Robert Aldrich

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Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Regisseur, zum Historiker siehe Robert Aldrich (Historiker).

Robert Aldrich (* 9. August 1918 in Cranston, Rhode Island; † 5. Dezember 1983 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur.

Leben[Bearbeiten]

Aldrich studierte Jura und Betriebswirtschaft an der University of Virginia. Nach Abschluss seiner Ausbildung ging er 1943 nach Hollywood, wo er bei der Produktionsgesellschaft RKO Pictures als juristischer Angestellter und Schriftführer begann. Später arbeitete er als Regieassistent namhafter Filmemacher wie Edward Dmytryk, Jean Renoir, William Wellman, Joseph Losey, Charlie Chaplin, Lewis Milestone und Richard Fleischer.

Aldrichs erste eigene Regiearbeit ist das Baseballdrama The Big Leaguer (1953), das er für Metro-Goldwyn-Mayer realisierte. Der Durchbruch gelang ihm mit zwei hochkarätigen Western im Verleih der United Artists: Apache (1954; Massai) erzählt mit antirassistischem Engagement die Geschichte eines Apachenkriegers, verkörpert von Burt Lancaster, der zum Farmer wird und von den Weißen gnadenlos verfolgt wird. Vera Cruz (1954, mit Gary Cooper und Burt Lancaster) schildert die Freundschaft zweier ungleicher Männer, die zur Zeit des mexikanischen Kaiserreiches im Jahr 1866 auf der Jagd nach einem Goldschatz zwischen die Fronten der rivalisierenden Mächte geraten.

In der Folge trat Aldrich vor allem mit Filmen hervor, die sich kritisch mit aktuellen sozialen und politischen Themen beschäftigten und die er für seine eigene Produktionsgesellschaft inszenierte. Die Mickey-Spillane-Adaption Kiss Me Deadly (1955; Rattennest), ein nüchtern in Szene gesetzter Kriminalfilm im Stil des Film Noir mit dem Privatdetektiv Mike Hammer als Protagonist, handelt von skrupellosen Gangstern, die versuchen, radioaktives Material zu erbeuten. Das pessimistische Drama „The Big Knife“ (1955; Hollywood-Story) mit Jack Palance und Ida Lupino in den Hauptrollen erzählt die Geschichte eines Schauspielers, der von seinem Produzenten erpresst und in den Selbstmord getrieben wird, und bietet einen kritischen Blick hinter die Kulissen der „Traumfabrik Hollywood”.

Die kommerziellen Höhepunkte seiner Laufbahn erlangte Aldrich mit „Whatever Happened to Baby Jane?“ (1962; Was geschah wirklich mit Baby Jane?), einem effektvoll inszenierten und hervorragend gespielten Psychothriller um zwei verfeindete Schwestern, verkörpert von Bette Davis und Joan Crawford, dem starbesetzten Abenteuerfilm-Klassiker The Flight of the Phoenix (1965; Der Flug des Phönix) und The Dirty Dozen (1967; Das dreckige Dutzend), ein mit einem Starensemble realisierter Kriegsfilm, der durch seine unverblümt dargestellten Gewaltszenen und das Fehlen vordergründiger moralischer Positionierung auffiel. Aldrich, der aus seiner Kritik am Hollywoodsystem keinen Hehl machte, überzeugte durch seine für Hollywoodverhältnisse unübliche kritisch-direkte Behandlung brisanter gesellschaftlicher Probleme. Das Melodram The Legend of Lylah Clare (1968; Große Lüge Lylah Clare, mit Kim Novak) liefert erneut eine bittere Abrechnung mit den Machtzynismen des Filmbusiness. Weitere herausragende Beispiele von Aldrichs Œuvre sind die Tragikomödie The Killing of Sister George (1968; Das Doppelleben der Sister George), der harte Gangsterfilm The Grissom Gang (1971; Die Grissom Bande), der Spätwestern Ulzana’s Raid (1972; Keine Gnade für Ulzana). Sein letzter Film war All the Marbles (1981; Kesse Bienen auf der Matte), eine entlarvende Komödie um ein Duo von Catcherinnen.

Robert Aldrich starb am 5. Dezember 1983 in Los Angeles.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hochi Film Awards

  • 1982: Hochi Film Award für den besten (ausländischen) Film Harry lässt die Puppen tanzen (1981)

Venedig Film Festival

  • 1955: Silver Lion für Hollywood-Story (1955)
  • 1956: Italian Film Critics Award für Ardennen 1944 (1956)

Berlinale

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcus Stiglegger: [Artikel] Robert Aldrich. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008 [1. Auflage 1999], ISBN 978-3-15-010662-4, S. 7–10 [mit Literaturhinweisen].

Weblinks[Bearbeiten]