaften
[Bearbeiten] Verhalten in der komplexen Ebene
Die
-Funktion ist eine in ganz
holomorphe Funktion, das bedeutet, dass sie an allen Stellen außer
ableitbar ist. Darüber hinaus ist sie in ganz
meromorph.
An der Stelle
besitzt sie (aufgrund der Divergenz der harmonischen Reihe) einen Pol erster Ordnung mit Residuum 1, d.h. es gilt:
Des Weiteren gilt:
Eine einfache Erklärung hierfür ist das Verhalten der Dirichlet-Reihe. Wird nämlich der Realteil des Arguments stark vergrößert, so liefern die Reihenglieder nach 1 nur noch verschwindend kleine Beiträge.
Vergleiche hierzu auch den komplexen Graph der Zeta-Funktion zu Beginn des Artikels, der in Richtung der positiven reellen Achse zunehmend konstant rot gefärbt ist.
[Bearbeiten] Spiegelung konjugierter Argumente
Zu einer komplexen Zahl
definiert man ihre Konjugation über
. Es gilt nun für alle
:
Das bedeutet: wenn für ein reelles Zahlenpaar
mit 
mit
gilt, so gilt gleichzeitig:
Eine Beweismöglichkeit dieser Tatsache ergibt sich über die Dirichlet-Reihe:
Obwohl die Dirichlet-Reihe nicht global konvergiert, wird diese Eigenschaft in ganz
beibehalten.
[Bearbeiten] Universalitätssatz von Woronin
Nach dem Universalitätssatz von Woronin ist die Riemannsche
-Funktion im Stande, jede beliebige (holomorphe) Funktion in einer nullstellenfreien Kreisscheibe mit Radius 1/4 beliebig genau zu approximieren.
Formal ausgedrückt: sei
eine zusammenhängende, kompakte Teilmenge (Gebiet) des Streifens
.
Sei
nun eine in ganz
holomorphe Funktion, die außerdem für kein
verschwinde. Es existiert dann für jedes
ein
, so dass
für alle
.
Die Aussage, dass sich die
-Funktion selbst über den Universalitätssatz approximieren lässt, ist äquivalent zur Riemannschen Vermutung.[1]
Aus dem Universalitätssatz kann gefolgert werden, dass sich die
-Funktion im kritischen Streifen äußerst chaotisch verhält, was zunächst widersprüchlich zu der (vermutlich) perfekt symmetrischen Lage ihrer Nullstellen zu sein scheint. Viele Mathematiker vermuten daher, dass sich hinter diesen abstrakten Eigenschaften eine fundamentale Theorie verbirgt.
[Bearbeiten] Erzeugende Funktion
Die erzeugende Funktion der Folge
mit
für alle
ist:
wobei
hier die Digamma-Funktion und
die Euler-Mascheroni-Konstante bezeichnet.
Des Weiteren spielt sie eine Rolle bei der Taylor-Entwicklung der Kotangensfunktion. Reduziert man die obige Reihe nämlich auf gerade Terme, so ergibt sich:[2]
[Bearbeiten] Verbindung zu zahlentheoretischen Funktionen
Es existieren Zusammenhänge zwischen einigen zahlentheoretischen Funktionen und der
-Funktion. Diese Verbindungen drücken sich in Dirichlet-Reihen aus, die über die betreffenden zahlentheoretischen Funktionen gebildet werden.
Zum Beispiel haben wir die Relation:
wobei
die Teileranzahlfunktion darstellt, welche zählt, wie viele natürliche Teiler eine Zahl
besitzt. Dieses Resultat ergibt sich über die so genannte Dirichlet-Faltung zweier Dirichlet-Reihen. Ganz allgemein hat man:
wobei
die verallgemeinerte Teilerfunktion ist.[3]
Mit der Möbiusfunktion erhält man eine Dirichlet-Reihe, die den Kehrwert der
-Funktion erzeugt. Es gilt dann:
Zur Erklärung dieses Zusammenhangs betrachtet man:
also einfach den Kehrwert des Euler-Produkts, und bildet durch konsequentes Ausmultiplizieren die dazugehörige Dirichlet-Reihe, die sich dann definitionsgemäß über jene Möbiusfunktion erstreckt.
[Bearbeiten] Spezielle Funktionswerte
[Bearbeiten] Funktionswerte für gerade natürliche Zahlen
Für eine positive ganze Zahl
ist
wobei
die
-te Bernoulli-Zahl bezeichnet.
Beispielsweise ist
Diese Formeln wurden von Euler entdeckt und 1735 in seiner Arbeit De Summis Serierum Reciprocarum erstmals veröffentlicht. Das Auffinden des Werts von
ist auch als das Basler Problem bekannt.
Daneben gibt es auch die bemerkenswerte Rekursionsformel
für natürliche Zahlen
, die Euler noch nicht bekannt war.[4]
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig gewählte Zahl quadratfrei ist, und ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gewählte Zahlen teilerfremd sind, ist gleich
Allgemeiner ist
die Wahrscheinlichkeit, dass
positive ganze Zahlen keine
-te Potenz größer 1 als gemeinsamen Teiler haben.[5]
[Bearbeiten] Funktionswerte für ungerade natürliche Zahlen
Über den Wert der Zeta-Funktion für ungerade natürliche Zahlen ist nur sehr wenig bekannt. Beispielsweise weiß man, dass die Apéry-Konstante
irrational ist.
Um 1900 fand Matyáš Lerch[6] einen besonders eleganten Ausdruck für
:
Durch Arbeiten von Lerch und S. Ramanujan inspiriert[7], entwickelte der Kanadier Simon Plouffe ab 1995 weitere Ausdrücke dieser Art:
Eine allgemeine Formel für alle ungeraden, positiven ganzen Zahlen der Form
mit
ist:[8]
wobei
die
-te Bernoulli-Zahl ist.
Die Dezimalentwicklungen der ersten ungeraden Zeta-Werte sind:
[Bearbeiten] Funktionswerte für nichtpositive ganze Zahlen
Aus der Funktionalgleichung und Eulers Formel für gerade Zeta-Werte gelangt man für eine natürliche Zahl
zu:
Aus
für ungerade
geht schließlich die für alle natürlichen Zahlen
gültige Darstellung
hervor, mit deren Hilfe man insbesondere
ableiten kann. Weitere Werte sind:
[Bearbeiten] Funktionswerte für halbzahlige Argumente
Auch die Funktionswerte für halbzahlige Argumente sind interessant, und zwar gilt
Dieser Wert wird u. a. in der Physik bei der Berechnung der kritischen Temperatur für die Ausbildung eines sog. Bose-Einstein-Kondensats und in der Spinwellen-Theorie bei magnetischen Systemen benötigt.
,
.
[Bearbeiten] Gewichtete Summen der Zetawerte
Auch wenn für
keine expliziten Ausdrücke mit mathematischen Konstanten bekannt sind, so haben mitunter deren gewichtete Summen einfache Ausdrücke. Einige Beispiele:
[Bearbeiten] Nullstellen
[Bearbeiten] Triviale Nullstellen
Aus der Produktdarstellung kann man leicht folgern, dass
für
gilt. Zusammen mit der Funktionalgleichung ergibt sich, dass die einzigen Nullstellen außerhalb des kritischen Streifens
die „trivialen“ Nullstellen
sind.
[Bearbeiten] Die Riemannsche Vermutung
Die Lage der Nullstellen im kritischen Streifen hängt eng mit Aussagen über die Verteilung der Primzahlen zusammen. Beispielsweise ist die Aussage, dass auf dem Rand des kritischen Streifens keine Nullstellen liegen, ein möglicher Zwischenschritt beim Beweis des Primzahlsatzes. Weitere Vergrößerungen des „nullstellenfreien Bereiches“ implizieren Restgliedabschätzungen im Primzahlsatz. Riemann vermutete im Jahr 1859, dass alle Nullstellen auf der parallel zur imaginären Achse verlaufenden Geraden
liegen. Diese so genannte riemannsche Vermutung konnte bislang weder bewiesen noch widerlegt werden.
Der Verlauf der Zeta-Funktion in der komplexen Ebene, besonders entlang von parallel zur imaginären Achse verlaufenden Streifen, wird wegen des Zusammenhangs mit der Primzahlverteilung und des davon unmittelbar betroffenen sogenannten Faktorisierungsproblems seit kurzem auch gezielt mit physikalischen Methoden untersucht, und zwar mit Interferenz-Methoden analog zur Holographie. Man teilt dazu die definierende Summe in zwei Teile mit positiver bzw. negativer Phase auf, ψ bzw. ψ*, die man anschließend zur Interferenz bringt.[9]
Die Imaginärteile der „ersten“ Nullstellen sind beispielsweise
| ±k | ±Im ρk |
|---|---|
| 1 | 14,134725141734693790… |
| 2 | 21,022039638771554993… |
| 3 | 25,010857580145688763… |
| 4 | 30,424876125859513210… |
Über die Eigenschaften dieser Imaginärteile (Irrationalität, Transzendenz, …) ist bis heute nahezu nichts bekannt.[10]
[Bearbeiten] Ableitung
Ein Ableitungsausdruck der
-Funktion ergibt sich aus gliedweiser Differenzierung ihrer Dirichlet-Reihe:
Somit ist ihre Ableitung die Dirichlet-erzeugende Funktion der Folge
.
Für die
-te Ableitung gilt allgemein:
Hierbei sei natürlich wieder
vorausgesetzt.
Eine weitere Formel für die Ableitung der
-Funktion lässt sich mittels logarithmischer Ableitung, also über die Identität:
gewinnen. Setzt man hier
für die
-te Primzahl (Euler-Produkt), ergibt sich:
Für alle negativen ganzen Zahlen
erhält man insbesondere:
Daraus ergeben sich unter anderem die Werte:
Andere Werte sind:
wobei
hier die Glaisher-Kinkelin-Konstante bezeichnet.
[Bearbeiten] Stammfunktion
Eine Stammfunktion der
-Funktion ist gegeben durch:
[Bearbeiten] Andere Ausdrücke für die ζ-Funktion
[Bearbeiten] Beziehung zur η-Funktion
Eine Möglichkeit, den Definitionsbereich der
-Funktion auf die gesamte rechte Halbebene
auszudehnen, ergibt sich über einen Bezug zur Dirichlet-Reihendarstellung der Dirichletschen η-Funktion.
Man erhält:
Stellt man diese Gleichung um, ergibt sich der Ausdruck für
:
[Bearbeiten] Beziehung zur Primzetafunktion
Es gilt für alle
mit
:
wobei
mit
die Primzetafunktion bezeichnet.
[Bearbeiten] Integraldarstellungen
Über den folgenden Rechenweg mittels Benutzung der geometrischen Reihe,
ergibt sich mit Hilfe der Definition der Gamma-Funktion
für
die Beziehung
Eine weitere Integraldarstellung, welche sogar für
gilt, ist gegeben durch
Der Ausdruck
mit dem Ganzzahlwert
ist ebenfalls für
gültig.[12] Diese Formel ergibt sich aus der letzten Summenformel im weiter unten stehenden Abschnitt bezüglich
für
.
Für alle
erhält man die Integralrelation
die auch zur numerischen Berechnung der Zeta-Funktion herangezogen werden kann.[13] Ein ähnlicher Ausdruck ergibt sich über die Integraldarstellung der Lerchschen Zeta-Funktion:
[Bearbeiten] Summenformeln
Zerlegt man das erste Integral aus dem vorherigen Abschnitt in die beiden Intervalle
und
, so erhält man über eine Transformation unter Zuhilfenahme der Bernoulli-Zahlen
, die über
für
definiert sind, die Summenformel
Einen anderen Weg, um zu einem Summenausdruck zu gelangen, stellt die Anwendung der Euler-MacLaurin-Summenformel,
dar, wobei
als Mindestvoraussetzung eine auf dem Intervall
-mal differenzierbare Funktion ist,
die Bernoulli-Polynome sind und
den ganzzahligen Anteil von
darstellt.[14] Indem man
mit der Summenformel umwandelt, erhält man den Ausdruck
Diese Formel gilt nicht nur für die Ebene
, sondern sogar für
(wobei natürlich wieder
sei). Durch die freie Wahl von
kann man den Definitionsbereich beliebig ausdehnen und hat damit einen Ausdruck für ganz
.[14]
[Bearbeiten] Reihenentwicklungen
Die Laurentreihe um
hat die Form
;
bei den Koeffizienten
handelt es sich um die Stieltjes-Konstanten, wobei
die Euler-Mascheroni-Konstante ist,[11] für die sich daraus insbesondere der Ausdruck
ergibt.
Helmut Hasse hat die von Konrad Knopp veröffentlichte und auf ganz
definierte Reihe
1930 bewiesen.
