Robert Burns

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Robert Burns (Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Alexander Nasmyth, 1787)

Robert Burns (* 25. Januar 1759 in Alloway, Ayrshire; † 21. Juli 1796 Dumfries, Dumfriesshire) war ein schottischer Dichter. Er verfasste zahlreiche Gedichte, politische Texte und Lieder. Sein bekanntestes Lied ist Auld Lang Syne, das inzwischen Teil der britischen Tradition geworden ist. Burns, der auch Werke in seinem Heimatdialekt Scots verfasste, gilt neben Walter Scott als größter schottischer Dichter. Bis heute wird ihm in seiner Heimat eine fast kultische Verehrung entgegengebracht.

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Robert Burns stammte aus einfachen Verhältnissen. Der älteste Sohn des Gärtners und Bauern William Burns und dessen Ehefrau Agnes Broun hatte sechs Geschwister. Obwohl er nur Sohn eines einfachen Landwirts und Pächters war, erhielt Burns auf Bestreben des Vaters eine sehr gute Bildung. Von seiner Mutter lernte Burns die Geschichte und die Geschichten seiner Heimat: traditionelle Märchen und Sagen.

Er zog sich bereits in seiner Kindheit infolge zu schwerer körperlicher Arbeit und unzureichender Ernährung einen Herzfehler zu.

Ab seinem siebten Lebensjahr besuchte Burns die Ayr Grammar School. Schulbücher waren die Bibel und A collection of prose and verse from the best English authors (Arthur Masson), von denen ihn unter anderem Joseph Addison besonders beeindruckte. Die abenteuerlichen Biographien Hannibals und Sir William Wallace' gehörten ebenfalls zu des jungen Burns erstem Lesestoff.

Im Herbst 1765 pachteten Burns' Eltern das Anwesen Mount Oliphant in der Nähe von Alloway. Da keine Schule in erreichbarer Nähe war, übernahm nun der Vater die Erziehung seiner Kinder. Dieser maß dabei den Naturwissenschaften großen Wert bei und brachte seinen Söhnen auch Grundlegendes zum Calvinismus bei. Später wurde Burns ein spärlicher Besuch der Parish School of Dalrymple ermöglicht, wo ihn nach eigener Aussage besonders die Lektüre von Samuel Richardson und Tobias Smollett begeisterte.

Ab 1773 konnte Burns die Lateinschule in Ayr besuchen, wo er zusammen mit seinem Bruder Gilbert Französisch, Latein und Mathematik lernte. In diesen Jahren entdeckte er auch das literarische Werk von Alexander Pope und William Shakespeare für sich. Als er sich im darauffolgenden Jahr verliebte, begann Burns mit ersten eigenen lyrischen Versuchen. Nach eigener Aussage schuf er sein erstes Gedicht „…for a bewitched girl at harvest time“.

Erste Bekanntheit[Bearbeiten]

Mit 19 Jahren wechselte Burns 1778 auf die Schule von Kirkoswald. Neben seinem Schulbesuch arbeitete er auf dem väterlichen Anwesen und schuf dort für allerlei Anlässe wie Geburtstage oder Hochzeiten Auftragsgedichte. Als er sich leidenschaftlich in eine gewisse Peggy Thompson verliebte, wurde auch sie Thema mehrerer Gedichte.

Dadurch bekannt geworden, vernachlässigte er seine Arbeiten auf dem Hof. Am 11. November 1780 gründete Burns zusammen mit Freunden den Tarbolton Bachelor’s Club. Gründungslokal dieses wohl ältesten schottischen Debattierclubs war das Wirtshaus von John Richard (siehe Burns Bachelors’ Club). Neben politischen Themen wie Theory of moral sentiments von Adam Smith wurden auch Bibelauslegungen und literarische Neuerscheinungen diskutiert.

Nach einem Streit mit seinem Vater verließ Burns 1781 den väterlichen Betrieb und versuchte, seinen Lebensunterhalt in der Flachsverarbeitung zu verdienen. Er arbeitete dabei in Irvine mit einem Weber zusammen. Als durch einen Unfall Haus und Werkstatt abbrannten, ging Burns in Konkurs, da er der Wirtschaftskrise Ende 1781 nichts mehr entgegensetzen konnte. Während dieser Zeit las Burns hauptsächlich Werke der Aufklärer John Locke und Pierre Bayle, denen er aber weniger als erhofft abgewinnen konnte.

