Riesengleithörnchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Riesengleithörnchen
Japanisches Riesengleithörnchen Petaurista leucogenys

Japanisches Riesengleithörnchen Petaurista leucogenys

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae)
Tribus: Gleithörnchen (Pteromyini)
Gattung: Riesengleithörnchen
Wissenschaftlicher Name
Petaurista
Link 1795

Die Riesengleithörnchen (Petaurista) sind eine Gattung der Gleithörnchen, die im tropischen und subtropischen Asien verbreitet ist. Einige der Arten gehören zu den größten Hörnchen überhaupt, unterschieden werden acht bis neun Arten.

Merkmale[Bearbeiten]

Einige der Arten sind die größten Hörnchen überhaupt, doch ist die Spanne der Größen innerhalb der Gattung sehr groß. So erreicht der Taguan eine Kopfrumpflänge von fast 60 cm, hinzu kommt noch ein 65 cm langer Schwanz. Andere Arten sind mit Kopfrumpflängen um 30 cm und Schwanzlängen um 35 cm allerdings nur halb so groß. Die Fellfarben variieren stark zwischen den und auch innerhalb der Arten. Der Taguan ist normalerweise oberseits rotbraun und unterseits weiß gefärbt. Das Japanische Riesengleithörnchen kommt in schwarzen, braunen oder beigefarbenen Tönen vor.

Lebensweise[Bearbeiten]

Alle Riesengleithörnchen sind Waldbewohner. Je nach Verbreitung leben sie in tropischen Regenwäldern oder gemäßigten Laub- und Mischwäldern. Die meisten Arten leben in Gebirgen oberhalb von 900 m. Im Himalaya sind Riesengleithörnchen vorwiegend in Höhen zwischen 3000 und 4000 m verbreitet. Innerhalb der Wälder leben Riesengleithörnchen in der Wipfelregion der Bäume zwischen 15 und 30 m über dem Erdboden. Dort bewegen sie sich meistens nach typischer Hörnchenart. Ist ein benachbarter Baum zu weit entfernt, nutzen sie ihre Gleitfähigkeit. Dabei können die größten Arten Strecken von bis zu 450 m zurücklegen. Die Nahrung der Riesengleithörnchen sind Nüsse, Früchte und Blätter, selten auch Insekten.

Riesengleithörnchen sind ganzjährig in Paaren anzutreffen, oft von ihrem Nachwuchs begleitet. Meistens befindet sich nur ein Junges im Wurf, gelegentlich auch zwei.

Arten[Bearbeiten]

Die Systematik innerhalb der Riesengleithörnchen ist noch nicht endgültig geklärt. Innerhalb der Gattung der Riesengleithörnchen (Petaurista) werden in der Regel acht[1] bis neun Arten[2] eingeordnet, allerdings befindet der Artstatus für einige Arten noch in der Diskussion. Als gesicherte Arten gelten aktuell die folgenden:

Historisch wurden je nach Autor 5 bis 31 Arten der Gattung beschrieben,[3] die nach aktueller Ansicht teilweise als Unterarten oder Synonyme behandelt werden. Zu den kontrovers betrachteten Arten zählen vor allem Petaurista caniceps, dessen Artstatus nach aktuellen Stand als bestätigt betrachtet werden kann,[2][4][3] sowie die noch in der Diskussion befindlichen Petaurista maritima, Petaurista sybilla, P. albiventer, P. hainana, P. marica und P. yunanensis. Weitere potenzielle Diskussionen könnten durch molekularbiologische Untersuchungen der Phylogenie der Gattung aufgefrischt werden, so etwa bezüglich P. lena und P. grandis.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Zwischen Menschen und Riesengleithörnchen gibt es in unterschiedlichem Maße Verbindungen. Während sie in vielen Regionen kaum beachtet werden, werden sie von den Ureinwohnern Taiwans in hohem Maße gejagt und als Nahrungsquelle geschätzt. Von der Regenwaldzerstörung sind die Arten überraschenderweise wenig betroffen. In Malaysia konnten sich Taguane nach der Abholzung des Primärwaldes an das Leben in Parks und Obstplantagen anpassen, so dass die Art regional zum Kulturfolger geworden ist. Andere Populationen sind allerdings weniger tolerant. Obwohl die IUCN keine Art als gefährdet einstuft, sind einzelne Populationen durchaus bedroht. Auf der Insel Hainan ist das Indische Riesengleithörnchen fast ausgestorben, auf Taiwan erging es dem Rot-Weißen Riesengleithörnchen ebenso.

Belege[Bearbeiten]

  1. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Petaurista in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  2. a b Richard W. Thorington Jr., John L. Koprowski, Michael A. Steele: Squirrels of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2012; S. 110 ff. ISBN 978-1-4214-0469-1
  3. a b c Song Li, Kai He, Fa-Hong Yu, Qi-Sen Yang: Molecular Phylogeny and Biogeography of Petaurista Inferred from the Cytochrome b Gene, with Implications for the Taxonomic Status of P. caniceps, P. marica and P. sybilla. PLOS ONE, 16. Juli 2013 doi:10.1371/journal.pone.0070461
  4. Penaurista. In: Andrew T. Smith, Yan Xie: A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, 2008; S. 177 ff. ISBN 978-0-691-09984-2.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petaurista – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien