ring°racer

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ring°racer
ring°racer
Daten
Standort Nürburgring (Nürburg, Rheinland-Pfalz, Deutschland)
Typ Stahl – sitzend
Modell High-Thrill Coaster
Antriebsart pneumatischer Abschuss,
0–160 km/h in weniger als 2 s
Hersteller S&S Worldwide
Eröffnung 31. Oktober 2013
Schließung 3. November 2013
Länge 1212 m
Höhe 37,5 m
max. Geschwindigkeit 160 km/h
Fahrtzeit etwa 2:30 min
Züge 2 Züge, 2 Wagen/Zug, 2 Sitzreihen/Wagen, 2 Sitzplätze/Sitzreihe
Kapazität 400 Personen pro Stunde
Inversionen 0
Elemente
Thematisierung Formel 1

ring°racer am Nürburgring (Nürburg, Rheinland-Pfalz, Deutschland) war eine Stahlachterbahn vom Modell High-Thrill Coaster des Herstellers S&S Power. Als Teil des Projektes Nürburgring 2009 sollte die Achterbahn am 15. August 2009 für das Publikum eröffnet werden, nachdem mit Prominenten schon beim Formel-1-Rennen 2009 eine symbolische langsame Eröffnungsfahrt durchgeführt wurde. Wegen technischer Probleme und unzureichender Sicherheitskonzepte konnte die Achterbahn ihren Fahrbetrieb jedoch erst ab dem 31. Oktober 2013 aufnehmen. Am 3. November 2013 fanden nach nur vier Tagen und rund 2000 Fahrgästen die letzten Fahrten für Besucher statt. Seit der Übernahme des Nürburgrings durch den Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn steht fest, dass die Achterbahn verkauft wird.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Technische Mängel führten dazu, dass die für den 15. August 2009 geplante Eröffnung mehrmals verschoben wurde. Sie sollte dann im Frühjahr 2010 stattfinden, wurde aber wegen neuer notwendiger Tests und ausstehender TÜV-Abnahme erneut vertagt. Offiziell stellte die Nürburgring GmbH sogar die Inbetriebnahme insgesamt in Frage. Die Gesamtkosten wurden vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen einer kleinen Anfrage im Landtag mit 10,4 Millionen Euro (netto) angegeben.

Im Juli 2009 entwich eine große Menge Druckluft explosionsartig aus dem Katapultsystem.

Am 3. September 2009 raste der Antrieb vermutlich ungebremst gegen den Endanschlag, wobei sogar weit entfernte Fensterscheiben durch den Knall platzten. Sechs Arbeiter erlitten dadurch ein Knalltrauma. Der von Kevin Rohwer (S&S Power) bekanntgegebene Grund für den Fehler war, dass der Softwarecode eine falsche logische Verknüpfung enthielt.[2] Der von den verletzten Arbeitern gestellte Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz wurde am 2. Juni 2010 mangels Straftat eingestellt.[3]

Am 14. Mai 2011 ereignete sich bei Sicherheitstests erneut ein Zwischenfall, bei dem wiederum eine große Menge Druckluft explosionsartig aus dem Katapultsystem entwich. Die Tests wurden während eines 6-Stunden-Rennens der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring durchgeführt. Dabei kam es zu einem Knall während eines kontrollierten Abschusses.[4]

Im Jahr 2011 wurde aus technischen Gründen die ursprünglich geplante Abschussgeschwindigkeit des Katapultes von 217 km/h auf 160 km/h herabgesetzt.

Anfang 2013 lag ein Angebot eines Freizeitparks aus dem Ausland vor, die Achterbahn zu kaufen und dort neu aufbauen zu lassen.[5] Nach langer Verzögerung erteilte die Kreisverwaltung Ahrweiler eine Betriebsgenehmigung zum Ende Oktober 2013. Der ring°racer konnte so mit mehr als vier Jahren Verspätung am 31. Oktober 2013 eröffnet werden.[6]

Am 11. März 2014 wurde bekannt, dass der Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn für 100 Millionen Euro nach einem Bieterwettbewerb den gesamten Nürburgring inklusive Freizeitpark ring°werk und Erlebnisdorf „Grüne Hölle“ übernommen hat. Als neuer Eigentümer kündigte daraufhin Capricorn-Geschäftsführer Robertino Wild am gleichen Tag in Koblenz an, sobald die EU-Kommission die Übernahme genehmigt habe, die „Grüne Hölle“ sofort als einen der großen Verlustbringer einzustellen und den ring°racer stillzulegen. Auf die Frage, was mit den Gebäuden in dem Freizeitpark am Ring geschehe, sagte er: „Höflich gesagt heißt das Rückbau.“ Stattdessen will Capricorn am Ring einen Automobil-Technologieschwerpunkt aufbauen.[7]

Fahrt[Bearbeiten]

Der ring°racer parallel zur Start-und-Ziel-Geraden des Nürburgrings

Nachdem der Zug die Station verlassen hatte, rollte er auf die Beschleunigungsstrecke zu. Dort stoppte er kurz und wurde pneumatisch innerhalb von weniger als 2 Sekunden von 0 auf 160 km/h entlang der Start-Ziel-Geraden beschleunigt. Nach dieser Beschleunigung wurde er wieder auf ungefähr 100 km/h abgebremst und durchfuhr eine höhergelegene Kurvenkombination zwischen Tribünen. Danach fuhr der Zug wieder in das ring°werk-Gebäude und unter dessen Decke langsam zur Station zurück.

Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung sollte der ring°racer die schnellste Achterbahn der Welt sein, was er aber infolge der Verzögerungen nicht wurde. Im Herbst 2010 stellte die Formula Rossa (Abu Dhabi) mit 240 km/h einen neuen Weltrekord auf.

Züge[Bearbeiten]

ring°racer besaß zwei Züge mit jeweils zwei Wagen. In jedem Wagen konnten vier Personen (zwei Reihen à zwei Personen) Platz nehmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doch schon jetzt das Aus: Ring-Racer für 12 Millionen fuhr vier Tage (Online-Artikel der Rhein-Zeitung)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatjp: Euro Attractions Show 2009 S&S Worldwide. coastersandmore, abgerufen am 4. November 2010.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMinisterium für Justiz des Landes Rheinland-Pfalz: Unfall des Ring-Racers am Nürburgring am 03.09.2009: Verfahren eingestellt. In: 1. Folgemitteilung nach Erstmitteilung vom 18. September 2009 (2031 UJs 26459/09 StA Koblenz). 2. Juni 2010, abgerufen am 5. Juni 2010.
  4. Erneute Explosion am Ring-Racer, Artikel General-Anzeiger Bonn vom 16. Mai 2011, abgerufen am 21. Mai 2011.
  5. Der Ring-Racer bleibt auf der Standspur, Artikel General-Anzeiger Bonn vom 7. Februar 2012, abgerufen am 20. Februar 2013.
  6. Offizieller Start ring racer am Nürburgring. www.wochenspiegellive.de, 30. Oktober 2013, abgerufen am 31. Oktober 2013.
  7. Das Ende für die „Grüne Hölle“, Artikel Kölner Stadtanzeiger vom 11. März 2014, abgerufen am 12. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

50.3338470138896.9462561111111Koordinaten: 50° 20′ 2″ N, 6° 56′ 47″ O