Als Burns’ Vater am 22. Mai 1784 starb, übernahm er zusammen mit seinem Bruder Gilbert einen kleinen Hof in Mossgiel bei Mauchline. Trotz allen Fleißes zeigte sich bald, dass die beiden Brüder nicht das wirtschaftliche Geschick ihres Vaters geerbt hatten. Mehrere Missernten taten ihr Übriges, um Burns in seinem Entschluss auszuwandern zu bestärken. Er war gerade dabei, eine Anstellung als Verwalter einer Plantage auf Jamaika anzunehmen, als sein Debüt als Lyriker vom Publikum wie von der Literaturkritik begeistert aufgenommen wurde.

Die kleine Anthologie mit eigenen Gedichten, welche er in Edinburgh auf Subskription hatte drucken lassen, brachte ihm einen Reingewinn von 20 Pfund Sterling. In diesen Gedichten besang er immer wieder Mary Campbell, ein Milchmädchen des nahen Schlosses Montgomery. Ihr bewahrte Burns zeit seines Lebens ein Angedenken, indem er ihr einige seiner Lieder widmete. Bald nach ihrem frühen Tod hatte Burns ein Verhältnis mit Jean Armour, welche er auch heiraten wollte. Als strenger Anhänger des Calvinismus verbot deren Vater, Jack Armour, diese Verbindung.

Leben als berühmter Poet[Bearbeiten]

Ein Manuskript Burns’

Mitte 1784 ging Burns nach Edinburgh und blieb dort über ein Jahr. Bewundert und verehrt wurde Burns in den Salons und Gesellschaften herumgereicht und konnte so auch Kontakte knüpfen, welche weitere Veröffentlichungen später erleichterten. Einer seiner wichtigsten Gedichtbände war sein Poems chiefly in the Scottish dialect, welcher 1786 erschien. Es gilt als sein wohl wichtigstes Werk.

Am 22. Mai 1785 brachte die Magd Elizabeth Paton Burns Tochter Elizabeth zur Welt. Burns weigerte sich, Paton zu ehelichen, so dass diese drei Jahre später den Knecht John Andrew heiratete. Burns berichtete über diese Geschichte in seinem Gedicht The Fornicator, das aber zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde.

Er kehrte dann in die Einsamkeit des Hochlandes zurück, während er noch Jean nachtrauerte, die ihm inzwischen Zwillinge geboren hatte. Diese versagte der strenge Vater dem gefeierten Dichter nun nicht länger. Burns pachtete 1789 ein Gut bei Dumfries, das sich jedoch in etwas verwahrlostem Zustand befand; dazu nahmen ihn häufige Besuche und damit verbundene Zerstreuungen stark in Anspruch, und so kam es, dass er schon nach 3 1/2 Jahren die Pachtung mit großem Verlust aufgeben und sich nach einer anderen Stellung umsehen musste.

Durch Vermittlung von James, Earl von Glencairn erhielt Burns das Amt eines Steueraufsehers, das ihm jährlich 70 Pfund Sterling eintrug, aber begreiflicherweise seiner Neigung wenig zusagte; dazu kamen andere Widrigkeiten. Trotzdem schuf Burns in diesen Jahren viele schöne Lieder und schrieb politische Aufsätze in den Tageszeitungen.

Die Ereignisse der französischen Revolution begeisterten Burns so sehr, dass man in ihm schon einen Jakobiner sah. Diese Einstellung kostete Burns viele seiner Freunde und alle seine Gönner, da er auch als Anhänger des Hauses Stuart galt.

Sein unstetes Leben verbunden mit der Armut seiner Kindheit untergrub seine Gesundheit. Der wahrscheinlich zu häufige Genuss von Alkohol hinderte ihn immer öfter an seinem literarischen Werk. Ein Kuraufenthalt in einem benachbarten Seebad nach einer schweren Krankheit brachte nicht mehr die gewünschte Genesung. Im Alter von 37 Jahren starb Robert Burns am 21. Juli 1796 in Dumfries (Dumfriesshire) an einer Infektion, die wahrscheinlich als Komplikation nach einer Zahnextraktion aufgetreten war. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von St. Michaels in Dumfries.