[Bearbeiten] Produktentwicklung
Über den Produktsatz von Weierstraß für holomorphe Funktionen ist es möglich, die Zeta-Funktion anhand ihrer Nullstellen über ein Produkt der Form
explizit zu rekonstruieren, wobei
eine auf das Produkt multiplizierte und meist elementare Funktion darstellt. Im Falle der Zeta-Funktion ergibt sich für
die Funktion
und somit unter Verwendung der trivialen sowie nicht-trivialen Nullstellen:
Unter Zuhilfenahme der Produktentwicklung der Gamma-Funktion
erhält man das Hadamard-Produkt[15], benannt nach seinem Entdecker Jacques Hadamard, das global in
konvergiert:
Eine etwas einfachere Form des Hadamard-Produktes ist:
Besonders diese letzte Darstellung verdeutlicht, dass sich die
-Funktion im Prinzip komplett aus ihren Nullstellen und ihrer Singularität bei
konstruieren lässt.
[Bearbeiten] Beziehung zur Thetafunktion
Eine weitere Möglichkeit, die Riemannsche
-Funktion analytisch fortzusetzen, ist eine Umtransformation des Integrals
mittels der jacobischen Theta-Reihe, die man klassisch über
definiert. Für den speziellen Theta-Nullwert
oder alternativ
erhält man die nützliche Transformationsformel
die sich mittels Fourier-Transformation ableiten lässt. Mit der Substitution
in das obere Integral erhält man über die gewöhnliche Mellin-Transformation:
Mit Hilfe einer erneuten Substitution
in das erste Integral und der Theta-Transformationsformel erhält man:
Zusammengefasst ergibt dies:
Dieser Ausdruck konvergiert in ganz
und ist unter der Abbildung
invariant, d.h.
hieraus kann die schon oben erwähnte Funktionalgleichung der
-Funktion gewonnen werden.[16]
[Bearbeiten] Beziehung zur Polygammafunktion
Espinosa und Moll haben 2003 die Relation
mit der Digammafunktion
und der auf komplexe Ordnungen
verallgemeinerten Polygammafunktion
aufgezeigt.[17] Unter Ausnutzung der Beziehung
zur Hurwitzschen Zeta-Funktion und Einsetzen in die allgemeinere Relation
gelangt man zu
Damit gehören die Nullstellen der ζ-Funktion zu den Lösungen ρ der Gleichung
[Bearbeiten] Verallgemeinerungen und andere Zeta-Funktionen
Es wurden diverse Funktionen betrachtet, deren Definition der der Riemannschen Zeta-Funktion ähnelt; diese wurden dann auch „Zeta-Funktion“ mit dem Namen ihres „Entdeckers“ genannt. Insbesondere sei hier auf die dedekindsche Zeta-Funktion, die hurwitzsche Zeta-Funktion und die lerchsche Zeta-Funktion verwiesen, siehe auch Liste aller Zeta-Funktionen.
[Bearbeiten] Literatur
Zur Mathematik:
- Harold Edwards: Riemann’s Zetafunction. Dover, 2001, ISBN 0-486-41740-9.
- Eugen Jahnke: Tafeln höherer Funktionen. Teubner, Stuttgart 1966.
- Peter Meier, Jörn Steuding: Wer die Zetafunktion kennt, kennt die Welt!. In: Spektrum der Wissenschaft Dossier 6/2009: „Die größten Rätsel der Mathematik“. ISBN 978-3-941205-34-5, S. 12–19.
- Jürgen Neukirch: Algebraische Zahlentheorie. Springer, Berlin 1992, ISBN 3-540-54273-6.
- Edward Charles Titchmarsh: The Theory of the Riemann Zeta-Function. 1951.
- Don Zagier: Zetafunktionen und quadratische Körper. Springer, Berlin; Heidelberg; New York 1981, ISBN 3-540-10603-0 (Teil 1, insbesondere § 4).
Zur Geschichte:
- Marcus du Sautoy: Die Musik der Primzahlen. Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik. 4 Auflage. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52320-X.
[Bearbeiten] Weblinks
- Zetagrid
- Graph der Riemannschen Zeta-Funktion (Animation)
- Bernhard Schiekel: Zeta-Funktionen in der Physik - eine Einführung (PDF-Datei; 2.4 MB)
Die folgenden Arbeiten sind englisch, aktuell und verschaffen einen schnellen Überblick:
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Definition (PDF-Datei; 68 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Allgemeines (PDF-Datei; 97 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Numerische Berechnung (PDF-Datei; 162 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Nullstellen (PDF-Datei; 112 kB)
- P. Cerone: Bounds for Zeta and Related Functions. Journal of Inequalities in Pure and Applied Mathematics, Band 6, Nr. 5, 2005 (enthält Abschätzungen der Zetafunktion für ungerade
; PDF-Datei; 248 kB) - Funktionswerte für

[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Jörn Steuding: On the Universality of the Riemann zeta-function, Seite 54.
