Rieneck
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Main-Spessart | |
| Höhe: | 182 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,2 km² | |
| Einwohner: |
2.022 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 77 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97794 | |
| Vorwahl: | 09354 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MSP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 77 177 | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schulgasse 4 97794 Rieneck |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Küber | |
| Lage der Stadt Rieneck im Landkreis Main-Spessart | ||
Rieneck ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Rieneck liegt in der Region Würzburg zwischen den südlichen Ausläufern der Rhön und der Ostseite des Spessarts am Unterlauf der Sinn.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die politische Gemeinde Rieneck hat nur eine Gemarkung, nämlich „Rieneck“, aber zwei amtlich benannte Ortsteile[2]:
- Dürrhof
- Rieneck
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
| Markt Burgsinn |
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| Herrnwald (Gemeindefreies Gebiet) |
Gemeinde Gräfendorf | |
| Ruppertshüttener Forst (Gemeindefreies Gebiet) |
Langenprozeltener Forst (Gemeindefreies Gebiet) |
Stadt Gemünden am Main |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Mittelalter
Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes Rieneck stammt aus dem Jahr 790. 1168 erhielt Graf Ludwig von Rieneck die Grafschaft Rieneck im Spessart – einschließlich des Ortes Rieneck – als Lehen von Kurmainz. Seinen jetzigen Namen erhielt der Ort von den Grafen von Rieneck, die in der Burg Rieneck über dem Ort eine ihrer Residenzen hatten und den Namen „Rieneck“ von einem ausgestorbenen Geschlecht aus dem Mittelrheinischen übernommen hatten. Im Gefolge der Grafen findet sich das Ministerialengeschlecht der Voit von Rieneck, die später selbst eine lokale Bedeutung erlangten. Die Burg stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Siedlung wurde am 7. Juni 1311 als "Oppidum" bezeichnet.
[Bearbeiten] Neuzeit
Das Grafengeschlecht starb mit Graf Philipp III. von Rieneck am 3. September 1559 aus. Er hatte eng mit Philipp III. von Hanau-Münzenberg zusammengearbeitet. Als absehbar war, dass Graf Philipp III. von Rieneck ohne männliche Erben sterben würde, vereinbarten die beiden, den Hanauer Grafen als Erben einzusetzen. Durch einen Formfehler scheiterte das Projekt aber. (Zu den Einzelheiten vgl. dazu: hier.) Es kam zu einem Streit zwischen Kurmainz und Hanau über das Erbe. Hinsichtlich von Rieneck wurde dieser schließlich dahingehend gelöst, dass ein Kondominat gebildet wurde, das zu ¾ Kurmainz und zu ¼ Hanau-Münzenberg zustand. Der Mainzer Anteil wurde 1673 den Grafen von Nostitz verkauft, die ihn wiederum 1803 an die Grafen Colloredo Mansfeld weiter veräußerten. 1806 wurde Rieneck dann mediatisiert und dem Fürstentum Aschaffenburg zugeschlagen. Mit ihm fiel es an das Großherzogtum Frankfurt und mit der Niederlage Napoleons an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Rieneck.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1970 | 1987 | 2000 | 2010 |
|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 2.315 | 2.096 | 2.127 | 2.022 |
[Bearbeiten] Religion
Rieneck ist Sitz einer 1411 errichteten Pfarrei. Da Rieneck im Einflussbereich des Kurfürstentums Mainz lag, konnte die Reformation hier nicht Fuß fassen. Die Einwohner sind deshalb heute noch überwiegend römisch-katholisch. Die römisch-katholische Kirchengemeinde steht unter dem Patronat St. Johannes des Täufers. Die klassizistische Pfarrkirche wurde 1812 vollendet.
Die evangelische Kirchengemeinde gehört zu der von Burgsinn. Evangelische Gottesdienste finden regelmäßig in der Kapelle der Burg Rieneck statt.
Mit dem Novemberpogrom 1938 endete die langjährige Existenz einer Jüdischen Gemeinde in der Stadt. Hinter dem Haus Schloßberg 10 am Kriegerdenkmal erinnert eine Gedenktafel an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bewohner in der Shoa.[3]
[Bearbeiten] Politik
Bürgermeister ist seit dem 1. Oktober 2006 Wolfgang Küber (RJWU). Da er aber auch Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen ist, ist er der 7. amtierende "grüne" Bürgermeister in Bayern. Er konnte sich in einer Stichwahl gegen Edith Reuter vom Bürger Forum Rieneck (BFR) durchsetzen. Die Wahl sorgte auch überregional für öffentliches Interesse, nachdem Edith Reuter aufgrund eines formalen Meldefehlers von Wolfgang Küber als alleinige Kandidatin auf dem Wahlzettel stand. Nachdem in einem solchen Fall die Wähler die Möglichkeit haben, selbst einen Kandidaten namentlich einzusetzen und sich eine beträchtliche Zahl dabei für Wolfgang Küber entschied, konnte dieser eine Stichwahl erzwingen.
