Rimella

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Rimella
Kein Wappen vorhanden.
Rimella (Italien)
Rimella
Staat: Italien
Region: Piemont
Provinz: Vercelli (VC)
Koordinaten: 45° 54′ N, 8° 11′ O45.98.18333333333331182Koordinaten: 45° 54′ 0″ N, 8° 11′ 0″ O
Höhe: 1182 m s.l.m.
Fläche: 29 km²
Einwohner: 135 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 5 Einw./km²
Postleitzahl: 13020
Vorwahl: 0163
ISTAT-Nummer: 002113
Volksbezeichnung: Rimellesi
Schutzpatron: San Michele
Panorama
Ortsteil San Gottardo

Rimella (walserdeutsch Remmalju, piemontesisch Rimela) ist eine Walser-Gemeinde mit 135 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der italienischen Provinz Vercelli (VC), Region Piemont.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst die Talkessel des Landwassers und des Enderwassers und hat kein eigentliches Ortszentrum, sondern umfasst über ein Dutzend Weiler.

Die Ortsteile sind Chiesa (walserdeutsch zer Chilchu), Grondo (Grund), Pianello (en d Äggu), Prati (en Matte), Riva (Rivu), Roncaccio Inferiore (en du Nidru), Roncaccio Superiore (en dun Obru), Sant’Anna (Tossu, zum Trog, Erörtru), Sant’Antonio (zum Grazianu), San Gottardo (ä Runt), Sella (Ŝchattal), Villa Inferiore (Niderdörf) und Villa Superiore (Oberdörf).

Die Nachbargemeinden sind Bannio Anzino, Calasca-Castiglione, Cravagliana, Fobello und Valstrona.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 28 km².

Geschichte und Sprache[Bearbeiten]

Die damaligen Alpen Rimella und Rotunda wurden 1255 von drei Männern aus dem schweizerischen Wallis, nämlich Johannes aus Visperterminen, Ancelmus Sohn des Johannis de monte und Guillelmus aus Saas-Balen vom Kapitel San Giulio d’Orta gepachtet. Bereits ein gutes Jahr später gesellen sich zu diesen drei ersten Pächtern neun weitere ebenfalls mehrheitlich aus dem Wallis stammende Familienoberhäupter. Noch in den 1970er Jahren war Rimella deshalb eine ausschließlich walserdeutschsprachige Gemeinde, wobei Verwaltungs-, Schul- und Kirchensprache schon seit langem Italienisch sind.

Aufgrund seiner schwachen Wirtschaftsstruktur ist die Bergbauerngemeinde Rimella heute akut von Entvölkerung bedroht (1631: 964 Einwohner; 1831: 1381 Einwohner; 1900: 1232 Einwohner; 1943: 905 Einwohner; 1971: 320 Einwohner; 2004: 142 Einwohner).

Literatur[Bearbeiten]

  • Marco Bauen: Sprachgemischter Mundartausdruck in Rimella (Valsesia, Piemaont). Zur Syntax eines südwalserischen Dialekts im Spannungsfeld der italienischen Landes- und Kultursprache, Bern und Stuttgart 1978.
  • Paolo Sibilla: Una comunità Walser delle Alpi. Strutture tradizionali e processi culturali, Florenz 1980.
  • Centro Studi Walser (Hg.): Ts Remmaljertittschu. Vocabolario Italiano – Tittschu, Turin 1995. Vocabolario Tittschu – Italiano, Borgosesia 2005.
  • Centro Studi Walser (Hg.): Storia di Rimella in Valsesia, Ravenna 2004.
  • Silke La Rose: Walser Recht ennetbirgen – Ein Beitrag zu Ursprung und Verlaufsbedingungen der Walserwanderung – Teil II: Rimella und Alagna, in: Wir Walser 1 (2006) 7–17.
  • Atlante Toponomastico del Piemonte Montano Nr. 31: Rimella, hg. von der Università degli Studi di Torino und der Region Piemont, Turin 2007 [Flurnamensammlung, -erklärung und -karte].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]