- ↑ Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function, Seite 254.
- ↑ Eric W. Weisstein: Divisor Function. In: MathWorld. (englisch)
- ↑ Reinhold Remmert: Funktionentheorie I. Springer-Verlag Berlin et al. 1984, ISBN 3-540-12782-8, Seite 234.
- ↑ ITEM 53 (Salamin) aus M. Beeler, R. W. Gosper, R. Schroeppel: HAKMEM, MIT AI Memo 239, 29. Februar 1972 (englisch)
- ↑ Matyáš Lerch: Sur la fonction ζ(s) pour les valeurs impaires de l’argument, Jornal de sciencias mathematicas e astronomicas 14, 1900, S. 65–69 (französisch; Jahrbuch-Zusammenfassung)
- ↑ Simon Plouffe: Identities inspired by Ramanujan Notebooks
- ↑ Linas Vepstas: On Plouffe’s Ramanujan Identities
- ↑ siehe z. B. W. Merkel et al.: Factorization of Numbers with Physical Systems. In: W.P. Schleich und H. Walther (Hrsg.): Elements of Quantum Information. Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2007, Seite 339 bis 353
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 226.
- ↑ a b c d Dragan Miličić: Notes on Riemann's Zeta Function.
- ↑ Jörn Steuding: On the Universality of the Riemann zeta-function, Seite 3.
- ↑ Mathematik-Online-Kurs: Numerik - Numerische Integration der Riemannschen Zeta-Funktion
- ↑ a b Hans Rademacher: Topics in Analytic Number Theory. Springer-Verlag Berlin et al. 1973, ISBN 3-540-05447-2.
- ↑ André Voros: More Zeta Functions for the Riemann Zeros, CEA, Service de Physique Théorique de Saclay (CNRS URA 2306), Seite 6.
- ↑ Otto Forster: Funktionalgleichung der Zeta-Funktion
- ↑ Oliver Espinosa and Victor H. Moll: A Generalized Polygamma Function auf arXiv.org e-Print archive 2003.




















definierte und in einem Gebiet 









(Folge 



(Folge
(Folge
(Folge
(Folge 



(Folge
(Folge
,
.


dargestellt, so dass man klar die ersten nichttrivialen Nullstellen erkennen kann.
















![\zeta(s) = \frac{s}{s-1} + s\int\limits_1^\infty \frac{[x]-x}{x^{s+1}}\,\mathrm{d}x](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/5/3/5/53517cf062d1aec4fb5739efd466d6d8.png)




![\sum\limits_{n=2}^{N} f(n) = \int\limits_1^N f(x)\,\mathrm dx\,
+\,\sum\limits_{\nu=1}^q (-1)^\nu\,\frac{B_\nu}{\nu!}\,\left(f^{(\nu-1)}(N)-f^{(\nu-1)}(1)\right)\,
-\,\frac{(-1)^q}{q!}\int\limits_1^N B_q(x-[x])\,f^{(q)}(x)\,\mathrm dx,](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/8/a/4/8a4e734af4019d9b6fce1b29ca02b872.png)
![\zeta(s) =
\frac{1}{s-1}\,+\,\frac{1}{2}\,
+\,\sum\limits_{\nu=2}^q\frac{B_\nu}{\nu!}\,\prod\limits_{k=0}^{\nu-2}(s+k)\,
-\,\frac{1}{q!}\,\prod\limits_{k=0}^{q-1}(s+k)\,\int\limits_1^\infty B_q(x-[x])\,x^{-(s+q)}\,\mathrm dx.](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/9/8/e/98e15febd6d49624a5d433c081d1bf3a.png)
;
![\gamma = \lim_{s \to 1} \left[ \zeta(s) - \frac{1}{s-1} \right]](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/e/2/2/e22fd7c622bc58c060c8f0b92ca616d1.png)




















