Riemenschnecken

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Riemenschnecken
Riemenschnecke (Helicodonta obvoluta)

Riemenschnecke (Helicodonta obvoluta)

Systematik
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Heterobranchia
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Helicoidea
Familie: Riemenschnecken
Wissenschaftlicher Name
Helicodontidae
Kobelt, 1904

Die Riemenschnecken (Helicodontidae) sind eine Familie aus der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Die Familie beinhaltet etwa 16 Arten.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Gehäuse sind dickscheibenförmig, flachscheibenförmig bis flachkonisch. Der Gehäusedurchmesser der erwachsenen Tiere reicht bis knapp 20 mm. Der Nabel ist eng bis mäßig weit und immer unverschlossen. Die Umgänge sind konvex gerundet oder gekielt. Der Mundsaum ist mehr oder weniger deutlich umgeschlagen und kann gelippt sein oder auch zu Zähnen ausgezogen sein. Bei der Gehäusefarbe herrschen braune Farbtöne vor. Die Ornamentierung beschränkt sich auf mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Anwachsstreifen. Bei manchen Arten sitzen auf der Oberfläche der Gehäuse lange Haare. Die Tiere verschließen ihr Gehäuse in sommerlichen Ruhephasen und/oder in der Winterpause mit einem kalkigen Epiphragma.

Vorkommen, Lebensweise und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Arten der Familie leben unter Bodenstreu und Totholz in Wäldern, unter Steinen, zwischen Felsen und Felsgeröll. Sie leben je nach Art von Pilzen, Detritus und auch frischen Pflanzen. Der Verbreitungsschwerpunkt ist das östliche Mediterrangebiet, die südliche Balkanhalbinsel und Kleinasien. Einige Arten sind auch in den Süd- und Westalpen verbreitet. Nur eine Art dringt bis Mitteleuropa und Südengland vor (wahrscheinlich Reliktvorkommen).

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie der Helicodontidae wird von manchen Autoren noch als Unterfamilie der Laubschnecken (Hygromiidae) behandelt. In neueren Arbeiten wird sie jedoch als eigenständige Familie innerhalb der Helicoidea aufgefasst. Die Fauna Europaea und Bouchet und Rocroi nehmen sogar eine Unterteilung der Riemenschnecken in zwei Unterfamilien, Helicodontinae und Lindholmiolinae Schileyko, 1978 vor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi: Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47: 239-283, Ann Arbor 2005, ISSN 0076-2997
  • Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Weichtiere. 287 S., Mosaik-Verlag, München 1990 (Steinbachs Naturführer 10), ISBN 3-570-03414-3
  • Jürgen H. Jungbluth und Dietrich von Knorre: Trivialnamen der Land- und Süßwassermollusken Deutschlands (Gastropoda et Bivalvia). Mollusca, 26(1): 105-156, Dresden 2008 ISSN 1864-5127 PDF
  • Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron & Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg & Berlin 1983, ISBN 3-490-17918-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riemenschnecken (Helicodontidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien