Robert E. Ricklefs

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Robert Eric Ricklefs (* 6. Juni 1943 in San Francisco, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Ornithologe und Ökologe. Er ist Professor der Biologie an der University of Missouri, St. Louis. Er ist der Ehemann von Susanne S. Renner[1].

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

Er schloss sein Studium 1963 an der Stanford University mit einem Bachelor of Arts ab. 1967 erwarb er den Ph.D. an der University of Pennsylvania. Anschließend arbeitete er ein Jahr am Smithsonian Tropical Research Institute als Postdoc, um dann eine Lehrstelle an der University of Pennsylvania anzunehmen (1968–1972 als Assistant Professor, 1972–1978 als Associate Professor und 1978–1995 als Full Professor). Seit 1995 ist er Curators‘ Professor an der University of Missouri.[2]

Seine einflussreichsten (meist zitierten) wissenschaftlichen Arbeiten behandeln die Themenbereiche Biozönosen,[3] Wachstumsprozesse (insbesondere bei Vögeln)[4][5][6] und Biodiversität[7] (Stand 16. August 2010). Von ihm verfasste Lehrbücher sind Ecology,[8] das 1973 zuerst aufgelegt wurde und The Economy of Nature,[9] mit einer Erstauflage in 1976.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Schlüssel der Naturwissenschaften besteht in der Zusammenführung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen und der Synthese zu einem neuen Blickwinkel. Robert E. Ricklefs zeichnet sich in diesem stark veränderten intellektuellen Prozess, und ebenso durch die ständige Versorgung mit neuen Daten, die für neue Synthesen unerlässlich sind, aus. Die biologischen Fragen mit denen er sich beschäftigt hat sind vielschichtig, konzentriert sich aber meist auf Faktoren, wie den Einfluss der Evolution auf das Wachstum von Vögeln und die Entwicklung von Varianten von Mustern innerhalb einer Spezies. Gleichzeitig hat er eine neuartige Synthese über Informationen zum Lebenszyklus von Vögeln und ihrer Demographie erstellt, die uns das Muster der Koevolution in Wachstums- und Sterblichkeitsraten sowie den Lebensstil von Vögeln erklärte. Zusätzlich fertigte er proaktive Analysen zur temporären und räumlichen Vielfalt in Vogelgemeinschaften und den Zusammenhängen durch Variablen ihrer Lebensgeschichte an. Über sein Gesamtwerk hat er eine klare Beziehung zwischen Theorie und empirischen Beobachtungen gepflegt und drückte seine Ideen und Ergebnisse in einer gut lesbaren Prosa aus. Für seine neuen Erkenntnisse und fruchtbaren Beiträge in unterschiedlichen Fachgebieten hat Robert E. Ricklef den vollen Respekt seiner Kollegen aus der ganzen Welt verdient. Indem wir diese Errungenschaften anerkennen, erfüllte es die American Ornithologists' Union mit Stolz ihm den Brewster-Gedächtnispreis des Jahres 1982 zu verleihen.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jennifer Viegas: Profile of Robert E. Ricklefs. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 2012, doi:10.1073/pnas.1213178109.
  2. Robert Ricklefs Homepage
  3.  Robert E. Ricklefs: Community diversity – relative roles of local and regional processes. In: Science. 235, Nr. 4785, 1987, S. 167–171, doi:10.1126/science.235.4785.167.
  4.  Robert E. Ricklefs: Patterns of growth in birds. In: Ibis. 110, Nr. 4, 1968, S. 419–451, doi:10.1111/j.1474-919X.1968.tb00058.x.
  5.  Robert E. Ricklefs: A graphical method of fitting equations to growth curves. In: Ecology. 48, Nr. 6, 1967, S. 978–983, doi:10.2307/1934545.
  6.  Robert E. Ricklefs: Patterns of growth in birds II. Growth-rate and mode of development. In: Ibis. 115, Nr. 2, 1973, S. 177–201, doi:10.1111/j.1474-919X.1973.tb02636.x.
  7.  Robert E. Ricklefs: A comprehensive framework for global patterns in biodiversity. In: Ecology Letters. 7, Nr. 1, 2004, S. 1–15, doi:10.1046/j.1461-0248.2003.00554.x.
  8.  Robert E. Ricklefs & Gary L. Miller: Ecology. 4. Auflage. Palgrave Macmillan, Basingstoke, UK 1999, ISBN 978-0-7167-2829-0.
  9.  Robert E. Ricklefs: The Economy of Nature. 6. Auflage. W.H. Freeman & Co, New York 2006, ISBN 978-0-7167-7762-5.
  10. Liste der Guggenheim-Stipendiaten. The John Simon Guggenheim Memorial Foundation, abgerufen am 3. Juni 2011 (html, englisch).
  11. Fellows of the American Ornithologists’ Union. The American Ornithologists’ Union, 30. März 2010, abgerufen am 3. Juni 2011 (pdf; 58 kB, englisch).
  12.  John A. Wiens (Hrsg.): Brewster Awards, 1982. Robert E. Ricklefs. In: The Auk. 100, Nr. 1, 1983, S. 268 (http://sora.unm.edu/sites/default/files/journals/auk/v100n01/p0268-p0268.pdf).
  13. Liste der Ehrendoktoren der Universität. Abgerufen am 3. Juni 2011 (html, französisch).
  14.  Daniel D. Roby: Lifetime Achievement Award. Robert E. Ricklefs. In: Pacific Seabirds. 30, Nr. 1, 2003, S. 2–5 (http://www.pacificseabirdgroup.org/publications/PacificSeabirds/VOL_30_1_pgs_1-41.PDF).
  15. Liste der Gewinner der Margaret Morse Nice Medal auf der Homepage der Wilson Ornithological Society. Abgerufen am 3. Juni 2011 (html, englisch).
  16. Liste der Verliehenen Preise der American Society of Naturalists
  17. Liste der Gewinner des Loye and Alden Miller Research Award auf der Seite der Cooper Ornithological Society
  18. 72 New members chosen by Academy. Abgerufen am 3. Juni 2011 (html, englisch).
  19. Aarhus Universitet udnævner syv ledende internationale forskere til æresdoktorer. Liste der Ehrendoktoren der Universität Aarhus. Abgerufen am 3. Juni 2011 (html, dänisch).
  20.  Robert J. Whittaker & Jeremy T. Kerr: In search of general models in evolutionary time and space. In: Journal of Biogeography. 38, Nr. 11, 2011, S. 2041–2042, doi:10.1111/j.1365-2699.2011.02608.x.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Robert E. Ricklefs: A biogeographical perspective on ecological systems: some personal reflections. In: Journal of Biogeography. 38, Nr. 11, 2011, S. 2045–2056, doi:10.1111/j.1365-2699.2011.02520.x.
  •  Jennifer Viegas: Profile of Robert E. Ricklefs. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 2012, doi:10.1073/pnas.1213178109.