Robert (Lateinisches Kaiserreich)

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Dieser Artikel behandelt den Lateinischen Kaiser, Robert von Courtenay, zu dessen gleichnamigem Onkel siehe Robert von Courtenay.

Robert von Courtenay (um 1195; † Januar 1228 in Chlemoutsi) war von 1221 bis 1228 ein Kaiser des Lateinischen Kaiserreichs von Konstantinopel.

Leben[Bearbeiten]

Er war der zweite Sohn von Peter von Courtenay und ein Urenkel des Königs Ludwig VI. dem Dicken von Frankreich. Seine Mutter Jolante von Flandern war eine Schwester von Balduin I. († 1205) und Heinrich († 1206), den beiden ersten Kaisern des Lateinischen Kaiserreichs.

Als in Frankreich bekannt wurde, dass Peter von Courtenay 1217 gestorben war, lehnte sein ältester Sohn Philipp, der bereits 1216 die väterliche Markgrafschaft Namur sowie die Herrschaft Courtenay erhalten hatte, die Nachfolge in Konstantinopel zugunsten seines Bruders Robert ab. Der reiste erst nach einigen Verzögerungen auf dem Landweg durch Ungarn hindurch, wo seine Schwester Jolante Königin war, nach Konstantinopel, wo er am 25. März 1221 zum Kaiser gekrönt werden konnte. Seit dem Tod Kaiser Heinrichs fünf Jahre zuvor war er der erste Kaiser der persönliche Präsenz in Konstantinopel zeigen konnte, das in der Zwischenzeit von Conon de Béthune regiert wurde.

Da er in seinem Herrschaftsgebiet von Feinden umzingelt war, bat er Papst Honorius III. und König Philipp II. von Frankreich um Hilfe, während seine Länder in die Hände der Rivalen aus Epirus und Nicäa fielen. Das Kaiserreich wurde 1224 faktisch zerschlagen als Theodoros I. Angelos das lateinische Königreich Thessaloniki erobert hatte. Fortan beschränkte sich der tatsächliche Machtbereich des lateinischen Kaisers nur noch auf Konstantinopel und Umgebung, die lateinischen Herrschaften im altgriechischen Raum waren faktisch unabhängig.

Nur wenig Hilfe kam aus Westeuropa, und bald war Robert gezwungen, mit seinem Hauptgegner, Johannes III. Dukas Vatatzes aus Nicäa Frieden zu schließen, der dabei in allen seinen Eroberungen bestätigt wurde. Robert versprach, Eudokia, die Tochter des späteren Kaisers Theodor I. Laskaris, zu heiraten, mit der er bei einer früheren Gelegenheit verlobt worden war. Er widerrief jedoch bald diese Zusage, und heiratete eine französische Adlige, aus der Adelsfamilie Neuville-en-Artois, die bereits die Verlobte eines burgundischen Adligen war. Dieser Burgunder, dessen Name nicht überliefert ist, zettelte eine Verschwörung gegen Robert an und verjagte ihn aus Konstantinopel. Robert suchte daraufhin Schutz und Bestätigung beim Papst in Rom, der ihn ermutigte nach Konstantinopel zurückzukehren. Als Robert auf der Rückreise den Fürsten Gottfried II. von Villehardouin auf der Burg Chlemoutsi im Fürstentum Achaia besuchte, erkrankte er schwer und starb kurz darauf, kinderlos, im Januar 1228. In Konstantinopel beerbte ihn sein minderjähriger Bruder Balduin II..

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Peter Lateinischer Kaiser
Blason Empire Latin de Constantinople.svg

1217–1228
Balduin II.