Rieti

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Rieti
Wappen
Rieti (Italien)
Rieti
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rieti (RI)
Koordinaten: 42° 24′ N, 12° 52′ O42.40222222222212.86405Koordinaten: 42° 24′ 8″ N, 12° 51′ 36″ O
Höhe: 405 m s.l.m.
Fläche: 206 km²
Einwohner: 47.153 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 229 Einw./km²
Postleitzahl: 02100
Vorwahl: 0746
ISTAT-Nummer: 057059
Volksbezeichnung: Reatini
Schutzpatron: Santa Barbara
Website: Rieti

Rieti ist die Hauptstadt der Provinz Rieti in der italienischen Region Latium. Sie hat 47.153 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012). Sie ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Rieti.

Blick über die Dächer der Altstadt zur Kirche San Francesco

Name und Wappen[Bearbeiten]

Der Name Rieti leite sich vom antiken Namen Reate der Sabiner für die Stadt her. Die Bedeutung dieses Namens ist unbekannt. Der Legende nach soll er auf Rhea Silvia, Mutter von Romulus und Remus zurückgehen.

Das Adjektiv zu Rieti (reatino) und die Bezeichnung der Bewohner der Stadt (Reatini) leiten sich noch heute vom lateinischen Namen Reate ab.

Das Wappen besteht aus einem geteilten Schild. Oben auf rotem Grund zwei Figuren in Silber. Eine Frauenfigur mit einer Standarte und ein Reiter. Unten auf blauem Grund ein Netz mit drei silbernen Fischen. Die Figuren sollen Rhea Silvia, legendäre Namensgeberin der Stadt, darstellen, die Manius Curius Dentatus, dem römischen Eroberer Rietis die Stadtfahne reicht. Die Fische weisen auf den Fischreichtum der Flüsse im Gebiet von Rieti hin. Die Stadtfarben sind Rot und Blau.

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Rieti in der Provinz

Rieti liegt 81 km nordöstlich von Rom, 38 km südöstlich von Terni und 59 km westlich von L'Aquila. Die Altstadt liegt in einer Biegung des Flusses Velino am Südrand des Hochtals Conca di Rieti. Die Conca di Rieti wird im Norden von den, nach der Stadt benannten, Reatiner Bergen begrenzt, die im Monte Terminillo 2,217 m s.l.m. erreichen. Im Süden wird die Conca di Rieti von den Sabiner Bergen abgeschlossen. Das Gemeindegebiet nimmt die Conca di Rieti fast vollständig ein und reicht im Osten und Süden bis in die Bergregionen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 370 bis 2,105 m s.l.m..

Zur Gemeinde gehören zahlreiche Stadtteile, Weiler und Einzelgehöfte. Die wichtigsten sind die modernen Wohn- und Industriegebiete Madonna del Cuore, Madonna del Passo, Quattro Strade und Vazia im Tal nördlich und östlich der Altstadt. In den Sabiner Bergen liegen die Dörfer Casette, Castel San Benedetto, Cerchiara, Maglianello, Poggio Fidoni, Poggio Perugino, San Giovanni Reatino und Sant’Elia. In den Reatiner Bergen liegen die Dörfer Castelfranco, Lisciano und Lugnano sowie der Wintersportort Pian de‘ Valli im Terminillo-Gebiet.

Die Nachbargemeinden sind Belmonte in Sabina, Cantalice, Casperia, Castel Sant'Angelo, Cittaducale, Colli sul Velino, Concerviano, Contigliano, Greccio, Longone Sabino, Micigliano, Monte San Giovanni in Sabina, Montenero Sabino, Poggio Bustone, Rivodutri, Roccantica, Stroncone (TR), Terni (TR) und Torricella in Sabina.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Strada Statale 4 Italia.svg Rieti liegt an der strada stadale SS 4 Via Salaria, die von Rom nach San Benedetto del Tronto an der Adriaküste führt. Seit der Antike bog die Via Salaria von Süden kommend am Forum, heute Piazza Vittorio Emanuele II, rechtwinklig nach Osten ab. Die Trasse trägt heute die Namen Via Roma und Via Garibaldi. Neben der modernen Brücke über den Velino ist noch die Ruine der römischen Vorgängerin zu sehen. Die moderne Via Salaria führt als Umgehungsstraße mit getrennten Fahrspuren südlich an der Altstadt vorbei.
  • Strada Statale 79 Italia.svg In Rieti zweigt von ihr die strada stadale SS 79 Ternana ab, die nach Terni führt.
  • Treno Die Stadt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Terni–Sulmona.
  • Der Flugplatz Rieti ist für Motor- und Segelflugzeuge ausgelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Rieti geht auf das antike Reate, den Hauptort der Sabiner zurück. Er wurde von Manius Curius Dentatus für das römische Reich erobert. Seit ca. 500 n. Chr. ist Rieti Sitz eines Bischofs. Im Mittelalter war es eine freie Kommune, bevor es Teil des Kirchenstaats wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 19.420 21.071 22.234 27.714 33.241 39.179 43.095 43.785

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Simone Pietrangeli (SEL) wurde bei der Stichwahl am 20./21. Mai 2012 zum Bürgermeister gewählt. Er besiegte Antonio Perelli (PdL) mit 67,2 %. Pietrangelis Mitte-Links-Koalition stellt auch mit 20 von 32 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[3]

Bürgermeister von Rieti:

  • 1992–1993: Paolo Bigliocchi
  • 1994–2002: Antonio Cicchetti (AN)
  • 2002–2012: Giuseppe Emili (PdL)
  • seit 2012: Simone Pietrangeli (SEL)

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist der romanische Dom von 1225, der bis ins Jahr 1283 zurückreichende Bischofspalast und die Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von Bedeutung ist die Chemiefaser- und Zuckerindustrie.

Sport[Bearbeiten]

In Rieti findet seit 1971 ein Leichtathletik-Grand-Prix-Meeting statt, bei dem am 9. September 2007 der Jamaikaner Asafa Powell in einer Zeit von 9,74 Sekunden einen neuen Weltrekord im 100-Meter-Lauf aufstellte.

Der amerikanische Basketballer Joe Bryant spielte from 1984 bis 1986 in Rieti (danach weitere 5 Jahre in Italien); sein Sohn, der heutige NBA-Star Kobe Bryant, besuchte in Rieti die Grundschule und legte damit den Grundstein für seine fließenden Italienischkenntnisse.

Am 29. August 2010 verbesserte der Kenianer David Rudisha mit 1:41,01 min über die 800-Meter-Distanz seinen erst eine Woche zuvor aufgestellten Weltrekord in Rieti um acht Hundertstelsekunden.

Vom 18. bis 21. Juli 2013 fanden im Stadio Raul Guidobaldi in Rieti die Leichtathletik-Europameisterschaften der Junioren statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rieti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Italienischer Zivilschutz
  3. Information des Innenministeriums, abgerufen am 23. Mai 2012
  4. GN-online vom 26. April 2010: Nordhorns Partnerschaft mit Rieti besiegelt - Vertrag heute in Italien feierlich unterzeichnet