Rifaat al-Assad

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Rifaat al-Assad

Rifaat al-Assad (arabisch ‏رفعت الأسد‎, DMG Rifʿat al-Asad; * 1937 in Qardaha) ist der jüngere Bruder des langjährigen syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad (1930–2000).

Rifaat war lange Zeit dessen „rechte Hand“, baute eine Miliz auf und war zeitweilig Verteidigungsminister, später Vizepräsident von Syrien. Nach der Niederschlagung eines Aufstandes der Muslimbruderschaft 1982 überwarf er sich mit seinem Bruder. Nach einem vergeblichen Putschversuch ging er ins Exil, wo er ein reicher Geschäftsmann wurde. Nach Hafiz' Tod im Jahre 2000 kritisierte er die Nachfolge von dessen Sohn Baschar al-Assad als verfassungswidrig, da er selbst Präsident zu werden hoffte.

Offizielle Berichte verschiedener Menschenrechtsorganisationen belegen seine persönliche Verantwortung für das Massaker im berüchtigten Häftlingslager vom Tadmur "Palmyra", wo er im Sommer 1980, nach einem gescheiterten Attentat auf den Präsidenten in Damaskus, seine Sondereinheiten zur Vernichtung von ca. 1000 politischen Häftlingen muslimischen Hintergrundes, in die Strafanstalt schickte.[1] Ein diesbezügliches Strafverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde in Belgien lange verzögert. Seine Verantwortung für das Massaker von Hama vom Frühling 1982, 150 km nördlich von Damaskus, wo Tausende Einwohner durch Granatbeschuss wahllos getötet oder verletzt wurden, ist ebenfalls belegt, wegen rigider Zensur jedoch nie in ganzer Breite der Weltöffentlichkeit bekannt worden. Unter Zeit- und Augenzeugen ist er unter dem Namen "Schlächter von Hama" bekannt.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Syrian Human Rights Committee: The Tadmur (Palmyra) Prison Massacre on its 27th Anniversary…Still Awaiting for Justice
  2. Robert Fisk: Freedom, democracy and human rights in Syria - Ribal al-Assad gives our writer a rare insight into the dynasty that has shaped modern Syria. In: The Independent. 16. September 2010, abgerufen am 3. April 2011.