Robert Batty

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Robert Batty (* 1789 in London; † 20. November 1848 in London) war ein britischer Offizier, Maler, Zeichner, Aquarellist, Radierer und Illustrator.

Mit seinen gezeichneten Ansichten machte sich Batty international einen bleibenden Namen. Die meisten seiner Zeichnungen wurden von anderen Künstlern in Kupfer- und Stahlstiche übertragen, vervielfältigt und verbreitet.

Biografie[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Die Köbelinger Straße, Hannover; stockfleckiger, kolorierter Stich von J. Redaway nach einer Zeichnung von Batty (vor 1827)
Die Große Fontaine im Großen Garten in Herrenhausen. Kupferstich um 1829 von R. Wallis nach einer Zeichnung von Batty aus August 1825.

Batty war Sohn eines Arztes, einem bekannten Kunstliebhaber, der seine zeichnerische Begabung an seine Kinder weitergab (an Robert und dessen Schwester)[1]. Als 15-jähriger begleitete Robert seinen Vetter, den späteren Lord Langdale, 1804 auf einer Reise nach Italien. Später studierte Batty Medizin in Cambridge, brach aber das Studium ab. Er trat in die britische Armee ein, kämpfte im Gardegrenadierregiment sowohl in Spanien und in der Schlacht bei Waterloo gegen die Heere Napoleons und wurde Offizier, der im Rang eines Colonel [2] (andere Quellen: Captain; Hausmann, Helmut Plath und Thieme-Becker: Lieutenant Colonel) seinen Abschied nahm. Seine Eindrücke der Militärzeit gab er in Radierungen wieder, so The Campaign of the left wing of the allied army in the Western Pyrenees and South of France in 1813-14.

Zwischen 1822 und 1833 betätigte sich Batty als Aquarellmaler, Zeichner und Radierer. Er bereiste die Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland und hielt seine Eindrücke in Skizzen und Zeichnungen fest.

Arbeitsweise und Entstehung am Beispiel "Hanoverian and Saxon Scenery"[Bearbeiten]

1825 besuchte Batty das Königreich Hannover, die Stammlande seines britischen Königs Georg IV: Das dabei mitgeführte Skizzenbuch mit der rückseitigen Signatur "S III" und dem Vorsatz von Battys Namenszug füllte er mit 53 Bleistiftzeichnungen und dem handschriftlichen Vermerk "1. bis 25. August 1825". Die Skizzen entstanden in der Reihenfolge des Reisewegs, jede Skizze wurde mit Ort und Datum versehen: Von Hamburg über Bremen (Markt,[3] Weserbrücken), Verden und Nienburg nach Hannover und weiter über Bückeburg und Minden weseraufwärts bis nach Kassel. Von Hameln führte ein Abstecher nach Pyrmont, ein weiterer von Karlshafen zur Trendelburg. In das Skizzenbuch wurden später 2 Federzeichnungen aus Madrid und Burgos angebunden. Die 53 Skizzen dienten als Vorlage für die 1829 erschienenen, von anderen Künstlern gestochenen Kupferstiche in dem Buch Hanoverian and Saxon Scenery mit ganzseiten Ansichten und halbseitige Vignetten. Batty verfasste darin eine ehrfurchtsvolle Widmung an König Georg IV. und erläuternde Texte in englisch und französisch. Die weiteren Vorlagen mit Abbildungen Lübecks befinden sich seit 1979 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck.[4]

Das Skizzenbuch wurde 1961 vom Historischen Museum am Hohen Ufer erworben[5].

Werke (unvollständig)[Bearbeiten]

  • Campaign of the left wing of the Allied Army, in the Western Pyrenees and South of France, in the years 1813-14, J. Murray, London 1823
  • Robert Batty's Skizzenbuch in weinrotem Maroquinleder, 18,4cm x 27,3cm x 1,7cm, Deckel umrahmt mit goldgeprägten Linien. In Gold eingeprägt: Auf dem Deckel Initialen R.B., auf dem Rücken Signatur S III. Das Buch enthält 54 Blatt (Zeichenkarton, leicht gelblich, mit Goldschnitt), darauf befinden sich 53 Bleistiftzeichnungen aus Niedersachsen sowie (angebunden) 2 Federzeichnungen aus Madrid und Burgos.
  • Scenery of the Rhine. Belgium and Holland from Drawings, London 1826
  • Robert Batty: Hanoverian and Saxon Scenery, from Drawings by Lieutenant Colonel Batty, F.R.S; Robert Jennings (Hrg.), London 1829.

Literatur[Bearbeiten]

  • The Art Journal 1849, S. 20 (Nekrolog)
  • Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Dritter Band, Leipzig 1909, S. 50
  • Manfred Hausmann, Helmut Plath, in: Das Skizzenbuch des Robert Batty / Lieut.t Colonel Romantische Reise durch Norddeutschland / im Jahre 1825; Heinr. Feesche Verlag Hannover, 1973. Das Buch gibt in Originalgröße 41 der eigentlich 53 Bleistiftzeichnungen wieder und neben den englischen und französischen Original-Texten aus Hanoverian and Saxon Scenery auch eine deutsche Übersetzung.
  • Bernhard Dörries, Helmut Plath, in: Alt Hannover / Die Geschichte einer Stadt in zeitgenössischen Bildern von 1500-1900; Heinr. Feesche Verlag Hannover, Vierte, verbesserte Auflage 1977, Hannover. Seite 140, Abbildungen Seiten 36 und 37
  • Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck: Neuerwerbungen 1974-1979, Lübeck 1980, S. 50 - 51

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Batty – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Plath, in: Das Skizzenbuch..., benennt die Schwester nicht namentlich. Die Geschwister hätten aber beide eine Vorliebe für topographische Motive gehabt und ihre Zeichnungen und Skizzen in Kupfer stechen lassen.
  2. Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon, Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X
  3. Markt in Bremen in Wolfgang Schwarze: Alte Bremer Stadtansichten, S. 50, Kunst und Wohnenverlag, Wuppertal, 1977
  4. Inventarnummern 1979/69-74 als Geschenk von Arend Oetker, erworben über Sotheby's, London, in der Auktion Mentmore Towers 1977.
  5. Inventar-Nr. VM 29096