Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
Logo
Gründung 21. Dezember 1972
Trägerschaft Land NRW
Ort Düsseldorf
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Rektor Raimund Wippermann
Studenten 890 WS 2012/13[1]
Mitarbeiter 85
davon Professoren 43
Jahresetat 8,5 Mio. Euro (2008)
Website www.rsh-duesseldorf.de
Robert-Schumann-Hochschule

Die Robert-Schumann-Hochschule (RSH) ist eine Musikhochschule im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim. Mehr als 900 Studenten aus über 40 Nationen werden in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ausgebildet. Das Lehrangebot reicht von den Studiengängen „Musik“ und „Musikvermittlung“ bis zum künstlerisch-technischen Fach „Ton und Bild“, das eine technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung an der Fachhochschule Düsseldorf mit einem Musikstudium verbindet.

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Die Hochschule bietet vier künstlerische Studiengänge an: Musik umfasst die Studienrichtungen Orchesterinstrumente, Gesang, Gitarre, Klavier, Orgel und Komposition während Musikvermittlung die Studienrichtungen Musikpädagogik, Musiktheorie, Chorleitung, Orchesterleitung und Kirchenmusik abdeckt. Der dritte Studiengang Musik und Medien wird am hochschuleigenen Institut für Musik und Medien unterrichtet. Er hat u.a. die Schwerpunkte Medienkomposition, Musikproduktion, Medienmanagement und Visual Music. Der vierte Studiengang Ton und Bild wird gemeinsam mit der Fachhochschule Düsseldorf angeboten und ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet. Darüber hinaus bietet das musikwissenschaftlichen Institut der Hochschule ein wissenschaftliches Studium an.

Einen Akzent setzt die Robert-Schumann-Hochschule auf ihre Opernschule. Mindestens einmal im Jahr zeigen die Studierenden ihr Können in einer szenischen Aufführung, wobei die Hochschule eng mit der Deutschen Oper am Rhein zusammenarbeitet. Weitere Schwerpunkte bilden die Orchesterausbildung und die evangelische sowie die katholische Kirchenmusik. Außerdem studieren in Düsseldorf die Militärmusiker der Bundeswehr.

Die Hochschule hat 2008 ein eigenes Ausbildungszentrum für den hochbegabten Nachwuchs gegründet. „Schumann junior“ richtet sich an besonders talentierte Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren. Darüber hinaus unterhält die RSH ein großes Symphonieorchester, mehrere Ensembles und verschiedene Chöre.

Während des Semesters veranstaltet die RSH zahlreiche Vortrags- und Übungsabende im hochschuleigenen Konzertsaal, dem Partika-Saal. Weitere Konzerte finden in der Düsseldorfer Tonhalle, im Düsseldorfer Robert Schumann Saal und im Haus der Universität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Auf Initiative von Thomas Leander gestaltete die Hochschule 2013 drei Konzerte mit der Popgruppe Die Toten Hosen. Unter dem Titel Willkommen in Deutschland präsentierten die Musiker in der Tonhalle Düsseldorf Werke von Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Robert-Schumann-Hochschule ist als eigenständige Musikhochschule relativ jung. Ihre Anfänge reichen jedoch weiter zurück. Den Grundstein für die heutige Robert-Schumann-Hochschule legte 1935 der Generalmusikdirektor Hugo Balzer. Er hatte die Idee, drei große private Musikschulen, wovon die älteste, das Buths-Neitzel-Konservatorium, benannt nach ihren Gründern Julius Buths und Otto Neitzel, aus dem Jahre 1902 stammt, zu einem Konservatorium zusammenzulegen. Das Institut sollte „Robert-Schumann-Konservatorium“ heißen. Auf diese Weise sollte des in Düsseldorf nicht immer gut behandelten Komponisten gedacht werden. Das Ziel Balzers war, beim Ausbau des Konservatoriums darauf zu achten, die Ausbildung so praxisnah wie möglich durchzuführen. Deshalb wurde der Schwerpunkt auf die berufseinmündende Ausbildung von Vollstudierenden gelegt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich das Konservatorium sehr gut. Während des Krieges blieb es jedoch geschlossen und öffnete erst 1945 wieder seine Pforten an der Inselstrasse. Es stand jetzt unter der Leitung des Düsseldorfer Musikers Joseph Neyses, der es bis zu seiner Pensionierung 1964 zu einer auch in der gesamten Region angesehenen Ausbildungsstätte ausbaute. So kam es u.a. zum Aufbau einer Abteilung für Katholische Kirchenmusik und 1950 zur Übernahme der Tonmeisterschule von Friedrich Trautwein, auf die das heutige Studium der Ton- und Bildtechnik letztlich zurückgeht. Das Konservatorium vergrößerte sich stetig. Unter der Leitung von Jürg Baur bezog das Konservatorium Räumlichkeiten an der Homberger Straße („Villa Engelhardt“) und der Fischerstraße. Ein Neubau auf der Fischerstraße 110 wurde von ihm vorbereitet. Die Einweihung erfolgte 1975 durch Helmut Kirchmeyer, der ab 1972 das Konservatorium leitete.

Mit Staatsvertrag vom 21. Dezember 1972 erhielt das Robert-Schumann-Konservatorium den Rang einer Musikhochschule und hieß seit dem 19. April 1973 „Robert-Schumann-Institut der Staatlichen Hochschule für Musik Rheinland“. Gleichzeitig ging die Trägerschaft von der Stadt auf das Land über. Seitdem bereitete das „Robert-Schumann-Institut“ (RSI) angehende Musiker unmittelbar auf ihren Beruf vor. Die Laienausbildung fand nicht mehr statt. Unter der neuen Trägerschaft wurde dem Institut gleichzeitig die Landeskirchenmusikschule der Evangelischen Kirche im Rheinland auf der Graf-Recke-Straße als eigene Abteilung angegliedert. Durch einen Vertrag von 1976 übernahm das RSI in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsmusikkorps Hilden die künstlerische Gesamtverantwortung für die Ausbildung aller deutschen Bundeswehrmusiker. 1984 wurden zusätzliche Räume im Gebäude der Fachhochschule, Georg-Glock-Str. 15, bezogen.

Ein neues Kapitel wurde mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Kunsthochschulen im Lande NRW vom 20. Oktober 1987 aufgeschlagen. Über mehrere Jahre hatte sich der Landtag mit der Neugliederung der Hochschullandschaft befasst und war zu dem Entschluss gekommen, das „Robert Schumann Institut“, damals standortbezogen die zweitgrößte deutsche Musikhochschule, zu verselbstständigen. Düsseldorf wurde mit allen Rechten einer selbstständigen Hochschule ausgestattet. Ferner begann 1987 der Aufbau eines Musikdidaktischen Museums, das seit 1980 als zentrale Betriebseinheit geführt wird. 1989 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht. In den 1990er Jahren wurden das Institut für Tonsatz (1990) sowie das Musikwissenschaftliche Institut (1994) gegründet.

Gliederung[Bearbeiten]

  • Musikwissenschaftliches Institut
  • Institut für Komposition und Musiktheorie
  • Institut Fuer Musik Und Medien
  • Institut für Kirchenmusik
  • Schumann Junior

Professoren[Bearbeiten]

Ehemalige Lehrer[Bearbeiten]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66–113 (abgerufen am 3. November 2013)

Weblinks[Bearbeiten]

51.2423338888896.7720630555556Koordinaten: 51° 14′ 32″ N, 6° 46′ 19″ O