Riethnordhausen (bei Erfurt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Riethnordhausen
Riethnordhausen (bei Erfurt)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Riethnordhausen hervorgehoben
51.08333333333311160Koordinaten: 51° 5′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Straußfurt
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 12,93 km²
Einwohner: 998 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99195
Vorwahl: 036204
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 044
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 13
99634 Straußfurt
Webpräsenz: www.riethnordhausen.de
Bürgermeister: Jürgen Hieber
Lage der Gemeinde Riethnordhausen im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche

Die Gemeinde Riethnordhausen (umgangssprachlich Nurzen) ist mit 1070 Einwohnern und einer Fläche von 1293 Hektar Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt. Sie gehört damit zum Landkreis Sömmerda.

Geografie[Bearbeiten]

Riethnordhausen liegt im Thüringer Becken, etwa zehn Kilometer nördlich von Erfurt. Der Ort liegt an der Landstraße 2142 zwischen Straußfurt und Erfurt an der Schmalen Gera.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Haßleben, Alperstedt, Nöda, Walschleben und Ringleben.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert bildete Riethnordhausen zusammen mit dem benachbarten Mittelhausen eine „kleinere Grafschaft“ im Besitz der ludowingischen Landgrafen von Thüringen. Beide Orte kamen bei der Leipziger Teilung der wettinischen Besitzungen im Jahr 1485 zum ernestinischen Kurfürstentum Sachsen. Sie gehörten ab 1542 zum neu gebildeten „Amt Ringleben“, welches nach der Wittenberger Kapitulation 1547 im Besitz der Ernestiner blieb und bei der Erfurter Teilung 1572 zum Herzogtum Sachsen-Weimar kam. Nach dem Tod des Herzogs Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar wurde das Amt Ringleben mit seinen drei Orten im Jahr 1662 dem neu entstandenen Herzogtum Sachsen-Eisenach zugeteilt und 1672 dem Amt Großrudestedt angegliedert.[2] Ab 1741 gehörte dieses zu Sachsen-Weimar-Eisenach. Der Ort wurde 1850 dem Verwaltungsbezirk Weimar des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach zugeteilt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf einem mit einem liegenden goldenen Rohrkolben belegten gebogenen grünen Schildfuß eine blaubedachte Kirche.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die St.-Bonifatius-Kirche, auch „Thüringer Laterne“ genannt. Sie brannte 1996 fast völlig ab und wurde inzwischen durch einen Neubau ersetzt. Lediglich der weithin sichtbare Kirchturm wurde originalgetreu wieder errichtet. Der Neubau des Kirchenschiffes wurde nach Planung der Architekten Schwarzkopf und Schinzel errichtet. Seine Besonderheit ist eine Photovoltaikanlage auf der gesamten südlichen Dachhälfte.

Auf dem Friedhof erinnert ein Grabstein mit einem Geigen-Motiv an den begnadeten Geiger, den Sinto Wilhelm A. J. Weiß, der hier 1899 beigesetzt wurde. Seither besuchten viele Sinti und Roma das Grab. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten unterstanden diese Wallfahrten ständigen Kontrollen, wobei es zu Schikanen und Verhaftungen kam.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Osterfeuer
  • Sommerfest mit Fußballfreizeitturnier
  • Kirmes im Oktober

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riethnordhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Der Amtsgerichtsbezirk Großrudestedt in den Digitalen Sammlungen der Universitätsbibliothek Weimar