Rivierenbuurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Amsterdamer Rivierenbuurt

Die Rivierenbuurt (deutsch: Flussviertel) ist ein Stadtviertel in Amsterdam Süd (Provinz Nordholland).

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1920er und 1930er Jahren wurde die Rivierenbuurt[1] angelegt und war Teil von „Plan Zuid“ (Plan Süd) des niederländischen Architekten H.P. Berlage von 1905. Berlages Plan wurde teilweise ausgeführt und 1915[2] reichte er auf Anfrage der Gemeinde den zweiten „Plan Zuid“ ein mit den Einrichtungen: Krankenhaus, Kirche, Schulen, weniger Grünflächen, Universität und Feuerwehrgebäude. Dieser Plan wurde dann realisiert, nicht nur in der Rivierenbuurt, auch in dem damaligen Viertel Zuideramstel.[3]

An der Ostseite des Wohnviertels befindet sich seit 1934 die Berlagebrug („Berlagebrücke“) über den Fluss Amstel. Am 7. Mai 1945 kamen die Kanadischen Streitkräfte über diese Brücke nach Amsterdam, um die Stadt von den Nationalsozialisten zu befreien. 1958 wurde der Platz Westerscheldeplein umbenannt in Europaplein mit dem RAI-Kongresszentrum. An der Südkante der Rivierenbuurt liegt die „President Kennedylaan“, vormals „Rivierenlaan“ und der Martin-Luther-Kingpark. Seit dem 1. Mai 2010, nach der neuen Einteilung der Stadtbezirke und damit auch der Wohnviertel in Amsterdam, ist die Rivierenbuurt Teil vom Amsterdam Süd. Die Straßenbahnen Nr. 4, 12, und 25 fahren durch das Viertel.

Rivierenbuurt

Nähe der Einkaufsstraße „Scheldestraat“ befinden sich sechs Schulen und das Mirandabad sowie der Friedhof Zorgvlied. Die Rivierenbuurt ist wiederum aufgeteilt in die Nachbarschaftsviertel Remisebuurt, IJsselbuurt (Mit 2309 Einwohnern in IJsselbuurt West und in IJsselbuurt Oost 2838)[4], Scheldebuurt (Mit 4212 Einwohnern in Scheldebuurt West, Scheldebuurt Midden 3149 und in Scheldebuurt Oost 2221), Weteringbuurt Zuid, Wielingerbuurt und Wolkenkrapperbuurt.

In den 1930er Jahren waren zahlreiche Juden aus Deutschland nach den Niederlanden geflüchtet um den Repressalien der Nationalsozialisten zu entkommen. Die damalige niederländische Regierung hatte beschlossen nur jüdische Flüchtlinge aufzunehmen die sich in „direkter Lebensgefahr“ befanden und sie durften dem niederländischen Staat keine Kosten verursachen. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges befanden sich in Amsterdam rund 80.000 jüdische Bewohner, von denen ein nicht geringer Teil in der Rivierenbuurt wohnten, unter ihnen Anne Frank.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ton Idsinga, Ingrid Oosterheerd (Redaktion): Contrast en samenhang. Uitgeverij 010. Rotterdam 2009. S. 104. Mit CD. ISBN 90-6450-718-X
  • Wil Swart: Schoonheid in verscheidenheid, de Rivierenbuurt in Amsterdam. Stadsdrukkerii Amsterdam 1998. ISBN 90-5366-087-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. hierzu: Ton Idsinga, Ingrid Oosterheerd (Redaktion): Contrast en samenhang. Zitat: „De Rivierenbuurt is een oude volksbuurt met vooral smalle straten, een paar brede grachten en doorgaande wegen. (...) In september 2000 stelde het College van B en W de stedenbouwkundige visie van Krier voor de Rivierenbuurt vast.“
  2. Geheugen Van Plan Zuid. Artikel in De Tijd vom 21. Februar 1916 über den von Berlage eingedienten Plan Zuid von 1915
  3. Geschichte der Stadtteile Zuideramstel und Rivierenbuurt. Niederländisch, abgerufen am 18. Januar 2013
  4. Anzahl der Einwohner von IJsselbuurt und Scheldebuurt. Vom Bureau Onderzoek en Statistiek, 1. Januar 2012. Abgerufen am 18. Januar 2013
  5. Chronologie der Judenverfolgung. 13.000 ermordete Juden in der Rivierenbuurt. Mit zahlreichen Fotos. Niederländisch, abgerufen am 1. Februar 2011

52.345284.897573Koordinaten: 52° 21′ N, 4° 54′ O