Robert Gordon

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Dieser Artikel behandelt den Sänger. Zum gleichnamigen Saxophonisten und Bassklarinettisten vgl. Bob Gordon; zum Klarinettisten des Hot-Jazz vgl. Bobby Gordon.
Robert Gordon

Robert Gordon (Robert Ira Gordon; * 29. März 1947 in Washington, D.C.) ist ein US-amerikanischer Sänger und Songwriter, der in den 1970er und frühen 1980er Jahren den Neo-Rockabilly-Trend prägte und sein Comeback 2004 im Bereich der Country-Musik feierte.

Leben[Bearbeiten]

Die frühen Jahre[Bearbeiten]

Robert Gordon wuchs in Bethesda, Maryland, einem Vorort von Washington, auf. Die Idee, Musiker zu werden, reifte bei ihm während eines Ferienlagers im Sommer 1962 heran, als er dort auf Anregung seines ebenfalls anwesenden Bruders das Lied Lonely Teardrops sang.

Seine Rock'n'Roll-Karriere begann 1964, als er im Alter von 17 Jahren die Band The Confidentials gründete. 1967 heiratete er seine Jugendliebe und verzog mit ihr 1970 nach New York City, wo er ein Bekleidungsgeschäft eröffnete. Nach der Scheidung im Jahr 1975 schloss er sich der Band Tuff Darts an, die in der Richtung des Punkrock angesiedelt war. 1976 erschien Robert in dem Film Unmade Beds, der von Amos Poe gedreht wurde und musikalisch im Bereich des Punk und New Wave angesiedelt war.

Plattenkarriere[Bearbeiten]

Der Schallplattenproduzent Richard Gottehrer entdeckte Gordon während einer Probe mit den Tuff Darts. Er war beeindruckt von dessen Stimme und der Art, wie er Elvis Presleys One Night sang. Die beiden Männer unterhielten sich über die Aufnahme einer Rock'n'Roll-Platte, für die Gordon den legendären Gitarrespieler Link Wray verpflichtete. Ihre erste gemeinsame LP enthält vorwiegend Coverversionen alter Aufnahmen wie Red Hot (Billy Lee Riley) und Twenty Flight Rock (Eddie Cochran) und war wegweisend für den zu dieser Zeit aufflammenden Neo-Rockabilly-Trend. Seine Art der Darbietung beeindruckte sogar viele der Interpreten aus den 1950er-Jahren. So ließ sich etwa Sonny Burgess, der einst bei den legendären Sun Records unter Vertrag war, zu der Aussage hinreißen, Gordon sei einer der besten Sänger, die er je gehört habe. Indes war es keineswegs Gordons Absicht, den klassischen Rockabilly wieder aufleben zu lassen: „Eigentlich versuche ich immer, die Songs noch eine Spur härter zu inszenieren als im Original“, verriet er etwa der Country Standard Time.

1978 folgte eine weitere Platte mit Link Wray, an der auch Elvis' ehemalige Vokalgruppe The Jordanaires und Bruce Springsteen (er schrieb für Gordon das Lied Fire) beteiligt waren. Als die Nachfrage nach der neuen LP gerade in Gang kam, ging die Plattenfirma Private Stock zu Gordons Leidwesen bankrott.

Ende 1978 unterzeichnete Gordon einen Vertrag bei RCA Victor. Dieser soll Gordon besonders glücklich gemacht haben, weil dies die Plattenfirma war, bei der auch Elvis engagiert war. Weil er zwar mit Wrays Studioaufnahmen zufrieden war, aber nicht mit dessen Liveaufnahmen, trennte Gordon sich von Wray und arbeitete fortan mit dem Gitarrist Chris Spedding zusammen.

Seine erste Platte für die RCA kam im Februar 1979 unter dem Titel Rock Billy Boogie heraus und schaffte es immerhin in die Charts der 100 meistverkauften Langspielplatten. Während sich das nächste Album Bad Boy nur zögerlich verkaufte, war der 1981 erschienenen dritten LP bei RCA ein besonderer Erfolg beschieden: mit über 200.000 Verkaufsexemplaren ist Are You Gonna be the One Gordons bestverkaufte Langspielplatte überhaupt. Dennoch wurde die Zusammenarbeit bald aufgrund von Dissonanzen bezüglich der Tantiemen für sein nächstes Album von der RCA beendet.

1981 wirkte Gordon in dem Film The Loveless mit; einem Motorradfilm, der durch den Kultfilm Der Wilde (The Wild One), mit Marlon Brando in der Hauptrolle, inspiriert war. Die meisten darin gespielten Lieder komponierte und sang Gordon selbst. Auf dem Cover des Albums Greetings from New York...and More ist er auf einer der Harley-Davidsons aus dem Film zu sehen, die er nach dem Dreh in seiner Wohnung aufstellte.

Die schlechten Jahre und das Comeback[Bearbeiten]

Die Beendigung ihrer Zusammenarbeit durch die RCA und der allgemein rückläufige Trend des Neo-Rockabilly führten bei Robert Gordon nicht nur zu einem Karrierebruch, sondern auch zu Alkohol- und Drogenproblemen.

1995 heiratete er zum zweiten Mal. Mit der 2004 erschienenen Country-LP Satisfied Mind gelang ihm das lang erhoffte Comeback.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • Robert Gordon & Link Wray (Private Stock, 1977)
  • Fresh Fish Special (Private Stock, 1978)
  • Rock Billy Boogie (RCA, 1979)
  • Bad Boy (RCA, 1980)
  • Are You Gonna Be the One (RCA, 1981)
  • Too Fast To Live, Too Young To Die (RCA, 1982)
  • Greetings from New York City (New Rose, 1991)
  • All for the Love of Rock 'N' Roll (Viceroy, 1994)
  • Black Slacks (Bear Family, 1994)
  • Lost Album Plus (Bear Family, 1998)
  • Satisfied Mind (Jungle, 2004)
  • Rock Billy Boogie: RCA Years (2007)

Weblinks[Bearbeiten]