Robert Frank
Robert Frank (* 9. November 1924 in Zürich, Schweiz) ist ein schweizerisch-amerikanischer Fotograf, Filmregisseur und Kameramann.
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Leben [Bearbeiten]
Robert Frank wurde 1924 als Sohn des Innenarchitekten Hermann Frank aus Frankfurt und der Schweizerin Rosa Zucker aus Basel geboren. Der wegen seiner jüdischen Herkunft nach dem Reichsbürgergesetz staatenlos gewordene Vater beantragte 1941 für seine Söhne die Schweizer Staatsbürgerschaft, die Robert Frank aber erst 1945 erhielt. Er besuchte von 1931 bis 1937 die Gabler-Schule und von 1937 bis 1940 das Lavater-Gymnasium in Zürich. 1940 studierte er Französisch am Institut Jomini in Payerne, von Januar 1941 bis März 1942 absolvierte er eine freie Ausbildung beim Fotografen und Grafiker Hermann Segesser in Zürich. Von August 1942 bis September 1944 war er zunächst Lehrling, danach Angestellter im Studio von Michael Wolgensinger in Zürich, von Dezember 1944 bis Juni 1945 Assistent von Victor Bouverat in Genf.
Zwischen 1941 und 1947 arbeitete Robert Frank als Fotograf in Zürich und Genf und war unter anderem für die Standbilder in verschiedenen Schweizer Filmen zuständig. Anschließend reiste er nach New York und arbeitete kurz für die Zeitschrift Harper’s Bazaar.
Bei Auslandsreisen im Auftrag seiner Arbeitgeber in den Jahren von 1948 bis 1954 unter anderem durch Peru, Bolivien, Spanien, Italien, Südfrankreich, England und Wales traf Robert Frank die Fotografen und Bildjournalisten Elliott Erwitt, Edward Steichen und Walker Evans. In dieser Zeit arbeitete er für Magazine wie Life, McCall’s, Look, Charm, Vogue und Fortune.
Ab 1953 begann Frank in New York mit Edward Steichen Werke für die Ausstellung Post-War European Photographers am Museum of Modern Art und für The Family of Man ausfindig zu machen und auszuwählen.
1954 bewarb er sich um ein Guggenheim-Stipendium, das ihm 1955 auch gewährt wurde. Er plante eine großangelegtes Bildreportage über die Vereinigten Staaten zu fotografieren. Bis 1957 reiste er deswegen durch die Staaten und machte 28.000 Fotos, von denen er 83 zu seinem Buch Die Amerikaner zusammenstellte. Er traf unterwegs den vagabundierenden Schriftsteller Jack Kerouac, der dann auch das Vorwort beisteuerte.
Ab 1958 begann Robert Frank Filme zu machen.
Frank heiratete in zweiter Ehe die Bildhauerin June Leaf. Das Paar siedelte sich 1971 in Mabou auf der Kap-Breton-Insel in der kanadischen Provinz Nova Scotia an. Ab 1972 widmet er sich auch wieder der Fotografie.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2009: Grosser Designpreis der Schweizerischen Eidgenossenschaft für Fotografie.[1]
Wirkung [Bearbeiten]
Sein Buch Die Amerikaner (Erstpublikation 1959) kann als die Dokumentation einer ganzen Zivilisation angesehen werden. Robert Frank entwickelte einen völlig eigenständigen und neuen Stil in der Fotografie. Sein Einfluss auf eine Vielzahl anderer Künstler, wie z.B. Philip-Lorca diCorcia machen Robert Frank zu einem der wichtigsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ausstellungen [Bearbeiten]
- 2008, Robert Frank, Paris, Museum Folkwang, Essen
- 2009, The Americans. National Gallery of Art, Washington D C
- 2009, Robert Frank. Die Filme. C/O Berlin, Berlin
Schriften [Bearbeiten]
Fotobände [Bearbeiten]
- 1958: Les Américains. französisch, verlegt bei Robert Delpire, Paris
- 1959: The Americans. englisch, Einführung von Jack Kerouac
- 1972: The lines of my hand
- 1997: Flamingo
- 2003: Twenty-four Photographs
- 2006: Come again
- 2007: London/Wales
- 2008: Die Amerikaner.
- deutsch: rekonstruierte Version von 'The Americans' durch Robert Frank, Einführung von Jack Kerouac. Steidl, Göttingen 2008, ISBN 978-3-86521-658-8.
- englisch: ISBN 978-3-86521-584-0.
- chinesisch: Meiguoren. ISBN 978-3-86521-657-1.
- 2012: Ferne Nähe/Distant Closeness. Hommage für Robert Walser/A Tribute to Robert Walser. ISBN 978-3-9523586-2-7.
Vorwort [Bearbeiten]
- 2010: zu: The Silent Aftermath of Space. Caleb Cain Marcus, Damiani
Filmografie [Bearbeiten]
- 1959: Pull My Daisy (mit Alfred Leslie)
- 1961: The Sin of Jesus
- 1963: O.K. End Here
- 1965/68: Me And My Brother
- 1969: Conversations in Vermont
- 1969: Life-Raft Earth
- 1971: About Me: A Musical
- 1972: Cocksucker Blues
- 1975: Keep Busy (Mit Rudy Wurlitzer)
- 1980: Life Dances On
- 1981: Energy and How to Get It (Mit Rudy Wurlitzer und Gary Hill)
- 1983: This Song For Jack
- 1985: Home Improvements
- 1987: Candy Mountain (Mit Rudy Wurlitzer)
- 1989: Hunter
- 1990: C’est vrai! (One Hour)
- 1992: Last Supper
- 1994: Moving Pictures
- 2002: Paper Route
- 2004, 2008: True Story
Literatur [Bearbeiten]
- Sarah Greenough, Philip Brookman (Hrsg.): Robert Frank. Moving out. Scalo, Zürich 1994, ISBN 3-9803851-5-9.
- Sarah Greenough: Looking In: Robert Frank’s The Americans, Expanded Edition. National Gallery Of Art, Washington/Steidl, 2009, ISBN 978-3-86521-806-3.
Weblinks [Bearbeiten]
- Robert Frank im Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Schweizerischen Nationalbibliothek Swissbib
- Robert Frank in der Internet Movie Database (englisch)
- Robert Frank bei photography-now.com
- Literatur von und über Robert Frank im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Bildbeispiele
- Robert Frank im Lexikon Fotografie der Fotostiftung Schweiz
- Die Bücher von Robert Frank im Steidl-Verlag
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Grosser Designpreis der Schweizerischen Eidgenossenschaft für Fotografie verliehen an Robert Frank 2009
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Frank, Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | schweizerisch-US-amerikanischer Fotograf, Filmregisseur und Kameramann |
| GEBURTSDATUM | 9. November 1924 |
| GEBURTSORT | Zürich, Schweiz |