Rimbach (Odenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rimbach
Rimbach (Odenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rimbach hervorgehoben
49.6239583333338.7603472222222174Koordinaten: 49° 37′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Höhe: 174 m ü. NHN
Fläche: 23,16 km²
Einwohner: 8450 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 365 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64668
Vorwahl: 06253
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 019
Gemeindegliederung: Kerngemeinde, 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
64668 Rimbach
Webpräsenz: www.rimbach-odw.de
Bürgermeister: Holger Schmitt (PuB)
Lage der Gemeinde Rimbach im Kreis Bergstraße
Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Rimbach ist eine Gemeinde des Kreises Bergstraße im Süden von Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Odenwald etwa 30 km nördlich von Heidelberg und rund 35 km nordöstlich von Mannheim. Sie befindet sich an der B 38 und wird von der Weschnitz durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rimbach grenzt im Norden an die Gemeinde Fürth, im Osten an die Gemeinde Grasellenbach, im Südosten an die Gemeinde Wald-Michelbach, im Süden an die Gemeinde Mörlenbach sowie im Westen an die Stadt Heppenheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nach der Hauptsatzung wurden für die Ortsteile Albersbach (einschließlich der Gehöftgruppe Helmsberg), Lauten-Weschnitz, Mitlechtern und Zotzenbach Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet, nicht hingegen für Rimbach-Mitte und den in der Gemarkung Rimbach gelegenen Weiler Münschbach.[2]

Klima[Bearbeiten]

Durch die nahe Lage zur Bergstraße herrscht in Rimbach ein mildes Klima, das häufig in einer für Deutschland frühen Mandelbaumblüte sichtbar wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Bensheim erfolgte 795 und steht im Zusammenhang mit der Schenkung der Mark Heppenheim durch Karl den Großen an das Reichskloster Lorsch. Damit wurde das Kloster aufgewertete und so dem Zugriff der Diözesen Mainz und Worms entzogen. Die Mark Heppenheim umschloss den größten Teil des heutigen Kreises Bergstraße und große Teile des Odenwaldkreises. In der Grenzbeschreibung von 773 wird Bensheim noch nicht erwähnt. Im Zusammenhang mit dieser Schenkung entwickelten sich Grenzstreitigkeiten zwischen dem Kloster Lorsch und der Diözese Worms, die 795 zur Einberufung eines Schiedsgerichtes auf dem Kahlberg bei Weschnitz führten, einer alten Versammlungs- und Gerichtsstätte unweit der heutigen Walburgiskapelle. Als Ergebnis dieses Schiedsgerichtes wurde eine neue Grenzbeschreibung festgelegt, die nun auch die wichtigsten Orte innerhalb der Grenzen der Mark Heppenheim benannte, nämlich Furte (Fürth), Rintbach (Rimbach), Morlenbach (Mörlenbach), Birkenowa (Birkenau), Winenheim (Weinheim), Heppenheim, Besinsheim (Bensheim), Urbach (Auerbach), Lauresham (Lorsch) und Bisestat (Bürstadt).[3]

1995 feierte Rimbach daher das 1.200-jährige Bestehen. 1398 gehörte Rimbach zusammen mit dem heutigen Ortsteil Zotzenbach zum Herrschaftsbereich der Erbacher. Wirtschaftlich war der Ort in dieser Zeit von der Dreifelderwirtschaft der Gutsherren und der Dorfgenossenschaft geprägt. Angebaut wurden Roggen, Dinkel, Hafer, Sommergerste, Hirse und andere Feldfrüchte.

Im 18. und frühen 19. Jahrhundert stieg die Bevölkerungszahl der Ortschaft. Im Jahre 1730 wurden in Rimbach 36 Häuser gezählt; 1806 waren es 90 Häuser mit 598 Einwohnern. Die Landwirtschaft wurde um den Anbau von Hülsenfrüchten wie Luzernen oder Esparsetten, aber auch Kartoffeln bereichert. Der Kartoffelanbau ist in Zotzenbach etwa bereits für 1769 belegt.

1806 fiel Rimbach mit den übrigen Gebieten der Erbacher, die seit 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörten, an das Großherzogtum Hessen. Mit der Gemeindeordnung des Großherzogtums von 1812 wurde Rimbach als Dorfgemeinde Teil der untersten Stufe der Staatsverwaltung und es kam zur Bauernbefreiung. Die Ortschaft entwickelte sich dann zum größten Markt im Weschnitztal, so wurden 1845 12 Vieh- und 4 Jahrmärkte abgehalten. Die Verkehrsanbindung verbesserte sich durch den Ausbau der Weschnitztalstraße zur Provinzialstraße. 1871 hatte Rimbach 1703 Einwohner, die in 205 Häusern lebten. 1887 wurde die heutige Martin-Luther Schule (heutige Benennung: 1945) in Rimbach begründet. Durch die Eröffnung der Weschnitztalbahn wurde der Ort 1895 direkt an das Verkehrssystem des Rhein-Main-Neckar-Gebietes angeschlossen.

