Riniken

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Riniken
Wappen von Riniken
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4111i1f3f4
Postleitzahl: 5223
Koordinaten: 656430 / 26083347.495838.187506387Koordinaten: 47° 29′ 45″ N, 8° 11′ 15″ O; CH1903: 656430 / 260833
Höhe: 387 m ü. M.
Fläche: 4.76 km²
Einwohner: 1477 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 310 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 17,0 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.riniken.ch
Riniken

Riniken

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Riniken (schweizerdeutsch: ˈriːnikχə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt knapp zwei Kilometer nordwestlich des Bezirkshauptorts.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in einem muldenartigen Tal zwischen dem Bruggerberg (516 m ü. M.) im Osten und der Ebni (514 m ü. M.) im Westen, zwei bewaldeten Hügeln am Rande des Tafeljuras. Der Hang des Bruggerbergs ist flach geneigt und gleichmässig abfallend. Der Iberg (485 m ü. M.), ein Ausläufer der Ebni, verengt sich nach Norden hin zu einem 250 Meter breiten und mehr als 100 Meter hohen Felsriegel, der auf drei Seiten steil abfällt. Dort steht die gleichnamige Burgruine. Ebni und Iberg trennen das Dorf vom langgestreckten Ital, in welchem der Reinerbach entspringt. Im Nordosten erstreckt sich die ausgedehnte Rüfenacher Ebene. Rund einen Kilometer südlich von Riniken liegt der Ortsteil Tiefgrueb (390 m ü. M.), der mit Umiken zusammengewachsen ist.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 476 Hektaren, davon sind 270 Hektaren bewaldet und 59 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 514 Metern auf der Ebni, der tiefste auf 373 Metern am Nordfuss des Bruggerbergs.

Nachbargemeinden sind Remigen im Norden, Rüfenach im Osten, Brugg im Süden, Bözberg im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde von Ziegelstempeln der Legio XXI Rapax und ein Keramikfragment lassen darauf schliessen, dass die Römer auf dem Iberg einen Wachtturm errichteten.[5] Eingewanderte Alamannen gründeten das Dorf im 6. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung von Rinichon erfolgte im Jahr 1253, als die Habsburger Grundstücke in dieser Siedlung an das Kloster Wettingen übertrugen. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Rininghofun und bedeutet «bei den Höfen der Sippe des Rino».[3]

Im 13. Jahrhundert fassten die Habsburger ihre Herrschaftsrechte westlich und nördlich von Brugg im Gericht Bözberg zusammen. Dazu gehörten neben Riniken auch Oberbözberg, Unterbözberg, Lauffohr, Linn, Mönthal, Rein, Remigen, Rüfenach, Stilli und Villigen. Bereits in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts hatte ein niederes Adelsgeschlecht im Dienste der Habsburger die Burg Iberg errichten lassen. Das Gericht wechselte ab 1348 durch Verpfändung mehrmals den Besitzer und kam 1377 schliesslich zur Herrschaft Schenkenberg. Der grösste Teil des Grundbesitzes gehörte dem Kloster Königsfelden in Windisch.

Riniken

Die Stadt Bern besetzte 1460 die Herrschaft militärisch und fügte sie als neues Amt Schenkenberg den übrigen Untertanengebieten im Berner Aargau zu. 1528 führten die Berner die Reformation ein. 1566 erfolgte die Aufteilung des Gerichtsbezirks Bözberg, woraufhin das Dorf von Stilli aus verwaltet wurde. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Riniken gehört seither zum Kanton Aargau.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Riniken ein kleines, bescheidenes Bauerndorf. Dann setzte jedoch eine rege Bautätigkeit ein und das Dorf wandelte sich zu einer Wohngemeinde. Zwischen 1960 und 1990 stieg die Einwohnerzahl um mehr als das Vierfache und hat sich in den letzten Jahren bei rund 1400 eingependelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand auf dem gleichnamigen Hügel über der Ebene die Burg Iberg. Bewohnt wurde sie von Dienstleuten der Habsburger. Im Spätmittelalter verfiel die 75 Meter lange Anlage zu einer Ruine; nur noch ein Teil der Ringmauer ist übriggeblieben. Bis 1978 war Riniken ein Teil der Pfarrei Umiken und erhielt in jenem Jahr erstmals eine eigene Kirche; der moderne Bau wird sowohl von Katholiken als auch Reformierten genutzt.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb auf grünem Dreiberg grüne Tanne mit braunem Stamm.» Erstmals erscheint dieses Wappen auf dem Gemeindesiegel von 1872. Bis 1953 war die Farbe des Schildgrunds weiss statt gelb und wurde geändert, um Verwechslungen mit ähnlichen Gemeindewappen zu vermeiden. Den Vorschlag, das unheraldische Braun des Baumstammes zu ändern, lehnte der Gemeinderat im Jahr 2002 ab.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[8]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 213 338 291 304 300 352 947 1271 1420 1369 1454

Am 31. Dezember 2013 lebten 1477 Menschen in Riniken, der Ausländeranteil betrug 17 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 52,1 % reformiert, 30,4 % römisch-katholisch und 5,0 % moslemisch; 1,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 88,5 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,3 % Albanisch, je 1,5 % Italienisch und Türkisch, je 1,2 % Französisch und Serbokroatisch, 1,0 % Portugiesisch.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Riniken gehört zum Friedensrichterkreis Brugg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Riniken ist eine typische Wohngemeinde und hat gemäss Betriebszählung 2008 etwa 260 Arbeitsplätze, davon 9 % in der Landwirtschaft, 23 % in der Industrie und 68 % im Dienstleistungssektor.[11] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg und Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Riniken liegt an einer Nebenstrasse, die in Umiken von der Hauptstrasse 3 (BaselZürich) über den Bözbergpass abzweigt und in Richtung Remigen führt. Das Dorf wird durch die Postautolinie vom Bahnhof Brugg nach Laufenburg an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Bildung[Bearbeiten]

Riniken verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule) können in Brugg besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden, Wettingen und Aarau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 356.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 195.
  6.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  7.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 254.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  11. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.