Rifa’a at-Tahtawi

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Rifa’a at-Tahtawi

Rifa’a Rafi’ at-Tahtawi (arabisch ‏رفاعة رافع الطهطاوي‎, DMG Rifāʿa Rāfiʿ aṭ-Ṭahṭāwī; * 1801 in Tahta, Ägypten; † 1873) war ein ägyptischer Autor, Lehrer, Übersetzer, Ägyptologe und Vertreter der Nahda.

Tahtawi war einer der ersten ägyptischen Gelehrten, der in engen Kontakt mit der westlichen Zivilisation kam und sie zum Gegenstand seiner Untersuchungen machte. Er hielt sich in den Jahren 1826 bis 1831 als Imam einer Gruppe von Studenten, die Teil einer ägyptischen Gesandtschaft Muhammad Ali Paschas waren, in Paris auf. In dieser Zeit beobachtete er sämtliche Aspekte westlichen Lebens. Sein Bericht über seinen Pariser Aufenthalt (Taḫlīṣ al-ibrīz fī talḫīṣ Bārīz) erschien 1849 und ist auch heute noch von Interesse als eines der wenigen Dokumente des 19. Jahrhunderts, aus denen der islamische Blick auf den Westen in jener Zeit nachvollziehbar wird.

Werke[Bearbeiten]

  • Taḫlīṣ al-ibrīz fī talḫīṣ Bārīz. Bulaq, Kairo 1849.
  • Ein Muslim entdeckt Europa. Bericht über seinen Aufenthalt in Paris 1826–1831. Hrsgg. und übersetzt von Karl Stowasser. Beck, München 1989, ISBN 3-406-32796-6 (deutsche Übersetzung mit Anmerkungen).
    • Auszug in Andreas Meier (Hrsg.): Der politische Auftrag des Islam. Programme und Kritik zwischen Fundamentalismus und Reformen. Originalstimmen aus der islamischen Welt. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1994, ISBN 3-87294-616-1, S. 50–54.
  • An Imam in Paris. Account of a Stay in France by an Egyptian Cleric (1826–1831). Introduced and translated by Daniel L. Newman. New edition. Saqi, London 2011, ISBN 978-0-86356-407-9 (englische Übersetzung mit Anmerkungen und ausführlicher Einleitung).

Literatur[Bearbeiten]