Rinnstein

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Rinnstein
Rinnstein am Haussockel

Ein Rinnstein ist ein Pflasterstein mit eingelassener Mulde und wird als Bauteil im Straßen- und Wegebau verwendet. Er dient dem Abfließen von Regenwasser und befindet sich zwischen Bordstein und Straße. Längliche Rinnsteine werden auch als Gossenläufer bezeichnet.

Definitionen[Bearbeiten]

In dem von den Brüdern Grimm begründeten Deutschen Wörterbuch heißt es dazu, der Rinnstein sei „eine in stein gehauene oder gemauerte rinne im straszenpflaster“.[1]

Das Universallexikon von Pierer von 1857 verzeichnet für den Begriff folgende Bedeutungen:

  • Einmal sei es „die in manchen Städten (zum Beispiel Berlin) entlang den Straßen hinlaufenden ausgehöhlten Steine, welche das Tagewasser oder Spülicht den Schleußen zuführen“.
  • Andererseits bezeichnet man damit auch „ein etwa 3 Fuß großer, oberhalb einige Zoll tief ausgehöhlter Sandstein in Küchen, gewöhnlich in einer Fenstervertiefung in Brüstungshöhe angebracht, durch welchen das überflüssige und unreine Wasser abgeführt wird.“
  • Ferner sei dies „der unter der Mündung des Abfallrohres befindliche ausgehöhlte Stein, welcher das Dachtraufwasser nach den Schleußen od. Gossen leitet. Diese Abwasservorrichtung leitete die Flüssigkeiten dann meist auf die Straße.“[2]
Rinnstein, Darstellung in Lueger, Lexikon der gesamten Technik 1904

Nach Lueger

  • sei der Rinnstein bzw. die „Gossen, gepflasterte Rinnen von 1–1,5 m Breite, wie sie an Straßen angewendet werden, wo der Raum für Seitengräben fehlt (in Ortschaften bei hochliegendem Fußwege) [Fig. 1], in tiefen Einschnitten mit seitlich begrenzenden Stützmauern [Fig. 2]“ [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rinnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RINNSTEIN, m.. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 14. Hirzel, Leipzig 1893, Sp. 1025 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  2. Rinnstein. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Bd. 14, Altenburg 1862, S. 179 (online bei zeno.org).
  3. Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 4 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 599.