| Zeitraum | 1. Bürgermeister |
|---|---|
| 1986 - 2003 | Walter Höfling |
| 2003 - 06.06.2006 | Waldemar Horn (†) |
| ab 01.10.2006 | Wolfgang Küber |
[Bearbeiten] Tourismus / Sehenswürdigkeiten
Rieneck ist von einer reizvollen Naturlandschaft mit Laubmischwäldern (Spessarteiche) umgeben. Die weitläufige Sinntalaue, die Ende der Neunziger zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, bietet seltenen Tieren, wie dem Biber, und geschützten Pflanzen, wie der Schachblume, Heimat.
- Burg Rieneck
- Am historischen Rathaus in Fachwerk mit Erker aus dem 15./16. Jahrhundert ist ein Halseisen-Pranger angebracht mit der erläuternden Inschrift, dies sei "der letzte Rest des Centgerichts Rieneck, welches zum 'höchsten Gebott', zur Todesstrafe, verurteilen konnte.
- Gegenüber steht ein asymmetrisch gebautes Haus mit grauen Schindeln und einem ungewöhnlichen Vorbau auf Holzsäulen.
- Zusammen mit der Kirche St. Johannes bilden diese beiden Gebäude das Kernstück der Altstadt.
- Am zentralen Parkplatz an der Hauptstraße steht ein vom historischen Rathaus stammender Brunnentrog (um 1600), der einst als Weinmaß diente (so genannter "Rienecker Eimer"); der Weinbau rund um Rieneck ist heute aufgegeben.
- Der Rieneck'sche Moshenhof, einst Residenz des Dietmar von Rieneck und ab 1580 Kurmainzer Amtskellerei, wurde 1960 abgerissen. Nur ein Gedenkstein erinnert noch an seine Existenz.
[Bearbeiten] Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 849.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 97.000 €.
Das wirtschaftliche Potenzial Rienecks liegt in der Forstwirtschaft (über 2.000 ha Waldfläche) und im Fremdenverkehr (2002: 33.500 Übernachtungen, vorzugsweise in Ferienwohnungen). Eine lokale Wirtschaftsstruktur ist vorhanden und besteht überwiegend aus produzierendem Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Der größere Teil der Erwerbstätigen Rienecks pendelt in die nahegelegenen Regionalzentren Lohr am Main (Bosch Rexroth AG), Karlstadt und Würzburg.
[Bearbeiten] Verkehr
Rieneck besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden und ist den ÖPNV des Landkreises mit dem Bus eingebunden. Bei der Abzweigstelle Rieneck-Sinnberg besteht eine Überleitung zwischen der Bahnstrecke Flieden–Gemünden und der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Die Entfernung zum nächsten ICE-Haltepunkt beträgt 50 km (Würzburg Hauptbahnhof) und zum nächstgelegenen Flughafen, dem Flughafen Frankfurt am Main sind es 100 km.
[Bearbeiten] Soziales
Am Rande Rienecks liegt der Stadtteil "Hohenroth", aber bereits auf der Gemarkung von Gemünden am Main. Hier hat sich seit 1978 die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth niedergelassen. (Siehe dazu: hier.)
[Bearbeiten] Weblinks
- Geschichte der Grafschaft Rieneck
- Private Homepage über Rieneck von Matthias Freitag (Geschichte, Bilder, Links)
- Rieneck. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 13, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 823.
- Rieneck: Wappengeschichte vom HdBG
- Rieneck: Amtliche Statistik des LStDV
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/222043&attr=OBJ&val=1742
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 189
Arnstein | Aura i.Sinngrund | Birkenfeld | Bischbrunn | Burgsinn | Erlenbach b.Marktheidenfeld | Esselbach | Eußenheim | Fellen | Frammersbach | Gemünden a.Main | Gössenheim | Gräfendorf | Hafenlohr | Hasloch | Himmelstadt | Karbach | Karlstadt | Karsbach | Kreuzwertheim | Lohr a.Main | Marktheidenfeld | Mittelsinn | Neuendorf | Neuhütten | Neustadt a.Main | Obersinn | Partenstein | Rechtenbach | Retzstadt | Rieneck | Roden | Rothenfels | Schollbrunn | Steinfeld | Thüngen | Triefenstein | Urspringen | Wiesthal | Zellingen