1992 wurde Rimbach Sitz der Jugendmusikschule der Gemeinden des Überwaldes und Weschnitztals.
siehe auch Burgstadel Rimbach

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 1. Januar 1969 die Gemeinde Albersbach der Gemeinde Rimbach an.[4] Am 31. Dezember 1971 folgten Zotzenbach mit dem Weiler Unter-Mengelbach sowie Lauten-Weschnitz und Mitlechtern.[5] Für die beiden letztgenannten Gemeinden war es eine Mehrheitsentscheidung. Der Alternativvorschlag zum Zusammengehen mit der Gemeinde Fürth wurde überstimmt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
42,6 %
25,5 %
13,8 %
13,8 %
4,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,5 %p
+2,3 %p
+8,4 %p
+4,8 %p
-1,4 %p
-4,5 %p

Die Kommunalwahl 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

Parteien und
Wählergemeinschaften
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD 42,6 11 52,1 16 46,3 14
CDU 25,5 6 23,2 7 25,2 8
GRÜNE 13,8 4 5,4 2 5,0 2
Freie Wählergemeinschaft 13,8 3 9,0 3 9,9 3
FDP 4,4 1 5,8 2 6,1 2
Unabhängige Bürger Liste 4,5 1 7,6 2
gesamt 100,0 25 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,7 64,2 57,6
Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird alle sechs Jahre direkt gewählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bürgermeister in Rimbach durchgängig von der SPD gestellt.[7] Bei der Wahl 2012 setzte sich mit 69,1 Prozent Holger Schmitt durch. Er trat das Amt am 1. August an.[8]

  • 1945–1946 Ludwig Nikolaus Spilger (SPD)
  • 1946–1971 Adam Schmitt (SPD)
  • 1971–1981 Georg Adam Schmitt (SPD)
  • 1981–1994 Erich Nauth (SPD)
  • 1994–2012 Hans-Jürgen Pfeifer (SPD)
  • Seit 2012 Holger Schmitt (PuB)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit Colwich-Haywood[9] in England und Thourotte in Frankreich werden seit 1983 partnerschaftliche Beziehungen gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche
Ehemalige Synagoge

Theater[Bearbeiten]

  • K.U.S.S. – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Jugendbühne – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Center Stage – English Theater – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Grünes Theater – KSG Mitlechtern

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rimbescher Kerwe
  • Rimbacher Pfingstmarkt
  • Rimbacher Herbst
  • Rimbacher Frühling
  • Schwarzwurzelfastnacht in Rimbach
  • Nikolausparty in Rimbach
  • Cool-tur

Jugendgruppen[Bearbeiten]

  • Katholische Junge Gemeinde (KJG) St. Elisabeth Rimbach (jedes Jahr mit Zeltlager)
  • Christliche Pfadfinderschaft im CPD
  • Jugendfeuerwehr
  • Jugendrotkreuz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rimbach liegt an der Weschnitztalbahn von Weinheim nach Fürth im Odenwald, von der die Überwaldbahn in Mörlenbach nach Wald-Michelbach abzweigte.

Weiterhin führt die Bundesstraße 38 durch Rimbach. Der 1999 eingeweihte Saukopftunnel ermöglichte die Ortsumgehung Birkenaus, und verbesserte die Anbindung Rimbachs an Weinheim und das Autobahnnetz. Als neuer Flaschenhals hat sich nun jedoch Mörlenbach entwickelt, dessen Ortsumgehung in Planung ist.

Bildung[Bearbeiten]

  • 5 Kindergärten
  • 2 Kinderkrippe
  • 3 Grundschulen
  • 1 Haupt- und Realschule
  • 1 Gymnasium (Martin-Luther-Schule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsbeiräte siehe § 6 der Hauptsatzung PDF-Datei 293,1 KB
  3. "Regesten der Stadt Heppenheim und Burg Starkenburg bis zum Ende Kurmainzer Oberherrschaft (755 bis 1461) Im Auftrag des Stadtarchivs Heppenheim zusammengestellt und kommentiert von Torsten Wondrejz", Nr. 5a (online, PDF; 2,0 MB)
  4. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 20. Dezember 1968 — IV A 22 — 3 k 08/05 — 2/68 — Betrifft: Eingliederung der Gemeinde Albersbach in die Gemeinde Rimbach, Landkreis Bergstraße (StAnz. 1/1969 S. 5)
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 349.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt, Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Fest in den Händen der SPD. Echo Online 5. März 2012
  8. Klarer Sieg für Holger Schmitt. Echo Online 5. März 2012
  9. Haywood and Colwich bei BBC Domesday Project (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rimbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien