Riesenporling

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Riesenporling
Meripilus giganteus JPG2b.jpg

Riesenporling (Meripilus giganteus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
Familie: Riesenporlingsverwandte (Meripilaceae)
Gattung: Riesenporlinge (Meripilus)
Art: Riesenporling
Wissenschaftlicher Name
Meripilus giganteus
(Pers. ex Fr.) P. Karst.
Riesenporling an der Stammbasis des Baumstammes

Der Riesenporling (Meripilus giganteus) ist ein Pilz aus der Familie der Riesenporlingsverwandten (Meripilaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper sind aus zahlreichen zungen- bis fächerförmigen Hüten zusammengesetzt, die einem gemeinsamen, wurzelnden Strunk entspringen. Die Hüte sind meist dachziegelig übereinander geschichtet und etwas gelappt. Seitlich verschmälern sie sich in einen kurzen, stielartigen Abschnitt.

Die Breite der Teilstücke beträgt 6 bis 20, die Dicke 1 bis 2 Zentimeter. Jung sind sie gelbbraun bis zimtfuchsig, dann dunkelbraun mit cremegelblichem Rand. Alt und verletzt schwärzen sie. Die Oberfläche ist schwach gezont, filzig, am Rand körnig, an der Basis runzelig. Der gesamte Fruchtkörper wird 20 bis 50, ausnahmsweise auch über 100 Zentimeter breit und bis zu 70 Kilogramm schwer. Damit bildet er in Mitteleuropa die größten und schwersten Sammelfruchtkörper.

Die erst spät gebildeten Röhren sind kurz und weiß, die sehr kurzen Poren am Strunk herablaufend, weiß bis blassgelb, bei Berührung schwärzend. Das Fleisch ist weiß und läuft an der Luft erst rötlich und später schwärzlich an. Es riecht würzig, älter unangenehm nach Pilz. Nur ganz jung ist es weich und saftig, später faserig und im Alter fast lederartig. Es schmeckt säuerlich-bitter, der Pilz ist nur jung essbar. Die Sporen sind breit elliptisch, glatt, 5 bis 7,5 auf 4 bis 6,5 Mikrometer groß.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Riesenporling kommt von Juli bis November an der Stammbasis, an Stümpfen und Wurzeln von Buchen, Eichen, Linden, Rosskastanien oder anderen Laubbäumen, selten auch an Nadelbäumen vor. Der Saprobiont lebt an Totholz in unterschiedlichem Zersetzungsstadien und ist Schwächeparasit an beschädigten Stämmen. Er verursacht eine intensive Weißfäule und ist nicht selten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gunter Schlechte: Holzbewohnende Pilze, Jahn & Ernst Verlag, Hamburg, 1986, ISBN 3-925242-26-0
  • Bruno Cetto: Enzyklopädie der Pilze, BLV Verlagsgesellschaft München Zürich Wien, Bd. 1, 1987, ISBN 3-405-13474-9
  • Rose Marie Dähnke: 1200 Pilze, AT Verlag, Aarau/Schweiz, 1993, ISBN 3-85502-503-7

Weblinks[Bearbeiten]