Freimaurerei[Bearbeiten]

Robert-Burns-Denkmal in Glasgow

Von Freunden empfohlen, wurde er am 4. Juli 1781 in der St. David's Lodge No. 174 in Tarbolton (Schottland) als Freimaurer initiiert und bereits im selben Jahr befördert und am 1. Oktober 1781 erhoben. Im Jahre 1782 wurde er Mitbegründer der St. James Lodge No. 178 und war vom 27. Juli 1784 bis 1788 ihr zugeordneter Meister (Deputy Master). Am 26. Oktober 1786 ernannte man ihn zum Ehrenmitglied der St. John's Lodge No. 22 in Kilmarnock; daneben war er noch Mitglied der Loudoun Kilwinning Lodge No. 51 im schottischen Newmilns. Am 1. Februar 1787 wurde er in die berühmte Lodge Canongate Kilwinning No. 2 in Edinburgh aufgenommen, wo er am 1. März 1787 die Aufgabe eines Logendichters (poet laureate) übernahm. Am 27. Dezember 1788 besuchte er die St. Andrew's Lodge No. 179 in Dumfries, was dazu führte, dass ihn die dortigen Brüder irrtümlich als Mitglied dieser Loge vermuteten. Am 19. März 1787 erreichte er den Royal-Arch-Grad in der St. Ebbe Lodge in Eyemouth, Schottland.[1]

Als freimaurerische Werke werden insbesondere Farewell to the Brethren of St. James Lodge, Tarbolton und The Freemasons' Apron hervorgehoben.[1]

Geburtshaus von Robert Burns in Ayr (Schottland)

Rezeption[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Prosa das 19. Jahrhunderts aus Meyers Konversationslexikon Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

In seinem gesamten literarischen Werk folgt Burns der Natur, kennt keine andere Begeisterung, als die, die er aus der Tiefe seines Herzens und aus dem wirklichen Leben schöpfte. Er dichtete nur Selbstempfundenes und Selbsterlebtes; seine Gedichte spiegeln wechselweise seine Freuden und seine Schmerzen, seine Hoffnungen als Kind, seine Liebesneigungen als Jüngling, seine treue Anhänglichkeit an sein Hochland und an die Freiheit, seine Träumereien und sein Murren gegen die zivilen Bande. Sie werden schon als Zeugnisse volkstümlicher Anschauung und Denkungsart einer Nation, die mehr und mehr erstirbt, bleibenden Wert behalten, und in allen seinen Liedern klingt es und singt es wie von selbst, auch hierin sind sie echten Volksliedern gleich.

Nicht nur auf die englische, auch auf die europäische Literatur übte er großen Einfluss aus: George Gordon Byron, Thomas Moore, Walter Scott, Percy Bysshe Shelley und auch die Seeschule sahen in Burns ein Vorbild.

Ferdinand Freiligrath verfasste 1848 sein Gedicht Trotz alledem als Adaption des Gedichts A Man's a Man for A' That von Burns. Freiligrath wurde wiederum 1976 von Hannes Wader bearbeitet. Viele Folk- und Folkrockbands der 1960er und 1970er Jahre interpretierten Dichtungen und Lieder von Burns, so beispielsweise Steeleye Span (Rogues in a Nation, John Barleycorn), Tri Yann (Ye Jacobites) oder Jethro Tull (One brown mouse).

Auch in der Prosa zeichnete sich Burns aus. Seine Briefe und kleinen politischen Schriften zeigen eine Reinheit und Leichtigkeit des Ausdrucks, eine Eleganz, Mannigfaltigkeit und Kraft, welche den Mann von Genie bekunden.

Nachhaltig berühmt ist das von ihm getextete Lied Auld Lang Syne, welches traditionsgemäß zum Jahreswechsel gesungen wird, um der im abgelaufenen Jahr Verstorbenen zu gedenken.

Dr. James Currie (1756–1805) gab 1800 eine Werkausgabe von Burns heraus, um dessen Witwe nebst Kindern zu unterstützen. Da diese Sammlung vielen als lückenhaft erschien, veröffentlichte 1808 Robert H. Cromek (1770–1812) seine Reliques of Robert Burns. Auch in Deutschland fand Burns schon bald seine Leserschaft. Karl Bartsch, Heinrich Julius Heintze (1811–1860), Philipp Kaufmann, Adolf Laun und Georg Pertz waren die ersten, welche Burns Werke ins Deutsche übertrugen.

