Rikscha

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Gefährt zur Personenbeförderung. Zu anderen Bedeutungen siehe Riksha.
Rikschas in Indien, 2012
Historische Rikscha, Toyota Museum
Rikschas in Japan, Ende des 19. Jahrhunderts
Chinesische Fahrradrikscha 2002 in Freiburg im Breisgau
Fahrradtaxi für zwei Fahrgäste in Hamburg

Rikschas (von jap. 人力車, jinrikisha, dt. „Menschenkraftwagen“) sind kleine, zweirädrige von einem Menschen gezogene Gefährte zur Personenbeförderung (sog. Laufrikschas). In der letzten Zeit werden Rikschas gebaut, die mit einem Fahrrad angetrieben werden. Diese Gefährte heißen Fahrradrikscha (auch: Fahrradtaxi). Traditionell werden Rikschas in Asien genutzt, Fahrradrikschas gibt es aber auch in Europa.

In Indien und vielen anderen süd- und südostasiatischen Länder finden sich sogenannte Motor- oder Autorikschas, dabei handelt es sich um Trikes, die entweder mit einem Zweitakt- oder einem Dieselmotor betrieben werden.

Die handgezogenen Rikschas sind fast alle aus dem Straßenbild verschwunden. In Indien sind sie nur noch in Kalkutta verbreitet. Auch die unmotorisierten Fahrradrikschas könnten bald abgelöst werden. Nach Ansicht vieler Politiker sei die Arbeit der Rikscha-Wallahs unmenschlich und nicht zeitgemäß. Sie wollen den motorisierten Verkehr nach westlichem Vorbild fördern und verhängen Fahrverbote für die Rikscha-Wallahs.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Rikscha ist eine Erfindung aus Japan. Egon Erwin Kisch beschreibt die Entstehung der Rikscha in seinem Buch China geheim folgendermaßen

„Die Jinrikscha kommt aus Japan, wenn auch ihr Erfinder ein Europäer war. Der Mann, der als erster den Einfall hatte, einem Handwagen einen Stuhl aufzusetzen und diesen Fahrstuhl als öffentliches Verkehrsmittel zu verwenden, war der anglikanische Geistliche Reverend M. B. Bailey, o Segnungen des Westens und der Kirche. Das geschah Anfang der siebziger Jahre [1870er] in Tokio.“

„Ein Franzose namens Ménard eilte nach China, nach Schanghai, um eine Konzession für den Rikschaverkehr zu erlangen. Aber die Stadträte der amerikanischen und englischen (später internationalen) sowie der französischen Gemeinde wußten, daß Ersetzung von Tier oder Maschine durch Menschenkraft hierzulande das sicherste Geschäft ist, und dachten gar nicht daran, dem flinken Importeur ein so einträgliches Monopol zu schenken. Sie beschlossen, gegen ansehnliche Steuern zwanzig Lizenzen für je zwanzig Rikschas auszugeben.“

„Monsieur Ménard hätte über den Umstand, eine dieser Lizenzen zu bekommen, recht froh sein können, wenn, ja wenn er Geld genug gehabt hätte, die zwanzig Karren herstellen zu lassen. Er hatte es nicht, und so mußte er sich mit zwölfen begnügen. Das mißfiel den beiden Stadtverwaltungen, sie wollten jede Lizenz im Interesse ihrer Steuerkasse zwanzigfach ausgenützt sehen. Am 31. März 1875 entzogen sie ihm die Lizenz, ihm dem Pionier der Rikschas, die noch heute, im Zeitalter von Taxi, Privatauto, Autobus, Motorrad und Straßenbahn, der Französischen Konzession jährlich 267966 Tael und dem International Settlement 337030 Tael einbringen!“

Die Erfindung war ursprünglich für Europäer in Tokio gedacht, die die engen japanischen Sänften nicht benutzen konnten.

Modelle[Bearbeiten]

Taxameter in Tsingtau (1914)
  • Vornesitzer kommen traditionell aus Thailand oder Indonesien und werden dort Cyclo oder Becak genannt.
  • Nachbauten von klassischen Fahrradrikschas gibt es seit 1989 in Deutschland. Die Firma Velocab hat damit begonnen und die ersten Fahrradrikschas mit Gangschaltung in Deutschland angeboten. Mittlerweile gibt es weitere Anbieter, die das Design und die Technik verbessert haben. So verkaufen die meisten Anbieter Elektromotoren für ihre Modelle. Fahrradrikschas gelten auch mit Elektromotor als Fahrräder und werden unter bestimmten Voraussetzungen rechtlich als Pedelec eingestuft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rikscha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Velotaxi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]