Ringflügler

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Horizontaler Ringflügel, 1914 (Zweite Ausführung des Lee-Richards Annular Monoplane mit Gordon England als Pilot vor einem Testflug)

Ringflügler oder Coleopter sind Flugzeuge mit ringförmiger Tragfläche, also Ringflügeln. Sie wurden bisher nur vereinzelt als Experimental- und Modellflugzeuge (z. B. Turboplan) gebaut.

Ein weiteres Beispiel war der Reisecoleopter Hanneton III a. Dies war ein ziviler Senkrechtstarter, welcher zwischen 1952 und 1959 in vier verschiedenen Varianten gebaut und getestet wurde: der unbemannte Prototyp SNECMA C.400 P1 sowie die mit Schleudersitzen für einen Piloten ausgestatteten Modelle P 2, P3 und der sechssitzige SNECMA C.450-01 Coleoptere. Letzterer stürzte am 25. Juli 1959 bei einem Testflug beim Übergang vom Senkrecht(Vertikal)- zum Waagrecht(Horizontal)-Flug ab; der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten:

„Hanneton III A sollte durch 2 Gasturbinen von je 600 PS angetrieben werden, eine Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h bei einer Reichweite von 2000 km erreichen. Die Passagiere sollten in Schwenksesseln zu dritt hintereinander sitzen. Die Sessel waren so konstruiert, dass die Fluggäste immer senkrecht sitzen, da sich bei Lageveränderung des Coleopters die Kabine um die Sitze drehte. Bei Luftnotfällen sollte Kabine und Ringflugkörper automatisch getrennt werden.“[1]

Horizontale Ringflügel haben Tragflächen, die sich sichelförmig bis zum Heckleitwerk erstrecken und so Tragflächen und Höhenleitwerk zu einer Einheit verbinden. Vorteil dieser Konstruktion ist eine größere Stabilität und möglicherweise ein günstigeres Strömungsverhalten. 1953 baute die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen den Prototyp eines horizontalen Ringflügels als Nurflügel (FVA-14), der jedoch nicht fertiggestellt wurde.

Bei Vertikalen Ringflügeln bilden die Tragflächen eine vorne und hinten offene Röhre, die den Rumpf umschließt. In der „konventionelleren“ Version werden dabei die stark gepfeilten Tragflächen eines Tiefdeckers nach oben zur Oberkante des Seitenleitwerks gebogen, wo sie sich zu einem Oval verbinden - es entsteht eine Art Doppeldecker mit fließenden Übergängen. In der „radikaleren“ Version besteht ein vertikaler Rundflügel aus einer Röhre, die einen längeren Rumpf konzentrisch umgibt. Soweit bekannt, wurde nach diesem Konzept nur ein Prototyp gebaut und erprobt, der düsengetriebene Coléoptère der Firma Snecma, einer der ersten Versuche zum Bau eines Senkrechtstarters.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. modellbaubogen.com, Flugzeuge, Historische: Hanneton III A Coleopter (28. März 2013)