Robben Island

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Robben Island
Blick vom Tafelberg auf Robben Island
Blick vom Tafelberg auf Robben Island
Gewässer Tafelbucht
Geographische Lage 33° 48′ 0″ S, 18° 22′ 0″ O-33.818.36666666666730Koordinaten: 33° 48′ 0″ S, 18° 22′ 0″ O
Robben Island (Südafrika)
Robben Island
Länge 3,5 km
Breite 1,5 km
Fläche 5,47 km²
Höchste Erhebung Minto Hill
30 m
Hauptort Irish Town
Karte von Robben Island
Karte von Robben Island

Robben Island (afrikaans: Robbeneiland) ist eine kleine Insel in der Tafelbucht im Atlantik etwa zwölf Kilometer vor der südafrikanischen Küstenstadt Kapstadt und 6,9 km vom nächstgelegenen Festlandsabschnitt bei Bloubergstrand. Die einst als Gefängnis genutzte Insel wurde Mitte der 1990er Jahre zu einem Natur- und Nationaldenkmal, das frühere Gefängnisgebäude zu einem Museum umgestaltet. In dem einstigen Gefängnis verbrachte Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte als Häftling in einer 4 m² großen Einzelzelle.

Geographie[Bearbeiten]

Robben Island misst etwa 3,5 mal 1,5 km und ist 547 Hektar groß. Die Insel liegt in der „Tafelbucht“ (Table Bay) westlich des Küstenabschnitts Bloubergstrand und 60 Kilometer nördlich des Kaps der Guten Hoffnung. Der kalte Benguela-Strom aus dem Südatlantik sorgt für gemäßigte Temperaturen des umgebenden Landes und ließ am Meeresgrund und der Steilküste eine bunte Kaltwasser-Flora entstehen.

Die Küste von Robben Island ist ein natürlicher Lebensraum für Seehunde und Brillenpinguine. Höchster Punkt der Insel ist mit 30 Metern der Minto Hill (früher Fire Hill) im Südosten.

Geschichte[Bearbeiten]

Gefängnisgebäude auf Robben Island, im Hintergrund der Tafelberg
Gefängnishof auf Robben Island
Steinbruch auf Robben Island

Robben Island war gut als Gefängnisinsel geeignet, da Fluchtversuche wegen der Entfernung zum Land und der kalten, gefährlichen Strömung praktisch aussichtslos waren und Kapstadt schon früh dicht besiedelt war.

Die Insel wurde schon im 17. Jahrhundert als Sträflingskolonie benutzt. Außerdem wurde in den Steinbrüchen ein gutes Schiefer-Baumaterial (Malmesbury Stone) für das Castle of Good Hope abgebaut. Diesen Stützpunkt bei Kapstadt errichteten die Niederländer im Auftrag der Ostindischen Handelskompanie und zur Versorgung der Schiffe, nachdem sich die Briten gegen eine Kolonie am Kap der Guten Hoffnung entschieden hatten. Der Kaufmann Jan van Riebeeck landete am 6. April 1652 in der Bucht unter dem Tafelberg mit 82 Männern und acht Frauen, die Obst und Gemüse anbauten und gegen Fleisch mit den Einheimischen tauschten. Man internierte auf der Insel Robbeneiland aber schon früh Angehörige des Stammes der Khoikhoi.

Um 1658 kamen die ersten Malayen als Plantagenarbeiter an. Unter dem Sufi-Imam Shaykh Yusuf (infolge des Aufstands 1694 nach Südafrika deportiert) durfte der Islam am Kap ausgeübt werden. Um 1785 wurde mit Tuan Guru erstmals ein prominenter Moslem auf Robben Island verbannt, konnte aber zehn Jahre später Imam werden.

Zwischen 1795 und 1806 eroberte das Vereinigte Königreich die Kapkolonie und schaffte 1834 die Sklaverei ab. Den Xhosa wurde Robben Island als Esiquithini bekannt, was in etwa „Auf der Insel“ bedeutet. Der Xhosa-Befehlshaber Makana wurde von den Briten hierhin verbannt, nachdem er 1819 im Zuge der Grenzkriege einen Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft angeführt hatte. Er versuchte, von der Insel zu fliehen, ertrank jedoch, bevor er das Festland erreichen konnte.[1] Auch die Xhosa-Anführer Sandile und Maqoma wurden hier bis zu ihrem Tod inhaftiert. 1865 wurde nach zahlreichen Schiffbrüchen ein 18 Meter hoher Leuchtturm errichtet.[2] Bis in das 20. Jahrhundert hinein befand sich auf der Insel ein Lager für Leprakranke, die hier in isolierten Dörfern lebten.

Ab 1939 diente Robben Island als Militärbasis, 1961 wurde es wieder zur Gefangeneninsel. Südafrika internierte hier in der Zeit der Apartheid vor allem politische Gefangene, aber auch Kriminelle. 1991 wurde das Hochsicherheitsgefängnis für politische Gefangene aufgelöst, 1996 auch der Trakt für gewöhnliche Kriminelle. Seit Anfang 1997 ist Robben Island für Besichtigungen freigegeben.

Apartheid-Gefängnis und „Mandela University“[Bearbeiten]

Mit dem Erstarken der Anti-Apartheid-Bewegung wurde Robben Island zum berüchtigtsten Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge. Bei harter Arbeit im Steinbruch waren sie oft nur unzureichend gekleidet und mussten anfangs auf dünnen Strohmatten auf dem kalten Steinfußboden schlafen.

Ab 1969 bestand im Gefängnis die Makana Football Association als eigenständiger von den Insassen organisierter Fußballverband. Im Jahre 1971 schafften es die Gefangenen nach Streiks und Protesten, humanere Bedingungen durchzusetzen, und durften nun sogar in der Haft studieren. Den Hauptanteil daran hatte Nelson Mandela – der ANC-Rebellenführer und spätere Friedens-Politiker, der 18 Jahre lang auf Robben Island in Haft war. Er nutzte seine Freizeit für die eigene Fortbildung und rief auch seine Mitgefangenen dazu auf, die den Ort in den 1970er Jahren auch Mandela University nannten. Der erste Teil von Mandelas Memoiren Long Walk to Freedom (Der lange Weg zur Freiheit) entstand hier. Ahmed Kathrada erwarb im Fernstudium vier Bachelor-Grade – Master-Studiengänge wurden ihm verweigert. Er veröffentlichte später seine Tagebuchnotizen und Briefwechsel aus dieser Zeit, die er heimlich aufbewahrt hatte.

Im Jahre 1994 nahm Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas elf seiner ehemaligen Mithäftlinge von Robben Island in seine Regierung auf. Kathrada leitete bis 2006 das Robben Island Committee, das die Insel als Museum verwaltet.

Museum[Bearbeiten]

Heute ist Robben Island eine nationale Gedenkstätte, ein vielbesuchtes Museum und seit 1999 auch Weltkulturerbe der UNESCO.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Fleminger: Robben Island. World Heritage Sites of South Africa Travel Guides. 30° South Publishers, St. Albans 2007, ISBN 978-0-9584891-2-6. (Vorschau)
  • Dirk Fuhrig: Eine Insel als Mahnmal. Welt am Sonntag Nr. 18, 29. April 2012, S. 77

Weblinks[Bearbeiten]

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt und die Tafelbucht mit Robben Island
 Commons: Robben Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit. Spiegel-Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-87763-007-3, S. 430.
  2. Robben Island bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 3. November 2012