Das Buch Der Fänger im Roggen (1951; Originaltitel The Catcher in the Rye) von Jerome David Salinger, zitiert eine Zeile aus dem Gedicht Comin’ Thro’ the Rye von Burns „When/If a body meet a body coming through the rye“ („Trifft ein Jemand einen Jemand, der durch den Roggen gelaufen kommt“). In der Erinnerung des Protagonisten, Holden Caulfield, wird das „meet“ (treffen) zu „catch“ (fangen). Burns Liebesgedicht, dessen Inhalt recht frivol ist, wird von Holden Caulfield falsch interpretiert, denn er leitet daraus die Vorstellung von spielenden Kindern in einem Roggenfeld ab, die er vor dem Sturz von einer angrenzenden Klippe und damit vor dem Verlust ihrer Unschuld und dem Absturz ins Erwachsenwerden bewahren müsse.

Ehrungen[Bearbeiten]

Robert Burns
(sowjetische Briefmarke, 1956)
  • Sein Gedenktag ist der 25. Januar, Burns Night genannt, und zu diesem Termin werden in Burns Suppers seine Gedichte feierlich vorgelesen. Burns Werke haben selbst über 200 Jahre nach seinem Tod noch immer einen großen Stellenwert in Schottland, was unter anderem auch daran gesehen werden kann, dass zur Eröffnung des Parlaments 1999 das Lied A Man’s A Man for A' That (auch „For A' That and A' That“) gesungen wurde.

Der Text des Gedichtes Address to the Haggis ist im Artikel Burns Supper nachzulesen.

  • 1859 – Denkmal in Dumfries
  • Robert Burns Monument (Alloway)
  • Auf dem Octagon, dem zentralen Platz der neuseeländischen Stadt Dunedin steht ein Denkmal des Dichters (sitzende Figur auf Marmorsockel), obwohl Robert Burns nie in Neuseeland war. Burns Neffe Thomas zählt jedoch zu den Stadtgründern von Dunedin.
  • Die Robert Burns Fellowship (seit 1958) gilt als Neuseelands bedeutendste Literatur-Auszeichnung.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Carlyle: Critical and miscellaneous essays. Dent, London 1974.
  • Gerard Carruthers: Robert Burns. Northcote House, Tavistock 2005, ISBN 0-7463-1172-9.
  • Hugh Douglas: Robert Burns. The tinder heart. Sutton Books, Stroud 2002, ISBN 0-7509-3076-4.
  • James Gibson: The bibliography of Robert Burns. Kraus, New York 1969. (Repr. d. Ausg. Kilmarnock 1881)
  • John Lockhart: The life of Robert Burns. AMS Press, New York 1974, ISBN 0-404-08517-2. (Repr. d. Ausg. Edinburgh 1828)
  • Liam MacIlvanney: Burns the radical. Poetry and politics in late eighteenth century. Tuckwell Books, East Linton 2002, ISBN 1-86232-177-9.
  • James MacKay: A Biography of Robert Burns. Alloway Publishing, Ayrshire, Scotland. 2004, ISBN 0-907526-85-3.
  • Heiko Postma: Mit Whisky trotzen wir dem Satan! Leben und Lieder des schottischen Barden Robert Burns. jmb, Hannover 2009, ISBN 978-3-940970-95-4.
  • Heiko Postma: Auf wildem Pfad durch Fels und Heide. Mit Robert Burns in den schottischen Highlands. jmb, Hannover 2009, ISBN 978-3-940970-94-7.
  • J. B. Reid: A complete word and phrase concordance to the poems and songs of Robert Burns. Kerr, Glasgow 1889.
  • John C. Shairp: Robert Burns. AMS Press, New York 1968. (Repr. d. Ausg. London 1879)
  • Dietrich Strauß: Die erotische Dichtung von Robert Burns. Lang, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-8204-5914-6.
  • George S. Wilkie: Understanding Robert Burns. Verse, explanation and glossary. Wilson, Glasgow 2002, ISBN 1-903238-48-X.
  • Dietrich Hohmann: Ich, Robert Burns. Biografischer Roman, Verlag Neues Leben, Berlin 1990, ISBN 3-355-01036-7.
  • Arnold Johnston: The Witching Voice: A Novel from the Life of Robert Burns. ISBN 978-0-916727-44-4. (Glossary of Scottish Terms•15 Period engravings Publication Date: January 25, 2009. 250th birthday of Robert Burns)
  • Robert Crawford: The bard : Robert Burns, a biography. Pimlico, London 2010, ISBN 978-1-84413-930-9.

Medien[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Burns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b William R. Denslow, Harry S. Truman: 10,000 Famous Fremasons from A to J, Part One. Kessinger Publishing, ISBN 1-4179-7578-4.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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